Wer wir sind

Unsere Serie zum Ehrenamt - HEUTE: Otmar Moser oder wie ein Rentner der Wasserburger Feuerwehr hilft

Bei den Freiwilligen Feuerwehren sind keine anonymen Helfer, sondern Nachbarn, Kollegen, Freunde im Einsatz. Sie engagieren sich ehrenamtlich, opfern ihre Freizeit. Mit unserer Serie „Wer wir sind” stellen wir immer freitags Feuerwehrfrauen und -männer vor – zeigen, was ihre Beweggründe sind für ein zeitintensives Ehrenamt. Heute im Interview: Otmar Moser, 76 Jahre alt, ehemaliger Lehrer und seit elf Jahren engagiert als Chronist und Archivar – im somit etwas anderen Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wasserburg …

Dem früheren Ehrenkommandanten Heini Kurz (verstorben vor zwei Jahren) ist es zu verdanken, dass Otmar Moser seit nun über einem Jahrzehnt Ordnung schafft bei der Wasserburger Feuerwehr – im wahrsten Sinne des Wortes:

Denn sageundschreibe 140 Leitz-Ordner kann er heute in eine Reihe stellen. Alle gesichtet, sortiert und auch digitalisiert. Unendlich viele Stunden engagiertes Ehrenamt … mit einem Lächeln, wie unser Foto zeigt!

Ich bin bei der Feuerwehr in Wasserburg, weil …

… da Kurz Heini mich gefragt hat. Da war ich schon pensioniert als Lehrer und weil er ned locker g’lassn hod damois, hab ich’s mir dann mal ang’schaut, wia i mithelfen ko.

Elf Jahr is des jetzt her.

Na, im aktiven Einsatz war i nia bei da Feuerwehr. Des hätt i in de 70er Jahr gern g’macht, aba ois Lehrer is des vom Schulamt ned gern gseng worn zu dera Zeit. Es war quasi ‘ned erwünscht’. Deshoib hob i’s lassen. I bin dann zur Faschingsgesellschaft und seit ma in Wasserburg herzogn sand, bin i aa no bei da hiesigen – da Lederer-Gmoa – aktiv. 

Erst, ois i vom Heini wegam Helfa ogred worn bin, dann war’s doch no soweit mit da Feuerwehr. Halt hinter de Kulissen …

Ois des große Jubiläum 2016 o’stand, da bin ich für die optimale Zusammenarbeit in die Vorstandschaft aufg’rückt – seit sechs Jahren bin i da Schriftführer bei da Wasserburger Feuerwehr. I mach’s gern und ins Feuerwehr-Büro schaug is gern und arbat a bissal. Regelmäßig, oi de Jahr scho. 140 Leitz-Ordner sands mittlerweile. Mim Wasserburger Stadtarchiv arbeit i eng zusammen. De Chronik gät ja zruck bis 1866, dem Gründungsjahr der Wasserburger Feuerwehr.

Na na, a Geschichts-Lehrer war i ned – i hob ois unterrichtet, früher war des no vo da ersten bis zur neunten Klass einheitlicher. Aber mi interessiert des Historische sehr und es is wichtig, des ois festzuhalten … Wia so a Schatz.

Was mich besonders beeindruckt bei der Feuerwehr …

I sog amoi so:  So unersetzbar und einfach notwendig wia d’Feuerwehr – so is doch koa anderer Verein. Wenn’s d’Feuerwehr ned geben dat, do dat ma schlecht ausschaun. Und wenn ma helfa ko, huift ma.

Des Heimatkundliche hod mi scho oiwei interessiert. Mi beeindruckt de Vereinsgeschichte in sona Stod wia Wasserburg sehr – deshoib huif i gern mit. Und jetzt is mittlerweile irgendwia so mei Kind worn – des mog i gar nimmer aus da Hand gem.

Mein Tipp für Interessierte …

Einfach kema, irgendwos find ma – denn a jeda ko wos macha. Wia hoaßt’s so schee:

Koana is so dumm, dass er’s ned dalerna ko!

A Interesse, a Bereitschaft braucht’s – bei da Feuerwehr besonders a Interesse fürs Zammhelfa, fürs Do-Sei im Dienst am Nächsten. Aa amoi vui Stunden lang. Aba des wenn ma hod, des Interesse – dann is schee, dabei zu sein.

Interview Renate Drax

 

 

 

Lieber Otmar, danke für dein tolles Engagement! 

Ohne Menschen wie dich, die sich ehrenamtlich engagieren, ohne gleich nach finanziellem Ausgleich zu fragen, wäre unsere Gesellschaft deutlich ärmer in Ihrem Zusammenleben! Mach weiter so, auch im bayerischen Lehrer-, und Lehrerinnenverband!

Herzliche Grüße! Werner Gartner

 

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2 Kommentare zu “Wer wir sind

  1. Schön zu lesen, was auch hinter den Kulissen passiert … so vui Arbad!

    Hut ab und vui Freid dabei weiterhin.

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  2. Hallo, liebe Wasserburger, “unser” Otmar war lange mein Kollege, den ich schätzen gelernt habe und der immer für uns da war, so wie für die Feuerwehr jetzt.

    Danke für sein Engagement und seine Einsatzfreudigkeit.
    Ich wünsche ihm noch viel Energie und Ausdauer für die kommenden Aufgaben.

    Mach’s weiter so gut.
    Viel Freude!

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