„Wenn die Betten voll sind, ist’s zu spät”

Söder mahnt erneut: Bitte, sich gegen Leichtsinn und Unvernunft zu stemmen - „Und nicht kreuz und quer durch die Gegend fahren"

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte gestern erneut eindringlich davor, die Corona-Lage schönzureden. Die Zahlen seien zu früh zu hoch. Auch in einigen bayerischen Regionen gebe es aktuell ein exponentielles Wachstum. Deswegen müsse man sich sehr konsequent gegen Leichtsinn und Unvernunft stemmen. Er wolle einen Lockdown auf jeden Fall verhindern, da der Schaden für Schulen und Wirtschaft ganz erheblich wäre. Wenn man nicht rasch und konsequent handele, dann drohe Schlimmeres, mahnte Söder die Bürger am gestrigen Abend im Bayerischen Fernsehen …

Die Entwicklung in Europa sei derzeit ähnlich wie im Frühjahr. Um Deutschland herum explodieren gerade die Zahlen, beispielsweise in Frankreich, Spanien, Tschechien und Großbritannien, so der Ministerpräsident. Es gebe dort bereits Teil-Lockdowns – Deutschland sei gerade genau an der Schwelle, wo sich entscheide, ob man einen Lockdown riskiere oder vorsichtig bleibe.

Söder verteidigte die Zahl 50 als Obergrenze beim Frühwarnwert. Wenn die Zahlen deutlich drüberspringen, dann haben die Gesundheitsämter keine Chance mehr, das nachzuverfolgen, sagte er. Deswegen werde das bayerische Kabinett am heutigen Dienstag die Gesundheitsämter noch einmal deutlich stärken – offenbar auch das Amt in Rosenheim.

Die Kritik an der Entscheidung der Politik, sich bei der Entscheidung über Schutzmaßnahmen an Infektionszahlen zu orientieren, wies Söder zurück. Seiner Meinung nach wäre es gefährlich, beispielsweise die Auslastung der Intensivbetten zum Maßstab zu machen: Im dem Moment, in dem die Krankenhausbetten voll seien, sei es bereits zu spät …

Trotz der Kritik aus Wirtschaft, Politik und von einigen Medizinern am Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Hotspots hält Söder an der Maßnahme fest. Wer einen negativen Corona-Test habe, könne Urlaub in Bayern machen. Das biete ein Stückweit Sicherheit – insbesondere der Tourismus- und Gastronomiebranche.

Die wichtigere Frage sei: Warum haben wir Risikogebiete, wie kriegen wir die Zahlen runter, gab Söder zu bedenken. Am besten wär’s seiner Ansicht nach, die Leute würden nicht wieder kreuz und quer durch die Gegend fahren und dann am Ende Infektionen haben oder Infektionen mitbringen.

Quelle BR

Foto: hö

 

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