Wenn der Arbeitgeber kündigt …

Unser Experte, der Wasserburger Rechtsanwalt Bastian Wernthaler, gibt wichtige Tipps

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Unser Experte, der Wasserburger Rechtsanwalt Bastian Wernthaler, gibt wichtige Tipps. Heute: Was tun, wenn der Arbeitgeber kündigt? Kündigt der Arbeitgeber so muss er verschiedene Formalien beachten. Hier passieren immer wieder Fehler, die zur Unwirksamkeit der Kündigung führen …

1. Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen („Sie sind gefeuert!“) sind immer unwirksam.

2. Die Kündigung muss von einem hierzu Berechtigten handschriftlich unterschrieben sein. Meist ist dies in kleineren Firmen der Inhaber und nicht ein Abteilungsleiter oder Vorarbeiter. Ein Stempel ohne Unterschrift reicht nicht aus.

3. Falls vorhanden, muss vorab der Betriebsrat zu der Kündigung angehört werden. Wird der Betriebsrat nicht oder nicht richtig angehört, kann allein dies schon zur Unwirksamkeit der Kündigung führen.

4. Manche Arbeitnehmer (Schwangere, Betriebsräte) sind besonders gegen Kündigungen geschützt. Die Kündigung anderer Arbeitnehmer kann unwirksam sein, wenn diese bereits länger als sechs Monate in einem größeren Betrieb (mehr als 10 Arbeitnehmer) angestellt sind.

5. Wird die Kündigung mit fehlerhaftem Verhalten begründet, muss meist eine Abmahnung vorausgehen. Will ein größerer Arbeitgeber aufgrund betrieblicher Gründen (wenn z.B. das Geschäft schlecht läuft) kündigen, muss er genau abwägen, welchen Arbeitnehmer er kündigt.

 

Haben Sie eine Kündigung erhalten und halten Sie diese für unwirksam, müssen Sie innerhalb von drei Wochen beim zuständigen Arbeitsgericht Klage einzulegen. Versäumen Sie diese Frist, hat Ihre Klage keinen Erfolg, und zwar nicht einmal dann, wenn Sie eigentlich unkündbar sind. Grundsätzlich reicht es aus, dem zuständigen Gericht unter Hinweis auf die in Kopie beizufügende Kündigung zu schreiben, dass Sie der Kündigung widersprechen.

Es ist aber unbedingt ratsam, sofort einen Anwalt hinzuziehen, wenn Sie eine Kündigung erhalten haben. Dieser wird zunächst entscheiden, ob eine Klage gegen die Kündigung Erfolgsaussichten hat. Wenn Klage eingereicht wird, kann der Rechtsanwalt das richtige Vorgehen bei Gericht einschätzen ( Weiterbeschäftigung oder Höhe einer Abfindung, Vereinbarung einer Aufhebungsvereinbarung, Zeugnisformulierung, etc.).

Auf jeden Fall sollten Sie sich bei Erhalt einer Kündigung bei der zuständigen Agentur für Arbeit (früher: Arbeitsamt) melden, um nicht den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu gefährden. Dies gilt auch, wenn Sie die Kündigung für unwirksam halten!

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