Wenn Christmette, dann eher …

Stille Nacht, frühe Nacht: Neue Ausgangssperre bringt auch Gottesdienst-Plan der Kirchen durcheinander

image_pdfimage_print

Die Lage sei ernst und deshalb seien auch die Regeln ernst zu nehmen. Vor allem die, dass jeder um 21 Uhr schon zu Hause zu sein müsse (wir berichteten mehrfach). Daher soll es laut Staatsregierung am späten Heiligabend nun auch KEINE Christmetten geben! Das Virus richte sich nicht nach dem Kirchenjahr, nicht nach dem Gottesdienstkalender. Die Ausgangssperre solle für alle einheitlich gelten und so letztlich auch gerecht sein. Deswegen sollten die Gottesdienste auch so gelegt werden, dass jeder um 21 Uhr daheim sein könne, forderte der Staatskanzleichef Florian Herrmann heute. Darüber werde man mit den Kirchen noch sprechen – und er gehe auch von Verständnis aus.

In vielen Kirchengemeinden beginnen Christmetten an Weihnachten traditionell um 22 Uhr, in manchen erst um Mitternacht. Jetzt hatten einige Pfarreien auch im Altlandkreis mit Christmetten um 20 Uhr im Freien geplant …

In der derzeitig noch gültigen Verordnung der Staatsregierung steht drin, dass in Hotspots mit Ausgangssperre – wie der Landkreis, da 200er Region – der Besuch eines Weihnachtsgottesdienst auch am späten Abend erlaubt sein sollte. Bei der neuen bayernweiten Ausgangssperre ab kommenden Mittwoch nun soll und wird das so aber offenbar nicht mehr gelten.

Quelle: Bayerisches Fernsehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

6 Kommentare zu “Wenn Christmette, dann eher …

  1. …und damit kommen sie jetzt, dass keine Gottesdienste nach 21 Uhr mehr sein dürfen. Super tolle Idee. Nun hat z.B. meine Kirche geplant, zwei Gottesdienste noch nach 21 Uhr anzubieten, damit sich alles auseinander zieht und nicht so viele auf einmal kommen. Das geht jetzt nicht mehr. Gut, dann halt nur einen vor neun. Bringt jetzt echt was, in einem kleinen Dorf. Riesen-Aufwand außerdem, alles, was schon kommuniziert war, jetzt noch mal zu ändern. Ich könnt mich so ärgern. Dabei ärgere ich mich nicht über diese Maßnahmen an sich – aber man hätte das doch, in Gottes Namen, einfach schon vor ein oder zwei Wochen so sagen können. Dann hätten wir ungeheuer viel Ärger und Aufwand gespart.

    Antworten
    1. Liebe Johanna.
      Die Geschäfte, die vom Lockdown betroffen sind haben nur zwei Tage, um sich vorzubereiten. Sie haben innerhalb von Stunden reagiert, um die beiden offenen Tag noch nutzen zu können.
      Bis Heilig Abend ist noch gut eine Woche hin. Das sollte machbar sein, sich eine Ersatzlösung zu überlegen bzw. die Termine zu verschieben.
      Bei der ARD wird z.B. an Heilig Abend um 23.20 Uhr eine Christmette live übertragen. Von einem solchen Service kann ein Gewerbetreibender nur träumen.

      Antworten
  2. Man,lasst doch die Gottesdienste jetzt.Als Christ sollte man sich als Vorbild auch einschränken. Alles ist zu. Macht doch auch zu. Oder ist die Ansteckung vor 21.00 Uhr geringer? Menschenansammlungen sollen vermieden werden. Also übt auch Rücksicht und Nächstenliebe.

    Antworten
  3. Also, wenn es zu gefährlich ist, dass die Schüler in die Schule gehen, dann ist auch jeder Gottesdienst zu gefährlich.
    Die Ansage der Regierung heißt:”Bitte bleiben Sie zuhause.”
    Warum das nicht für Gottesdienste gilt, ist mir ein Rätsel.
    Wer tief im Glauben verwurzelt ist, der braucht keinen Vorbeter, der schafft es sicherlich ausnahmsweise auch, zuhause eine würdige Feier mit innerer Einkehr und enger Verbindung zu Gott abzuhalten. Auch Online-Messen haben sich vielerorts im ersten Lockdown bewährt.
    Zuhause darf auch lauthals gesungen werden. Das fällt in der Kirche dieses Jahr eh flach.
    Und ja, es ist schade für die Menschen, für die der Gottesdienst an Weihnachten einfach dazu gehört, aber es ist auch für die Familien schade, für die es dazu gehört in der Großfamilie zu feiern. Auch das muss dieses Jahr leider ausfallen.
    Aber dieses Jahr ist halt nunmal einfach anders.
    Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! Also bleib zuhause, stecke niemanden an und lass Dich auch nicht anstecken. Das ist das größte Geschenk, das wir einander dieses Jahr machen können.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

    Antworten
    1. @Veronika
      ich bin ganz bei Ihnen – mir ist es eh ein Rätsel – ein Virus unterscheidet def. nicht, WO man sich trifft und WER man ist.

      Ich persönlich finde die Entscheidung “pro Christmette” eine falsche – eine unpassende, sicher gut gemeinte, aber dennoch unprofessionelle Rücksichtnahme.

      Genauso wie man viel zu lange Demonstrationen erlaubt hat.

      Meiner Meinung nach ist dies nur die Angst, sich vor bestimmten Institutionen rechtfertigen zu müssen / oder gar Prozesse zu führen – in diesem Fall Rechtfertigung vor der Kirche und bei Demonstrationen – Angst vor gerichtlichen Auseinandersetzungen.

      Man hat vor diesem Aufschrei anscheinend immer noch sehr viel mehr Angst als vor dem Virus ….
      Dabei kommt es nur darauf an – die Argumente schlüssig, aber bestimmt zu kommunizieren und durchzusetzen.

      So nimmt auf Dauer keiner mehr die Maßnahmen ernst.
      Dieser Bericht erinnert mich ein wenig an meine Ausbildung – damals hieß es in der Krankenpflegeschule – Ringe am Finger sind verboten aus hyginieschen Gründen, nur – lt Juliane Juchli / einer Ordensschwester – der Ehering sei erlaubt.

      Christ sein bedeutet ein hygienisches Schutzschild …?!
      Diese Meinung wurde vor langem revidiert – aber im Kern existiert sie wohl immer noch?!

      Antworten
  4. Wäre es heuer nicht am christlichsten, einfach daheim zu bleiben?
    Gibt ja einige Kirchen, die von sich aus keinen Gottesdienst veranstalten.

    Antworten