Wasserburg setzt Ausrufezeichen

Löwen drehen im Spitzenspiel der Landesliga einen 0:2-Rückstand - Der Spielbericht

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Mit einer denkwürdigen Aufholjagd drehte der TSV 1880 Wasserburg im Spitzenspiel der Landesliga Südost einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Auswärtserfolg und konnte die Tabellenführung ausbauen (wie kurz berichtet). In der Regenschlacht auf dem überraschend gut bespielbaren Rasen in der Savoyer Au schien die bis dato ungeschlagene Eintracht Freising nach 25 Minuten wie der sichere Sieger, doch dann drehten die Löwen auf. 

Eigentlich waren die Gäste gut in die Partie gestartet und hatten nach sieben Minuten durch Dominik Haas die große Chance zur Führung, doch sein Kopfball aus acht Metern strich haarscharf über die Querlatte. Eine Gelegenheit, die sich der Kopfballspezialist normalerweise nicht entgehen lässt. Wie aus dem Nichts fiel in der 15. Minute das 1:0 für die Hausherren. Im ersten gut vorgetragenen Angriff wurde Andreas Hohlenburger steil geschickt und der Torjäger unterstrich mit einem eiskalten Abschluss, warum er der wohl gefährlichste Stürmer der Liga ist. Sein elfter Treffer im achten Spiel.

Auch der zweite Freisinger Treffer zeichnete sich nicht wirklich ab, im Gegenteil: nach einem Stockfehler im Wasserburger Aufbauspiel lief Martin Schön allein auf Wasserburgs Schlussmann Georg Haas und schob überlegt zum 2:0 ein (25.). Freising glänzte mit gnadenloser Effizienz. Es sollte jedoch bei diesen beiden Torschüssen bleiben, denn in der Folge übernahmen die Löwen das Kommando.

Ähnlich wie vor genau einem Jahr, als in einer legendären Sommernacht ein 0:3-Rückstand gegen Dorfen in ein 5:3 umgebogen wurde, steckte die Mannschaft von Leo Haas nie auf und wurde am Ende belohnt. Zunächst köpfte Albert Schaberl eine Freistoßflanke von Matthias Haas aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer ein (34.), ehe Hannes Hain noch vor der Halbzeit eine zu kurz abgewehrte Flanke aus acht Metern zum 2:2 einschob (40.).

Nach dem Seitenwechsel und einer Systemumstellung kontrollieren die Wasserburger das Geschehen nun komplett und drückten bestimmt, aber kontrolliert auf die Entscheidung. Einmal mehr zeichnete sich die bemerkenswerte physische Konstitution der Löwen aus, als Andreas Hundschell in der 80. Minute schneller war als sein Gegenspieler und im Strafraum nur per Foul gestoppt werden konnte. Matthias Haas übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 3:2. Freising riskierte nun mehr und wurde in der 87. Minute endgültig von Albert Schaberl ausgeknockt, der einen Konter nach Vorlage von Robin Ungerath gefühlvoll zum 4:2 abschloss. Die Schlussminuten mussten die Löwen ohne Abwehrchef Matthias Haas überstehen, der nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah (87.).

Freisings Trainer Alexander Plabst, der vor der Begegnung mit Psychospielchen in den Medien aufgefallen war und Wasserburg als eine „gestandene Landesliga-Mannschaft“ bezeichnete, liegt auch nach dem Spiel mit seiner Einschätzung nicht richtig – für so eine Einschätzung sollte ein Verein mehr als neun Landesligaspiele absolviert haben.

 

Treffender wäre es von einer willensstarken Mannschaft zu sprechen, deren Routiniers Dominik Haas, Hannes Hain und Michael Pointvogel seit Wochen angeschlagen oder verletzt spielen, weil sie es auf ihre alten Tage noch einmal wissen wollen, und einer jungen Garde, die diesem Beispiel folgt und voll mitzieht. Wie weit die Reise dieser Mannschaft gehen kann, ist aber auch nach dem 9. Spieltag noch nicht abzusehen. „Wir wollen guten Fußball spielen und den Leuten in Wasserburg Freude bereiten“, so Trainer Leo Haas. Demut ist übrigens ein weiteres Attribut, das diese Löwen auszeichnet. JAH

 

Wasserburg: Georg Haas, Hundschell, Stephan, Höhensteiger, Matthias Haas, Weber, Knauer (ab 75. Scheitzeneder), Hain, Dominik Haas, Ungerath (ab 88. Lindner), Schaberl (ab 89. Costanzo)

Tore: 1:0 Andreas Hohlenburger (15.), 2:0 Martin Schön (25.), 2:1 Albert Schaberl (34.), 2:2 Hannes Hain (40.), 2:3 Matthias Haas (Foulelfmeter, 81.), 2:4 Albert Schaberl (87.)

Gelb-Rote Karte: Matthias Haas (87., wiederholtes Foulspiel)

Zuschauer: 280

 

 

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