Wasserburg im Finale

Basketballerinnen durch 74:63 in Freiburg im Endspiel - Gegner noch offen

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300 Sekunden. Zwischen der 33. und 37. Minute hat sich das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft zwischen dem TSV Wasserburg und den Eisvögeln Freiburg entschieden. In diesen wenigen Sekunden setzte sich das Team von Bastian Wernthaler von 57:56 auf 71:56 ab. Bezeichnend, dass Emma Cannon den 14:0-Zwischenspurt mit dem Korbleger plus Bonusfreiwurf abschloss. Die verbleibenden drei Minuten waren ein Schaulaufen vor einem begeisterten Freiburger Publikum, das sein Team trotz der 63:74 (41:40)-Niederlage mit stehenden Ovationen in die Sommerpause entließ.

Die Damen aus dem Breisgau hatten an Ostern mit dem Pokal den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewonnen. „Den Beifall haben sie sich ganz sicher verdient. Freiburg spielt einen sehr schönen und modernen Basketball“, verteilte der Coach anschließend Komplimente. „Und sie sind einen Schritt weiter als wir: sie haben einen Titel, den Pokal.“ Das Match stand bis zu den ominösen Sekunden im Schlussviertel auf des Messers Schneide.

In der ersten Halbzeit hatten die Gastgeberinnen meist die Nase ein wenig vorne. Aus einem 22:21 (10. Minute) für Wasserburg wurde nach einem Dreier von Jule Schindler plötzlich ein 22:28 (11.). Die Freiburger Amerikanerinnen drückten dem Match ihren Stempel auf, die schnelle Jahzinga Tracey war kaum zu stoppen, Mariesa Green setzte sich in packenden Duellen gegen Emma Cannon immer wieder am Korb durch (je 10 Punkte in der ersten Halbzeit) und Brooque Williams machte schon im ersten Abschnitt sieben Punkte. Allerdings: die Aufbauspielerin sollte den Rest der Partie keinen weiteren Zähler mehr verbuchen. Wasserburg lief dem Rückstand das gesamte zweite Viertel hinterher, Anne Breitreiner wurde auf Schritt und Tritt verfolgt, bekam keinen freien Wurf und hatte zudem Pech im Abschluss.

Auch dem Rest des Teams klebte das Pech an den Fingern, in der ersten Halbzeit ging kein einziger Dreier durch die Reuse. Doch mit einer extrem mannschaftsdienlichen Spielweise glich das Team dies aus. 13 Assists bei 17 Korberfolgen vor der Pause sind eine außergewöhnliche Quote. Freiburg hatte gerade mal fünf Assists, den meisten Erfolg hatten die US-Girls in 1-gegen-1-Duellen. In der letzten Minute vor der Pause waren die Gäste noch hochkonzentriert und verkürzten mit sechs Punkten in Folge den Rückstand, nach dem Wechsel sorgten die starken Svenja Brunckhorst und Stina Barnert für die Wasserburger Führung (44:41). „Wir hatten einen schlechten Tag in der Offensive. Deshalb haben wir uns in der Halbzeit gesagt: wir müssen sie unter 70 Punkten halten. Und was soll ich sagen: 22 Punkte für Freiburg in der zweiten Halbzeit. Das ist einfach sehr sehr stark als Team verteidigt“, lobte Wernthaler seine Mannschaft.

Der gelang in der Offensive nur wenig, Freiburg kämpfte verbissen um seine letzte Chance und ließ sich nicht abschütteln. Sissi Höres Dreier zum 52:53 (30.) war die letzte Führung für Freiburg, weil Barnert im Gegenzug den ersten Distanzwurf für die Gäste traf. Die Dreier hatten den Pokalsieger überhaupt erst im Match gehalten. Vier Dreier vor der Pause, dann Höre, im Schlußabschnitt Juliane Hodapp zum 56:57. Doch dann begannen die fünf Minuten, in denen Wasserburg drei Steals gelangen, Rebecca Thoresen einen Dreier traf, Cannon und Barnert ihre Chancen nutzten und Freiburg immer nervöser, hektischer und fehlerhafter agierte. „Es war ein Spiegelbild aller Matches gegen Freiburg in dieser Saison, diesmal hat´s halt bis zum letzten Viertel gedauert“, resümierte Wernthaler.

Auf seinen Finalgegner muss Wasserburg noch bis Sonntag warten, denn die Rhein-Main Baskets erzwangen ein entscheidendes drittes Spiel. Die Hessinnen besiegten Osnabrück vor heimischem Publikum mit 81:77. Die Finalserie (Best-of-five) beginnt am kommenden Freitag, 3. Mai, in der Badria-Halle.

Es spielten: Emma Cannon (24 Punkte), Stina Barnert (17), Rebecca Thoresen (7), Melissa Dalembert (6), Svenja Brunckhorst (6), Katharina Fikiel (6), Tiina Sten (6), Anne Breitreiner (2), Zhaque Gray, Lena Aß, Franziska Dausinger und Verena Stürmlinger.

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