Wasserburg hatte einst ein Kloster

Einblicke in den neuen Wasserburger Stadtbildkalender - Teil 3

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Der neue Wasserburger Stadtbildkalender ist fertig (wir berichteten). Einige Einblicke in den Kalender und weitere Fotoquellen zu den angesprochenen Themen präsentiert das Stadtarchiv in den nächsten Wochen an dieser Stelle. Heute: Ein Blick auf das ehemalige Kapuziner-Kloster…

Auf dem Gelände der Mittelschule standen noch bis 1966 Teile der früheren Kirche und des dazugehörigen Kapuzinerklosters. Daher die Ortsbezeichnung Mittelschule am Klosterweg. Auch Wasserburg wurde durch die Säkularisation tiefgreifend verändert. Am Vortag des Dreikönigsfestes 1807 erfolgte die staatliche Weisung, den seit 1624 hier ansässigen Bettelorden zu zerschlagen. Die 22 Patres und zehn Mönche wurden mit Plätten den Inn hinunter nach Altötting und Burghausen gezwungen, wo sie künftig Obdach finden sollten. Die Gebäude bekamen in den darauffolgenden Jahren neue Eigentümer. So ließ bereits der Gerichtsdiener Georg Stadler Teile des Klosters abreißen, mit Ausnahme der Kirche, die er in ein Wohnhaus umbaute.

Ab 1836 war der Bierbrauer Lorenz Gerbl Eigentümer. Deshalb ist auch heute noch der Begriff Gerbl-Kloster geläufig. 1966 erfolgte der Abriss, um für den Neubau der Volks- und Hauptschule Platz zu machen, die 1970 eingeweiht wurde. Eine Stele erinnert dort an das frühere Wirken der Kapuziner. Gleichfalls kündet ein geschnitzter Kapuzinermönch im Kranz der Zürn-Kanzel in der Stadtpfarrkirche St.-Jakob noch heute vom früheren Predigtamt der Kapuziner in der Stadt, das sie 1632 vom Freisinger Bischof Veit Adam bestätigt bekommen hatten.

Der neue Wasserburger Stadtbildkalender, in dem unter anderem auch diese beiden Fotos zu finden sind, ist im Wasserburger Buchhandel (Wasserburger Bücherstube, Buchhandlung Herzog, Buchhandlung Fabula), in Geschäften (Innkaufhaus, Gartner Versandprofi/Post, Wasserburger Markthallen) und natürlich auch im Stadtarchiv, im Museum sowie in der Gästeinfo zum Preis von 9,90 Euro erhältlich.

Fotos: Das ehemalige Kapuziner-Kloster vom Hochgarten um 1960, Stadtarchiv Wasserburg, Bildarchiv, Sammelmappe Im1, Fotograf: Stachowitsch. Vergleichsfoto 2018, Foto: Thomas Rothmaier.

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3 Gedanken zu „Wasserburg hatte einst ein Kloster

  1. Architektonische Verarmung – wie sollte man es sonst nennen? Wobei die heutige Turnhalle (nicht auf dem Foto) der städtebauliche Supergau ist.
    Hätte man die Bäume stehenlassen, wärs nicht so ins Auge gestochen…

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  2. Architektur der 60er, damals schick! Gibt Schlimmeres auf dem Planeten.

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    1. Da gebe ich gerne recht – die 60er gehören auch schon zur Baugeschichte. Durch die jüngsten Umbaumaßnahen ist der Charakter jedoch verfälscht worden und das nicht in einem positivem Sinne.
      Schlimmeres gibt es auf dem Planeten allerdings, aber das sollte vor allem für Wasserburg nicht der Maßstab sein und vor allem nicht an dieser Stelle.

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