Wasserburg erklärt den „Klima-Notstand”

Gestern hauchdünne Mehrheit im Stadtrat für SPD-Antrag - Umweltreferent stimmt dagegen

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In Wasserburg herrscht jetzt der „Klima-Notstand”: Das hat der Stadtrat mit elf gegen zehn Stimmen bei seiner gestrigen Sitzung beschlossen. Die SPD setzte sich mit ihrem Antrag mit der Stimme der Linken und denen der Grünen knapp durch. Die Reihen der CSU und des Wasserburger Blocks waren durch Krankheit und wegen Urlaub gestern stark gelichtet. Die Entscheidung für die Formulierung „Klima-Notstand” fiel nach eingehender und bisweilen hitziger Diskussion. Unter anderem konnte sich Umweltreferent Lorenz Huber gar nicht und Bürgermeister Michael Kölbl eher weniger mit dem Begriff „Notstand” anfreunden.

Beide, Huber und Kölbl, waren für Variante zwei, als es um die zur Wahl stehenden Formulierungen ging:

  1. Der Stadtrat erklärt den Klima-Notstand für Wasserburg.
  2. Der Stadtrat erkennt den weltweiten Klima-Notstand an.

Als Beschluss gefasst wurde dann aber mehrheitlich Variante eins, über die zweite wurde deshalb gar nicht mehr abgestimmt.

Einig waren sich alle Räte bei der gestrigen Sitzung quer durch alle Fraktionen, dass das weltweite Klima in einer echten Krise stecke und dass auch die Stadt Wasserburg sich noch intensiver um dessen Schutz bemühen müsse.

Christian Stadler (Grüne): „Klimaschutz steht an erster Stelle. Das Ziel eint uns. Wir unterstützen alles, was in dieser Richtung getan wird.” Man könne sich jetzt an dem Begriff „Notstand” aufhängen, Fakt sei aber, „dass wir global etwas tun müssen. Und das funktioniert nur, wenn auf jeder Ebene was passiert.”

Stadler stellte fest: „Ja, wir haben einen Notstand, ja, wir müssen bei uns verdammt viel tun.” Deshalb würden die Wasserburger Grünen noch einen Schritt weiter gehen: „Wir halten es nämlich für unglaubwürdig, einen Notstand auszurufen, ohne gleichzeitig Ziele zu formulieren, wie man diesen beheben kann.”

Wolfgang  Janeczka, Fraktionsvorsitzender der SPD im Wasserburger Stadtrat, hatte den Antrag seiner Partei eingangs der Beratungen näher dargelegt. Auch wenn der Begriff „Notstand” einen etwas irritierenden Charakter habe, wolle man damit erreichen, dass in Wasserburg noch deutlich mehr für Klimaschutz getan werden soll: „Das fängt bei der Verkehrsplanung an und hört beim Wohnungsbau längst nicht auf.” Das Wort „Notstand” habe lediglich einen symbolischen Charakter.

Janeczka: „Aus unsere Sicht sind wir gar nicht so schlecht aufgestellt. Was uns fehlt, ist aber das formale Ausrufen des Klima-Notstands als klares Zeichen. Wir wären bundesweit die 57. Stadt, die das vollzogen hat.”

Umweltreferent Lorenz Huber (Bürgerforum) sah das ganz anders: „Der Begriff Notstand ist eine kommunalpolitische Themaverfehlung und geht am Klimaschutz vorbei. Da wird doch nur eine Hysterie geschürt und der kleine Verbraucher darf’s dann wieder bezahlen.”

Huber weiter: „Wir tun in Wasserburg schon jede Menge für den Klimaschutz, das ist nur noch nicht öffentlichkeitswirksam dargestellt worden.” Klimaschutz sei ein Weg der ganz kleinen Schritte und nicht des Ausrufens eines Notstandes.

Huber: „Der Flugverkehr steigt, die Autos werden immer größer, meist sitzt dann nur einer drinnen, die Kreuzfahrt-Branche boomt ohne Ende und deshalb rufen wir in Wasserburg den Notstand aus. Das ist doch ein Wahnsinn, wenn wir glauben, an den globalen Misständen was durch das Ausrufen eines Notstandes in Wasserburg ändern zu können. Da muss jeder bei sich selbst anfangen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen.”

Dr. Christine Mayerhofer (SPD) verteidigte den Antrag dennoch: „Wir können es besser und dafür ist dieser Antrag da. Es geht darum, bei den Entscheidungen im Stadtrat künftig noch mehr über klimafreundliche Alternativen nachzudenken.”

Eine sichtlich irritierte Stadtbaumeisterin stellte die Frage in den Raum, wie die Verwaltung das künftig umsetzen solle. Mechtild Herrmann: „Soll ich jetzt für jedes Projekt eine CO₂-Bilanz erstellen? Das geht auf gar keinen Fall. Wir können doch nicht für jeden eingesetzten Baustoff eine Untersuchung anstellen. Ich sehe mich nicht im Stande, das fach- und sachgerecht zu bilanzieren. Wie sollen wir das umsetzen?”

Josef Baumann (Freie Wähler), seines Zeichens Vollblutlandwirt aus Reitmehring erklärte, dass es den Notstand in Land- und Forstwirtschaft schon lange gebe. „Unsere Laubwälder gehen kaputt, wir haben Hitzewellen und die Getreide-Ernte geht drastisch zurück. Wenn’s so weiter geht, können die Landwirte die Ernährung irgendwann nicht mehr sicherstellen.”

Er befasse sich schon lange mit dem Klima – und daran ließ er seine Stadtratskollegen dann bei einer historischen Exkursion zum Thema teilhaben. Das Fazit am Ende seiner Ausführungen: „Wir stellen uns vors Rathaus und demonstrieren, wenn man dann bei den Demonstranten in den Kühlschrank schaut, purzeln die Aldi-Billigprodukte heraus.”

Edith Stürmlinger (Bürgerforum) fand die angestoßene Diskussion gut und wichtig.  „Es herrscht breite Einigkeit, dass wir etwas tun müssen.” Aber die Formulierung „Notstand” binde auf der Verwaltungsebene viel zu viel Zeit und verursache viel zu viel Arbeit.

Das hatte auch Bürgermeister Michael Kölbl eingangs der Diskussion so gesehen: „Der Notstand ist ein juristischer Begriff, der mir aufstößt. Ich sehe keinen Anlass für Notstandsmaßnahmen.”

Er könne sich aber mit der zweiten Formulierung (der Stadtrat erkennt den weltweiten Klima-Notstand an – siehe oben) durchaus anfreunden. Das konnten außer dem Bürgermeister weitere neun andere Stadträte auch. Elf waren es aber, die für die drastischere Formulierung waren.

Und das ist der gestrige Beschluss im Wortlaut (er ist vom Bürgermeister noch nicht unterzeichnet):

  1. Der Stadtrat erklärt den Klima-Notstand für Wasserburg am Inn.
  2. Der Klimaschutz und damit die Notwendigkeit der Vermeidung des Ausstoßes klimaschädlicher Emissionen wird deshalb höchste Priorität zuerkannt.
  3. Es soll bei jedem Beschluss über Vorhaben und Planungen der Stadt und der Stadtwerke unter dem Feld „Finanzielle Auswirkungen“ ein Feld mit dem Titel „Auswirkungen auf den Klimaschutz” mit folgenden Auswahlmöglichkeiten geben:  Ja, positiv / Ja, negativ / Nein
  4. Bei „Ja, positiv” oder „Ja, negativ” muss die Verwaltung kurz und summarisch eine Begründung darstellen. Bürgermeister und Klimaschutzmanager sollen einmal im Jahr der Öffentlichkeit den Fortgang und die Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen Bericht erstatten.

Die Punkte zwei bis vier wurden mit 14 gegen sieben Stimmen abgesegnet.

Übrigens: Die Notstands-Diskussion wollten gestern gerade einmal sieben Wasserburger Bürger live im Sitzungssaal verfolgen.

 

Über die Bilanz des Klimaschutzmanagers der Stadt, der dieser Diskussion vorausgegangen war, wird gesondert berichtet.

 

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36 Kommentare zu “Wasserburg erklärt den „Klima-Notstand”

  1. „Wir halten es nämlich für unglaubwürdig einen Notstand auszurufen, ohne gleichzeitig Ziele zu formulieren, wie man diesen beheben kann.” – Dem ist nichts hinzuzufügen!

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    1. Doch, dem ist hinzuzufügen, dass man erst einmal bereit sein muss, ein Problem als solches anzuerkennen, bevor man sich Gedanken über eine mögliche Lösung machen kann. Wenn man die Lösung vorher schon hätte, hätte man ja kein Problem.

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  2. “Klimaschutz sei ein Weg der ganz kleinen Schritte ….”
    Falsch!

    Ihr kapiert’s einfach nicht…

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  3. Kann Frau Herrmann nur beipflichten, wie soll das verwaltungstechnisch zu bewerkstelligen sein oder macht die jeweilige CO2 Bilanz jetzt der klimaschutzmanager?
    Natürlich muss was getan werden für das Klima, das denke ich will auch die breite Mehrheit der Bürger, aber solche Aussagen wie die Aldi-Produkte, die aus dem Kühlschrank purzeln finde ich fast schon dreist. Schaut euch mal z b nur die mieten an in der Klimanotstand-Stadt Wasserburg, man muss es sich auch leisten können, täglich am Wochenmarkt einzukaufen und das ist nur ein Beispiel von vielen!

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  4. Damit hat die Kombination aus SPD, Grünen und Linken mal wieder eindrucksvoll bewiesen, zu welch großen Taten Sie fähig sind. Die Stadtbaumeisterin trifft es hervorragend „Soll ich jetzt für jedes Projekt eine CO₂-Bilanz erstellen? Das geht auf gar keinen Fall. Wir können doch nicht für jeden eingesetzten Baustoff eine Untersuchung anstellen. Ich sehe mich nicht im Stande, das fach- und sachgerecht zu bilanzieren. Wie sollen wir das umsetzen?”. Wie immer bei ideologischen Beschlüssen, erstmal was beschließen und im nachhinein sehen wie man es umsetzen kann…. Was auch noch interessieren wäre, wie ist denn die Abstimmung zur Seenotrettung verlaufen? Ich finde als Bürger hat man auch das Recht zu erfahren, welches Stadtratsmitglied wie abgestimmt hat, da es sich ja um keine geheime Abstimmung handelt.

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    1. Stimmt, die Abstimmung war nicht geheim, weil es sich um einen öffentlichen Tagesordnungspunkt gehandelt hat. Wenn es sie also so brennend interessiert, dann hätten sie gestern der Sitzung auch beiwohnen dürfen. Ansonsten bleibt ihnen wohl nichts anderes, als abzuwarten, bis der Autor der Wasserburger Stimme einen Artikel nach dem anderen verfasst und hier eingestellt hat. Ist ja auch nicht so, als ob die WS Heerscharen von Journalisten beschäftigen würde.

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      1. Damit war gemeint, dass aus Berichten wie diesem hervorgehen sollte, welches Standratsmitglied wie gestimmt hat (Das war in keinster Weise eine Kritik an der Arbeitsweise der Redaktion, lediglich ein Hinweis bzw. eine Bitte). Das ist für die Leute die wählen gehen ja durchaus wichtig zu wissen. Zudem nutze ich dieses Medium um informiert zu werden. Um mir eben diese öffentlichen Sitzungen (bei denen ohnehin keine Wortmeldungen zugelassen sind) zu ersparen…… Dafür ist mir meine Freizeit eindeutig zu wichtig…….

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    2. noch ein Unternehmer

      Lieber Josef,
      Deine angeprangerte Kombination aus SPD, Grünen und Linken hat meiner Meinung nach eindrucksvoll bewiesen, wie lernfähig sie sind. Gelernt von Dr. Söder, dem es neuerdings in Wasserburg zu gefallen scheint.
      Erst mal Schlagzeilen produzieren, dann andere denken und rechnen lassen…aktuelles Beispiel: 100 Windräder in den bayrischen Staatsforsten, von Dr. Söder ausgelobt. Ab wo es genug Wind dafür geben soll, dass weiß (noch) keiner. Aber Sie stimmen sicher zu, da haben die Lokalpolitiker von dem Landeschef wirklich etwas gelernt! *zwinker*

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  5. Da Wasserburg nicht die erste Stadt ist, kann sich Frau Hermann mal bei den anderen Notstand Städten informieren.
    Danke SPD. Endlich

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  6. Ja seids ihr alle plemplem, das kleine Deutschland ist für 0,0042 Prozent des weltweiten CO 2 ausstosses verantwortlich. Fangt doch bei den ” GROSSEN ” an, das bringt viel mehr, nicht immer bei den kleinen.

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    1. Quelle?

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  7. Ist wieder mal typisch für die Grünen! Es bringt gar nicht aus Hysterie einen Klimanotstand ausrufen! Umweltschutz finde ich schon gut, aber was sie tun, finde ich total übertrieben.

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  8. Prima,
    Und jetzt bitte aber auch etwas tun:
    Inndamm Fest, Weinfest, Nationenfest, Nachtflohmarkt absagen. Zu viele Autos und zu hoher Energieverbrauch.
    Kein Feuerwerk mehr, da exorbitanter Co2 Ausstoß.
    Badria schließen. Saunen brauchen extrem viel Energie. Hallenbäder sind Energiefresser. Die Leute können im Sommer genug schwimmen gehen.
    Endlich die Innenstadt sperren.
    Wenn an Weihnachten zum Christkindlmarkt diese bescheuerte Eislauffläche in der Altstadt kommt, werde ich höchstpersönlich Anzeige erstatten.
    Parkplätze in Grünanlagen umwandeln, denn Autos werden in der Innenstadt dann verboten.

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  9. Dass der Antrag von der SPD kam ist Ihnen aber nicht entgangen, oder?

    Und zum Artikel selber: Wenn ich das Abstimmungsergebnis richtig interpretiere, dann waren zur Abstimmung 21 von 24 Stadträten anwesend. Bei drei fehlenden Stadträten von „stark gelichteten Reihen“ zu sprechen klingt mir sehr nach einer faulen Entschuldigung.

    25 mit Bürgermeister, vier fehlten. Allesamt aus den Reihen CSU/Wassserburger Block (Anm. d. Red.)

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  10. Lieber Hans Maier,
    Deutschland versucht sich seit 1945 zu rehabilitieren….zwinker,zwinker….
    Von wegen Nachahmungseffekt…
    Mehr muss ich nicht sagen….

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  11. Also auf jeden Fall alles verbieten sehe ich auch so @Andreas, insbesondere Feuerwerk und eislauffläche an Weihnachten- bei Auswirkungen für den Klimaschutz muss hier definitiv negativ angekreuzt werden, also gehe ich davon aus dass das gestrichen/verboten wird, jetzt wo oberste prio der K-Notstand ist.

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  12. Rote*r Wasserburger*in

    Richtige Entscheidungen!
    Und sich von den uninformierten und beleidigten Populist*innen hier im Kommentarbereich nicht verunsichern lassen.

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  13. @Hans Meier
    Wie kommen Sie denn auf diese absurde Zahl?
    Deutschland ist 2016 für ca. 2,23% des weltweiten CO2 Ausstoßes verantwortlich gewesen. Quelle Statista.
    Rechnet man aber zurück vom Beginn der Industrialisierung liegt Deutschland nach wie vor auf Platz 6 der größten Klima Sünder der Welt!

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  14. Da sind schon ein paar Ideen dabei, wie z.B. Streichung des Feuerwerks. Geschickt wären vielleicht an Tagen des Weinfests usw. Verstärkerbusse aus den Nachbargemeinde und eine grossflächige Sperrung der Stadt (an der Abzweigung Richtung Eiselfing, oberhalb der Serpentinen usw) für Autos, sodass die Busse ungehindert fahren können. Wirtschaftliche Interessen kann man auch nicht außer Acht lassen.

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  15. Am hilfreichsten wäre es, wenn einfach alle das Atmen einstellten.

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    1. Man könnte es auch mit Denken und Umsicht versuchen.

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  16. Und nun mal ein konstruktiver Vorschlag nach der ganzen Jammerei: Als ersten Schritt sollten die Stadt- und Schulbusse auf Elektrobetrieb umgestellt werden.

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  17. Eine sofort wirkende Maßnahme:
    Schalten Sie die Ampelregelung am Bahnübergang B 304 in Reitmehring so, dass man das Auto nicht mindestens 3 mal starten muss, um den Bahnübergang zu queren.
    Stellen Sie entsprechende Schilder wie “Bei Stau Motor abstellen” und” Aus-und Einfahrten freihalten” auf und kontrollieren Sie regelmäßig.
    Was glauben Sie was an Umweltgiften eingespart werden kann, wenn nicht stündlich Hunderte von PKW und LKW bis an die 10 Minuten den Motor laufen lassen bzw. 3 mal neu starten!!
    ETWAS TUN!!! nicht nur reden

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    1. Da wär schon viel erreicht, wenn in Richtung Wasserburg einige “Gutmenschen” nicht immer die vielen gerade anfahrenden PKW und LKW zum halten zwingen würden um ein! Fahrzeug aus der Megglestrasse in die B304 einfahren zu lassen. Höflichkeit ist nett, dann aber mit Blick in den Rückspiegel um den sich gerade auflösenden Stau bis Staudham im Blick zu haben.

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  18. Langsam wird mir hier Angst und Bange in dieser Stadt.

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  19. Terla-Kolbeck Gisela

    Eigentlich hatte ich gedacht, es würden sich mehr Bürger für die wichtige Thematik interessieren. War wohl nicht der Fall. Ich war jedenfalls da und hatte den Eindruck, dass es kaum mehr um Argumente geht, sondern ausschließlich um ideologische Rechthaberei. “Wir sind die Guten, nur wir wissen, was der Welt guttut, was die Leute machen müssen, nur wir können es……”. Einige Stadträte/Stadträtinnen lassen da schon sehr an Augenmaß vermissen. Mein Fazit: jedenfalls weis ich jetzt ganz genau, wen ich 2020 sicher NICHT wählen werde.

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    1. 500 namhafte Wissenschaftler – darunter auch Nobelpreisträger – haben in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres der These vom menschengemachten Klimawandel widersprochen. „Die Klimamodelle, auf denen die internationalen Politikansätze derzeit aufbauen, sind ungeeignet“
      heißt es in dem Schreiben, in dem unter anderem die Unterschrift des früheren Hamburger Umweltsenators Fritz Vahrenholt (SPD) trägt. Überschrieben ist es mit: „Es gibt keinen Klimanotstand“
      Es sei „grausam und unklug, sich auf Basis der Resultate von solch kindischen Modellen dafür einzusetzen, Billionen zu verschwenden“. Die derzeitige Klimapolitik höhle das wirtschaftliche System aus und gefährde Menschenleben in Ländern, denen der Zugang zu bezahlbarer elektrischer Energie verweigert werde. Die Unterzeichner äußern die an die Vereinten Nationen gerichtete Bitte, „eine Klimapolitik zu verfolgen, die sich auf seriöse Wissenschaft stützt“

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  20. Klimanotstand in Wasserburg! Gestern habe ich mit meinen Nachbarn festgestellt, dass bei uns die Luft so sauber ist wie nirgendwo. Und das gilt wohl auch im weltweiten Vergleich. In “Plusminus” wurde letzte Woche ein Bericht über die neuen Diesel-Fahrzeuge gebracht. Ergebnis: Sollte die Luft mal besonders schlecht sein, wäre es empfehlenswert, wenn so viele Diesel-Fahrer wie möglich mit ihren Autos losfahren, denn was bei diesen Fahrzeugen hinten rauskommt, ist sauberer als das, was vorn angesaugt wird. Bekommt eigentlich irgendwer noch mit, dass man es einfach der innovativen Industrie überlassen sollte, Lösungen zu finden? Wenn wir die Autoindustrie in Deutschland nicht schon durch die hysterische (Un-)Klimapolitik zerstört hätten, könnte man mehr für die Umwelt tun als jede aktionistische Maßnahme, die jetzt wegen wild gewordener Gymnasiasten und Studenten forciert wird, bewirken könnte. Wenn unsere Industrie brachliegt und sich flächendeckend die Arbeitslosigkeit breitmacht (siehe Continental, Michelin etc.), dann wird der Klimawahn so schnell vergessen sein, wie er gekommen ist. Das ist das einzig Gute an diesem völlig kopflosen Gebaren. Deutschland schafft sich ab. Das ist mitunter das Verdienst von FfF, unterstützt und geradezu hofiert von Merkel und ihren Followern aus nahezu allen Parteien …

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  21. @Minesweaper
    1. Wird nicht mal von den 500 Unterzeichnern dieses Briefes der menschliche Einfluss auf den Klimawandel geleugnet, sondern nur die Dringlichkeit des Handelns anders eingeschätzt
    2. Kann jeder googeln, bei welchen Unternehmen viele der Unterzeichner tätig sind oder waren (z.B. Shell, RWE) und welche Interessen sie verfolgen
    3. Hat die Fachwelt eindeutig dieser Einschätzung widersprochen. Mehr als 26000 Wissenschaftlicher weisen auf den dringlichen Handlungsbedarf hin und auf eine globale Lage, die man sehr wohl als Notstand begreifen muss!

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  22. Hab ich das richtig verstanden, die SPD stellt den Antrag und der Bürgermeister steht gar nicht dahinter? Oder hat er auch mit “ja” gestimmt?

    Der Bürgermeister stimmte in diesem Fall gegen seine Fraktion (Anm. d. Redaktion)

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  23. @ Johanna Huis
    Was man auch von dem Plusminus-Beitrag halten mag. Es geht nicht nur um das, was hinten an Abgasen rauskommt, sondern das Problem des Autos fängt bei der energieaufwendigen und klimaschädlichen Ressourcengewinnung und Produktion an, geht weiter mit dem Treibstoffverbrauch bis hin zur Entsorgung. Wir haben zu viele, zu große Autos, meist stehen Sie rum bzw. transportieren zu wenige Personen. Sich auf die (Auto-) Industrie zu verlassen, ist ein fragwürdiger Rat.

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  24. Leute ihr habt es nicht verstanden… Was man hier macht, ist kein Klimaschutz sondern der Versuch die Rezession abzuwenden unter dem Deckmantel Klimaschutz. Das ist in Wasserburg nicht anders als im Rest des Landes. Investitionen werden vorangetrieben durch irgendwelche Förderungen. Gleichzeitig fliegen drei verschiedene Minister in drei verschiedenen Flugzeugen in die USA oder – regional betrachtet – braucht man eine Eisfläche in immer milderen Winter, um einen Christkindlmarkt profitabel zu machen. Niemaden gehts um das Klima. Es geht nur um das Geld und da die Leute bereit sind für den Klimaschutz Geld auszugeben, begründet man das nun eben mit Klimaschutzmaßnahmen…

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    1. Anmerkung der Redaktion: Die Eislaufbahn wird mit klimaneutralem Ökostrom der Stadtwerke Wasserburg betrieben.

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      1. Das mit dem klimaneutralen Ökostrom relativiert sich aber je nach Ökostrom-Zertifikat auch ganz schnell, wenn er von einem Unternehmen bezogen wird, das auch Atom- oder Kohlestrom mit vertreibt.

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      2. Mal angenommen, man könnte die Kohlestromelektronen aus dem Strom in der Zuleitung herausfiltern und zum Glühweinstand hinüberbegleiten und nur noch Elektronen aus Wind- und Wasserkraftwerke zur Eisbahn lassen, dann würde die Eisfläche nachts auftauen und tagsüber wieder gefrieren. Oder hängt noch ein von Kinderhand gefertigter Lithium-Ionen-Akku dran?

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      3. Der von den Stadtwerken Wasserburg vertriebene Ökostrom ist mitnichten klimaneutral. Es geht hier um sogenannten ‘Zertifikatsstrom’, der an der tatsächlichen Stromerzeugung leider gar nichts ändert. Es handelt sich dabei um ein reines Marketinginstrument. Es ist auf diesem Weg sogar möglich, ‘grünen’ Strom aus Norwegen in Deutschland zu verkaufen, der physikalisch gar nicht zu uns transportiert werden kann. Und umgekehrt deutschen Braunkohlestrom in Norwegen. Formal ist das völlig legal.
        Das Prinzip des Wasserburger Ökostroms lässt sich anhand der Paprika erläutern. Wenn es Kunden gibt, die bereit sind für grüne Paprika etwas mehr zu bezahlen als für gelbe oder rote und andere Kunden, denen die Farbe der Paprika egal ist, bietet sich Folgendes an:
        Man ändert an der bisherigen Paprikaproduktion nichts , sortiert sie aber nach Farben. Die Kunden, denen die Farbe der Paprika egal ist, bekommen dann mehr gelbe und rote als zuvor, der Preis ändert sich für sie nicht. Die Kunden, die unbedingt nur grüne Paprika haben wollen, bekommen diese und zahlen dafür etwas mehr. Der Paprika-Hersteller verdient auf diesem Weg mehr, ohne an der Herstellung etwas zu ändern.
        Beim Strom ist es noch einfacher, man muss grünen und anderen Strom noch nicht einmal sortieren und kann trotzdem etwas mehr Geld für ‘grünen’ Strom verlangen. Und genau aus diesem Grund ist der ‘grüne’ Strom der Stadtwerke Wasserburg auch nur unwesentlich teurer als der sonstige (gelb, rot).

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