Was tun Sie da und wenn ja, warum?

Nächtliche Tonaufnahmen vom Stadtbach wurden gestern einem 30-Jährigen zum Verhängnis

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Die Polizei kontrollierte gestern Nacht gegen 22.15 Uhr – zur Zeit der geltenden Ausgangssperre – einen jungen Mann im Bereich des Ludwigsplatzes in Rosenheim. Der Mann lehnte dabei über einer Brüstung am dortigen Stadtbach. Von den Polizisten darauf angesprochen, gab der 30-Jährige an, dass er deshalb so über der Brüstung kopfüber hänge, da er Tonaufnahmen vom plätschernden Stadtbach mache. Die Tonqualität sei nachts einfach besser als tagsüber und er benötige die Aufnahmen für sein kommerzielles Musikprojekt. Als Grund zum Verlassen der Wohnung ließ die Polizei das aber nicht gelten …

Ein Bußgeldverfahren wurde eingeleitet, ein Platzverweis ausgesprochen.

Der 30-Jährige sah’s gelassen und meinte, dies sei kein Problem, durch die Tonaufnahmen habe er das Bußgeld „locker wieder reingeholt” – heißt es im Polizeibericht am Sonntagmorgen.

 

 

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5 Kommentare zu “Was tun Sie da und wenn ja, warum?

  1. Aha, Aufnahmen für ein kommerzielles Musikprojekt ist keine Ausübung einer beruflichen Tätigkeit iSd. 11. BayIfSMV vom 15.12.20
    “§ 3 Landesweit ist von 21 Uhr bis 5 Uhr der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung untersagt, es sei denn dies ist begründet aufgrund
    (…)
    2.der Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten”

    Wie schrieb Schmitt in Verfassungsblog am 18.12.2020 so schön:
    “Die Unbestimmtheit der triftigen Gründe darf keinesfalls dazu führen, dass den Ordnungsbehörden die Entscheidung überlassen bleibt, inwieweit sanktionsbewehrte Grundrechtseingriffe erfolgen dürfen.”

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    1. So ein Unsinn! Wenn ein Mensch Audioaufnahmen macht, um damit Geld zu verdienen, dann ist das eine berufliche Tätigkeit.
      Und die Tagesgeräusche kann er ja nachträglich nicht entfernen, also macht die Nachtaufnahme Sinn.
      Und welches Infektionsrisiko hat denn der Mensch erzeugt?

      Herr, lass Hirn regnen und schütze die Polizisten vor solchen Amtshandlungen.

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      1. Da brauchts scho an gewaltigen Wolkenbruch,mit an bissal regnen is da ned getan.

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  2. Es hätte eine ganz einfache Möglichkeit gegeben, einfach die Tonaufnahme anmelden.
    Und sollte die ganze Sache wirklich gewerblich sein, kann er gegen das Bußgeld Beschwerde einlegen.

    Da er sich nicht aufgeregt hat, war es wohl eh moderat.
    Aber cool, wie man sich hier anstelle des entspannten jungen Mannes aufmandelt.

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    1. Bloss blöd,, dass das Gesetz keine “Anmeldung” noch eine Genehmigung vorsieht.

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