Was passiert mit Glas und Kunststoffen?   

Auf Antrag der SPD im Kreisausschuss: Landkreis Rosenheim informiert über Abfalltrennung

image_pdfimage_print

Was passiert mit Glas und Verpackungskunststoffen, die auf den Wertstoffhöfen und Wertstoffinseln im Landkreis Rosenheim gesammelt werden? Mit dieser Frage hat sich der Ausschuss für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz befasst. Grundlage war ein Antrag der SPD-Fraktion.


Wie SPD-Kreisrat Werner Gartner (Wasserburg) im Ausschuss sagte, werde er immer wieder von Bürgern angesprochen, die sich fragen, ob sich das Sortieren wirklich lohnt. „Die Befürchtung ist, dass am Ende doch die zuvor nach Farbe sortierten Flaschen bei der Abholung in einem Behälter landen. Oder das die verschiedenen Kunststofffraktionen wieder zusammengeworfen und im schlimmsten Fall in Dritte-Welt-Länder verschifft werden”, so Gartner.

Wie der Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft im Landratsamt Rosenheim, Georg Kirchhuber, sagte, habe die Behörde bereits im Herbst 2018 zu diesem Thema eine detaillierte Anfrage an das Duale System „Der Grüne Punkt“ gestellt. Laut „Grünem Punkt” bliebe getrennt, was der Bürger getrennt haben. Detaillierte Angaben zu den Verwertungswegen und Mengen könnten allerdings nicht öffentlich gemacht werden, da es sich hier um Betriebsgeheimnisse handle. Gegenüber den Aufsichtsbehörden würden die Verwertungswege und die Einhaltung der vorgeschriebenen Verwertungsquoten aber detailliert offengelegt und dort überprüft, so der „Grüne Punkt” in seiner Stellungnahme.

Beispielhaft könnten, so „Der Grüne Punkt“ weiter, für Getränkeverbunde die Firma Mondi Packaging in Raubling sowie zur Kunststoffverwertung die eigenen Anlagen in Hörstel im Münsterland und Eisfeld in Südthüringen genannt werden.  In diesen Anlagen werde ein Granulat hergestellt, welches eine Alternative zur Kunststoff-Neuproduktion sei. Ferner werde das im Landkreis Rosenheim gesammelte Glas bei der Firma Glasrecycling Neuburg ordnungsgemäß nach Farben aufbereitet.

Da der Landkreis kein Recht auf detaillierte Angaben habe, kann das Landratsamt nicht garantieren, dass gesammelte Wertstoffe nicht doch in Dritte-Welt-Ländern landen, sagte Kirchhuber. Er gehe aber nicht davon aus. Es mache wenig Sinn, dem Landkreis ein Entgelt für die Sammlung zu bezahlen und die sortenreinen Fraktionen, welche sehr gut weiterverarbeitet und verwertet werden können, nach Asien zu verschiffen, so Kirchhuber.

 

Eine transparente Offenlegung der Verwertungswege und Mengen für die Öffentlichkeit sei nur möglich, wenn dies gesetzlich geregelt werde. Das könne der Landkreis nicht bewirken, so Kirchhuber. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung darum, den Antrag der SPD-Fraktion an die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig weiterzuleiten, mit der Bitte sich der Sache anzunehmen.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

2 Kommentare zu “Was passiert mit Glas und Kunststoffen?   

  1. Aha! Und? Wissen wir nun mehr? Ich würde sagen: Nein.

    14

    0
    Antworten
  2. Das Umweltinformationsgesetz (UIG) gewährleistet, dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, alle umweltrelevanten Informationen bei jeder Behörde einzusehen. Also auch SPD-Kreisräte. Betriebsgeheimnisse sind diese Informationen nicht, solange es nur um Mengen, die Art der Entsorgung/Verwertung bzw. die Region geht. Alle Landesämter für Umwelt z.B. veröffentlichen daher regelmäßig Daten zur Verwertung von Verpackungsabfällen, sie sind rechtlich dafür zuständig.
    Warum die SPD ausgerechnet im Rosenheimer Kreistag einen Antrag stellt, um diese Informationen zu erhalten, bleibt ihr Geheimnis. Wenn schon, wäre der bayerische Landtag der geeignete Ort dafür.
    Die tatsächliche (stoffliche) Recyclingquote von Konststoffverpackungen beträgt nach Berechnungen des Wuppertal Institut derzeit 5,6 Prozent (Stand 2019). Ein großer Teil der gesammelten Verpackungsabfälle wird als sogenannter ‘Ersatzbrennstoff’ zur Energieerzeugung verbrannt. U.a. in großen Mengen in einem Zementwerk im Landkreis Rosenheim. Auch das gilt als Verwertung.

    5

    2
    Antworten