Was passiert mit diesem Grundstück?

Raus aus der Pfaffinger Planungs-Schublade: Seniorenbeirat bittet um Wohnanlage

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Es ist 3200 Quadratmeter groß und zentral in der Ortsmitte gelegen: Was passiert mit diesem Gemeinde-Grundstück an der Bürgermeister-Bodmeier-Straße mitten in Pfaffing (unser Foto)? Dort eine Anlage für Senioren zu errichten – das ist der große Wunsch, die dringende Bitte des Pfaffinger Senioren-und Behindertenbeirates um Josef Rester und Willi Hesse, die bei der jüngsten Gemeinderatssitzung eines erreicht haben: Die Räte werden das Thema noch einmal erneut diskutieren, obwohl es in die Schublade gelegt worden war …


Die Thematik schwirrt seit nunmehr fast 30 Jahren (!) durch die Gemeinde Pfaffing – und sei nun zeitgemäßer denn je. Das jedenfalls sagten Josef Rester und Willi Hesse als engagierte Sprecher des Beirates und traten vors Gremium im Rathaus mit ihrem Anliegen.

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Der einstige Pfaffinger Verein zur Förderung von Unabhängigkeit und Selbstständigkeit beim Älterwerden e.V., der 1989 gegründet worden war und dann vor zwölf Jahren in die Pfaffinger Bürgerhilfe überging, hatte bereits dieses Ziel:
Den Bau und Erwerb und den Betrieb einer Altenwohnanlage. Lang ist’s her!

Vom demografischen Wandel in der Gesellschaft – und damit der Zunahme älterer Menschen in Relation zur Gesamtbevölkerung – sei auch Pfaffing nicht ausgenom­men, betonten die beiden Sprecher und belegten dies mit Zahlenmaterial. Und das nicht nur, weil die geburtenstarken Jahrgänge (Babyboomer) demnächst in den Ruhestand gehen …

Seit Jahren befasse man sich intensiv mit Fragen der Zukunftsgestaltung von Senioren. „Wohnen und Leben im Alter“ – dem Seniorenbeirat Pfaffing liegt dieses Thema am Herzen und das machte dieser ganz klar deutlich in der Sitzung. 

Schön könne man sich dort an der Bürgermeister-Bodmeier-Straße eine Wohnanlage vorstellen – vielleicht sogar absolut passend mit der dortigen Unterbringung der Bürgerhilfe Pfaffing, die jetzt in den Kellerräumen an der Hauptstraße ja gar nicht behindertengerecht erreicht werden könne.

Ein Konzept schwebe dem Beirat vor, ganz nach dem beispielhaften Muster der Gemeinde Schechen. Deren Wohnanlage feiere am kommenden Wochenende einen Tag der offenen Tür. Dort seien am Samstag, 13. Oktober, ab 13.30 Uhr Hausführungen mit offenen Musterzimmern und Wohngruppen.

Die Forderungen des Pfaffinger Beirates:

–       es müsse dringend Wohnraum geschaffen werden

–       der Wohnraum müsse barrierefrei sein

–       der Wohnraum in der Ortsmitte dafür, also an der Bürgermeister-Bodmeier-Straße, sei absolut ideal durch die zentrale Lage

–      auch die Möglichkeit, eine Form des „Betreuten Wohnens“ zu verwirklichen, solle nochmals geprüft werden

–       ein „Einheimischen-Modell für Senioren- und Behinderte“ solle entstehen

Dabei sollten der Beirat und (vor Entscheidungen) die Bürger beteiligt werden.

Eine ausführliche Diskussion entstand an dem Abend im Rathaus nicht. Pfaffings Bürgermeister Lorenz Ostermaier betonte aber, das Thema erneut diskutieren zu lassen in einer der nächsten Sitzungen. Die Räte Elisabeth Gralka und Monika Kaspar gaben zu bedenken, dass wohl die Mehrheit der älteren Bürger in den eigenen vier Wänden bleiben wolle – auch im Alter – vielleicht solle man deshalb private Umbauten fördern.

Der Einwand von Gemeinderat Tobias Forstner, es müsse in einer Gemeinde bei der Wohnraum-Schaffung vor allem auch an bedürftige Alleinerziehende gedacht werden, wurde von den Sprechern des Seniorenbeirates gerne aufgenommen. Willi Hesse betonte, dass es ja der Gemeinde am Ende überlassen sein solle, wer die Wohnungen beziehe.

Die Entstehung einer Art Mehrgenerationenhaus: Warum denn nicht? Auch das sei doch gut – in Zeiten so großer Wohnraum-Knappheit wie diesen.

Foto: Renate Drax

Das Beispiel Seniorenwohnen der Gemeinde Schechen:

Die Mieter der 16 Wohnungen werden überwiegend selbstständig einen eigenen Haushalt führen können. Eine ehrenamtliche Betreuung durch die Nachbarschaftshilfe Schechen und durch die gemeindliche Seniorenbeauftragte ist ebenso angedacht wie die Vermittlung von Dienstleistungen (Alten- und Krankenpflege, Essen auf Rädern, mobiler Friseur, Physiotherapie im Haus).

Für die Wohnungsvergabe gab und gibt es gewisse Einkommens- und Vermögensgrenzen.

Das Besondere: Die Miete wird nach Einkommen gestaffelt!

Die Vergabe der einzelnen Wohnungen an die Bewerber erfolgt nach einer Punkteregelung. Danach werden zum Beispiel für die Gemeindezugehörigkeit (Hauptwohnsitz) pro Jahr zwei Punkte, maximal 20 Punkte vergeben. Menschen mit Behinderung erhalten Punkte nach der Höhe des Grades der Behinderung. Ebenfalls gewichtet wird das Jahreseinkommen. In den einzelnen Einkommensstufen I-III erhalten die Personen mit einem geringeren Einkommen eine höhere Punktezahl. Nach der sich dann ergebenden Reihenfolge erfolgt schließlich die Vergabe der einzelnen Wohnungen. (Quelle Gemeinde Schechen)

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