„Was ist nun mit dem Tempolimit?”

Grüne fordern konkrete Aussagen zum angekündigten Vorgehen für die A94

image_pdfimage_print

Aufgrund der massiven Lärmbelästigungen an der A94 hatte Ministerpräsident Markus Söder bei einem Vor-Ort-Termin ein Tempolimit ab dem 1. Februar angekündigt, sagen die Grünen aus den benachbarten Landkreisen Mühldorf und Erding. Johannes Becher, Betreuungsabgeordneter für den Landkreis Erding und Andras Krahl, Betreuungsabgeordneter für dem Landkreis Mühldorf, fordern in einer Anfrage zum Plenum heute konkrete Aussagen dazu …

„Auf welchen Streckenabschnitten soll denn genau welche Geschwindigkeitsbegrenzung gelten?“ fragt Johannes Becher. „Die Bevölkerung braucht dringend ein Tempolimit, aber irgendwo irgendeins nutzt nichts – es muss schon wirkungsvoll sein.“

Bereits im November hatten die beiden Abgeordneten die Forderungen aus der Region nach einem Tempolimit aufgegriffen und beim Verkehrsministerium nachgefragt. Die Antwort sei am selben Tag, an dem Ministerpräsident Söder das Tempolimit ankündigte, aber mit komplett gegensätzlichem Inhalt, sagen die Grünen.

Auf die Frage nach konkreten Maßnahmen zur Lärmreduzierung habe es geheißen, dass „keine Maßnahmen geplant seien“. Für ein Tempolimit sei „kein rechtlicher Handlungsbedarf gegeben“, das habe Verkehrsminister Reichhart am 8. Januar geschrieben.

„Sind denn die rechtlichen Hindernisse jetzt plötzlich nicht mehr vorhanden und wie werden sie gelöst?“ wundert sich nun Andres Krahl.
Die Antwort werde für Donnerstag erwartet.

 

Schreibe einen Kommentar zu Wo bleibt die Vernunft!? Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

17 Kommentare zu “„Was ist nun mit dem Tempolimit?”

  1. Wo bleibt die Vernunft!?

    Allgemeines Tempolimit von max. 120 km/h für ganz Deutschland! Funktioniert überall im Rest von Europa und alle Anwohner von Autobahnen – auch bei uns in der Region – würden davon profitieren. Schluss mit Einzellösungen!

    Antworten
    1. Ein Tempolimit ist schon gut, aber gegen den LKW-Lärm wirds kaum helfen…

      Antworten
    2. .. die Aussage ist schlichtweg falsch, da es in Europa unterschiedliche Tempolimits sowie uneingeschränkte ( Tempo-) Freigaben gibt..

      Antworten
  2. Genau.
    Ois limitieren und verbieten!!
    Ganz schee kreativ und clever.
    Wär wohl sinnvoller Ihr würdest Löcher in russischen Ölpipelines stopfen und vernünftige Austragungsorte für Sportveranstaltungen suchen ….

    Antworten
    1. Verbieten muss man es ja nur, weil Leute wie du keine Rücksicht auf die anderen nehmen. Würdest du mit angemessener Geschwindigkeit fahren, weil deine Augen dir sagen, da wohnen Leute, dann müsste man auch nichts verbieten. Von der Gefährdung anderer Mensche noch gar nicht gesprochen…

      Antworten
  3. greti steinmueller

    Ich werde es nie verstehen, dass Menschen es als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden, wenn sie sich an ein Tempolimit halten. Es gibt Studien, dass sich die Zahl der Unfälle halbiert (…) und sogar das Umweltbundesamt beschreibt weniger Lärmbelästigung und weniger CO2-Austoß (…). Wer die Unfallzahlen auf der A94 verfolgt, kann gut erkennen, wieviel Verletzte und Tote es hier regelmäßig gibt. Für die Anwohner wäre es eine schnelle und einfache Entlastung. Solange wir einen Verkehrsminister haben, der die negativen Fakten leugnet, sich von der Autolobby kaufen lässt und junge Menschen Petitionen gegen ein Tempolimit einreichen, weil schnell fahren so viel mit Freiheit zu tun hat, sehe ich echt schwarz. Ich würde mir wünschen, dass Menschen noch einen weiteren Horizont aufbringen, wie sie sich frei fühlen, anstatt zu rasen und Andere, die mit angemessener Geschwindigkeit fahren, zu gefährden und zu stressen.

    Antworten
    1. @ greti steinmueller.. ja, Autofahren ist mit Blick auf die Umwelt nicht die vernünftigste Art zu Reisen. Doch steht ein generelles Tempolimit in einem sinnvollen Verhältnis zur geschätzten CO2-Einsparung? Der Straßenverkehr verschuldet rund zwölf Prozent der CO2-Emissionen. Ein Limit von 120 km/h senkt diesen Wert um 0,3 Prozentpunkte, bei 130 km/h wäre die Differenz noch geringer.
      Spürbar leiser wird es durch ein Tempolimit übrigens auch nicht. Dem VDA zufolge spielen die Geräusche von Pkw ab einem Schwerlastverkehrsanteil (Lkw) von 10 Prozent quasi keine Rolle mehr. Das trifft auf 95 Prozent der Autobahnkilometer zu.
      …zunächst ein paar Fakten zur deutschen Autobahn. Die erstreckt sich über rund 13.000 Kilometer. Obwohl das nur sechs Prozent des Gesamtstraßennetzes in der Bundesrepublik sind, werden hier 32 Prozent aller Auto-Kilometer abgespult. Zwei Drittel der deutschen Autobahnkilometer sind laut der Bundesanstalt für Straßenwesen aktuell ohne Tempolimit befahrbar.
      Immer wieder sieht man in den Nachrichten Bilder von Massenkarambolagen und Unfällen mit Todesfolge, die auf eine erhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Dass jeder Verkehrstote einer zu viel ist, steht nicht zur Debatte. Aber lässt sich ein Tempolimit mit dem Sicherheitsrisiko rechtfertigen? Einer Erhebung des Europäischen Verkehrssicherheitsrates zufolge kommen in Deutschland 1,9 Tote auf eine Milliarde gefahrene Autobahnkilometer. Damit liegen wir ziemlich genau im Mittelfeld zwischen Spitzenreiter Dänemark (0,8 Tote) und Schlusslicht Litauen (5,3 Tote). Daraus lässt sich ableiten, dass ein Tempolimit nicht der entscheidende Faktor ist, denn die Spreizung zwischen den anderen Ländern – alle mit Tempolimit – ist sehr breit. Zudem ereignen sich auf Autobahnabschnitten mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung im innerdeutschen Vergleich nicht weniger Unfälle als auf den Strecken ohne Limit. Den größten Ausschlag geben nach wie vor die Landstraßen, auf denen knapp 60 Prozent aller Unfälle mit Todesfolge registriert werden.
      Hinzu kommt, dass gerade in Deutschland die Technologie für Assistenzsysteme rasant voranschreitet. OnBoard-Systeme wie sensorgestützte Notbremsassistenten sind effektivere Mittel zur Unfallvermeidung als ein generelles Tempolimit. Auch der kontinuierliche Rückgang von Unfallopfern bei gleichzeitigem Anstieg zugelassener Fahrzeuge stützt diese Annahme.
      Studien zeigen außerdem, dass ein konstantes Fahren am Tempolimit bei den Piloten einerseits Aggressionen schürt und andererseits das Großhirn, der Monotonie geschuldet, zum Abschalten neigt. Das wiederum führt zu einem erhöhten Unfallrisiko.

      Antworten
  4. Selbstverständlich ist es eine Einschränkung der Freiheit. Wie wäre es wenn man ihnen vorschreibt das Sie nur noch mit dem Fahrrad fahren dürfen. Noch weniger Lärm und CO2.
    Ihrer Argumentation nach wäre das auch keine Einschränkungen der Freiheit.
    Es ist auch nicht jeder der schneller als 120 km/h fährt ein hirnloser Raser. Raser sind Menschen die andere mit rücksichtsloser verhalten und unangepasster Geschwindigkeit gefährden. (…)

    Antworten
  5. Ich finde die Diskussion etwas müßig!

    Was ist denn , wenn die A94 limitiert wird?
    Die B12 wird wieder voller und hier haben die Anwohner aus meiner Sicht die gleichen Rechte wie die an der A 94 ( oder sieht dies jemand anders). Hier ist aber weit und breit kein einziger Lärmschutz verbaut. Die Anwohner der B12 leiden hier seit Jahrzehnten, aber die Politik interessiert das wohl nicht.

    Bei der Petition gehts ja auch nicht ums Schnellfahren, sondern um Ungerechtigkeiten der Politik bzw. gleiches Recht für alle.

    Wenn , wie geplant , die B12 auch noch auf einen Staatsstraßen-Status herabgestuft wird, dann werden die „Mautpreller“ selbstredend wieder die alte Trasse fahren und die A94 wird entlastet.
    Schlau eingefädelte Strassenplanung. !
    Dann kann die A94 ja wieder zurückgebaut werden🤜 und die nächsten 40 Jahre die B12 genutzt! Das diese aber die unfallträchtigste Deutschlandweit war und vielleicht noch ist interessiert hier wohl niemanden. Dies ist für die Anwohner und Ehrenamtlichen Helfer kein Spaß!!!
    Fakt ist, dassdie Grenzwerte auf der A94 nicht überschritten werden und somit die Limitierung ungerechtfertigt ist.

    Ich bin für Lärmschutz! Aber für alle!!! Und nicht nur für einzelne „Lautsprecher“!

    Es muss also eine einheitliche Lösung. Also Grenzwerte runter; Tempolimit für alle; Transit auf die Bahn…..

    Die wird es aber mit der aktuellen Politik sicher nicht geben! Da hilft es auch nichts, wenn hier einzelne Kommentare entgleisen!

    Ich wünsche Euch einen schönen Wintertag 🙋‍♂️

    Antworten
    1. Also wenn man auf der Autobahn “nur” noch 120 km/h fahren darf, dann weichen die Autofahrer auf die Bundesstraße aus, wo sie 100 km/h fahren dürfen? Scheint schon was dran zu sein an der oben zitierten Studie, wonach das Großhirn der Autofahrer zum Abschalten neigt (als ob man es nicht längst geahnt hätte).

      Antworten
  6. Vielleicht sind sie einfach durch die vorherige Stille verwöhnt!
    Die jetzt über Lärm jammern, die haben keine Ahnung wie es ist, wenn sich durch kleine, enge Dörfer Riesen-LKW schlängeln, die kaum wissen, wie sie da zwischen den Häusern aneinander vorbeifahren sollen!

    Wissen Sie, wie toll das für die Dorfbewohner ist, wenn direkt am Küchenfenster solche Brummis vorbeifahren?

    Da wird gejammert, wenn jetzt dieser Verkehr mit großem Abstand vorbeirauscht!
    Sicher hört man was, aber glaubt mir, das ist angenehmer, als wenn die mit 30 bis 50 Stundenkilometer direkt an deinem Garten oder Fenster vorbeifahren!

    Außerdem gibt es viele Dörfer, die Straßenlärm von Umgehungsstraßen haben. Das ist in unserer Zeit so. Sie fahren doch auch auf Straßen durch Dörfer und verursachen Lärm! Jetzt sind wenigstens paar Dörfer entlastet und es klirren nicht mehr ständig die Gläser im Schrank! So was ist unzumutbar!

    Antworten
  7. JA zum Tempolimit! Und zur Zunahme des LKW-Verkehrs tragen viele Verbraucher mit ihrem Konsumverhalten übrigens direkt selbst bei.

    Antworten
    1. ach ja, die Leute (keine Politik und keine Industrie) sind alle an allem selber Schuld.

      Antworten
    2. Mei Schnecke. Will dich gar nicht jammern hören, wenn dein Nachbar seine eigenen Hühner, Schweine und Schafe im Garten hat, weil er den LKW-Verkehr vermeiden will.

      Antworten
      1. Das sind leider wieder die typischen Reaktionen in unserer Wohlstandsgesellschaft: Wenn man kritisch auf Tatsachen hinweist, kommen sofort Gegenfragen oder Ausflüchte anstatt sich mit den Hinweisen ernsthaft auseinanderzusetzen und das eigene Verhalten einmal zu hinterfragen.

        Antworten
  8. Ja da führen wir Tempolimit ein ,dann machen wir ein Lärmgutachten. Dann stellen wir fest, es ist gar nicht soo laut, da brachen wir nicht nachbessern und können das Tempolimit aufheben. So wird man veralbert.

    Antworten