Warum gibt’s bei uns kein Testzentrum …

... zum Beispiel am Gries in Wasserburg? „Wäre wünschenswert, ist aber Sache der Hausärzte"

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Wenn man die Experten richtig versteht, dann geht es in der Corona-Krise vor allem um eines: Testen, testen und noch mal testen! Da stellt sich die Frage, warum es eigentlich im Altlandkreis Wasserburg kein Corona-Testzentrum gibt – zum Beispiel am jetzt ohnehin leeren Gries-Parkplatz in Wasserburg? So wie es eines auf der Loretowiese in Rosenheim und nun seit vorgestern auch in Bad Aibling in einer ehemaligen Praxis gibt. Aber diese Frage brauchte man heute in der Pressekonferenz gar nicht stellen, denn diese Testzentren seien eine Sache der Hausärzte vor Ort, wie der Pressesprecher des Landratsamtes, Michael Fischer, gegenüber der Wasserburger Stimme heute erklärte.

Natürlich sei jedes Testzentrum wünschenswert, noch dazu in einem Corona-Hotspot-Landkreis. Denn Fakt ist: Je mehr getestet werde, umso mehr bekomme man die Lage in den Griff. Man unterbreche mehr und mehr die Infektionskette und die Welle flache ab.

Zudem würden natürlich durch ein Testzentrum die Hausärzte vor Ort in den Gemeinden extrem entlastet. Sie müssten ‘nur’ die Überweisung rausschreiben und der Patient begebe sich ins Testzentrum. Jetzt müsse der Wasserburger halt nach Rosenheim oder Bad Aibling fahren …

Unser Foto oben: Wie in der Pressekonferenz des Landratsamtes heute (wir berichteten bereits mehrfach davon) der Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz von Stadt und Landkreis, Hans Meyrl, sagte, seien bislang im Zentrum Loretowiese in Rosenheim etwa 400 Personen getestet worden!

Eine Frage lautete hier, wie es denn sein könnte, dass jemand, der getestet wurde und dann in Quarantäne bleiben müsse, bis das Ergebnis nach knapp einer Woche vorliege – alle anderen Mitglieder im gleichen Haushalt aber nicht in Quarantäne bleiben müssten? Daraufhin erklärte Dr. Wolfgang Hierl vom Gesundheitsamt, dass es schon schwierig sei, generelle Verfügungen auszusprechen. Man dürfe da schon auch mal an die Vernunft appellieren. Mit anderen Worten: Eine Familie kann schon auch mal selbst reagieren und eine Vorsichtsmaßnahme ergreifen. Heißt: Wenn der Sohn in Corona-Verdacht stehe, dann könne es mehr als naheliegend sein, dass alle anderen auch ‘in Verdacht’ stehen – heißt – infiziert sein können. Heißt wiederum zwei Worte: Zuhause bleiben.

Das Beispiel Testzentrum auf der Loretowiese in Rosenheim

Der Ärztliche Kreisverband Rosenheim hat vor einer Woche mit Unterstützung der Stadt Rosenheim ein Corona-Testzentrum auf der Loretowiese in Rosenheim in Betrieb genommen. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die von ihrem Hausarzt per Überweisungsschein direkt dorthin verwiesen werden. Geplant und möglich seien aktuell etwa 80 Patienten-Abstriche pro Tag.

Dabei ist auf folgendes Vorgehen zwingend zu achten:

Bei Beschwerden nimmt der Patient telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf und schildert seine Symptome.
Anhand eines Fragenkatalogs stellt der Hausarzt fest, ob eine Testung des Patienten sinnvoll ist.
Falls ja, erhält der Patient auf sicherem Weg ein Teströhrchen und einen Überweisungsschein, mit dem er sich im Testzentrum auf der Loretowiese vorstellt.
Dort wird ein Abstrich entnommen und ins Labor geschickt.
Die Testergebnisse schickt das Labor an den Hausarzt, der den Patienten informiert.
Zwischen der Testung und der Ergebnismitteilung hat der Patient in häuslicher Quarantäne zu verbleiben.
Es ist unbedingt zu beachten, dass ohne Rücksprache mit dem Hausarzt und ohne Ausstellung eines Überweisungsscheins kein Abstrich erfolgt.

Die Bevölkerung wird gebeten, das Testzentrum nicht zu behindern und nur anzufahren, wenn ein Patient vom Hausarzt einen Überweisungsschein für das Testzentrum und ein Teströhrchen für den Abstrich erhalten hat. Im Testzentrum erfolgt ausschließlich ein Abstrich, keine weitergehende ärztliche Untersuchung oder Versorgung.

Mit der Einrichtung des Testzentrums aus der Loretowiese sollen der stark belastete Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) und die Hausärzte entlastet sowie knappes Infektionsschutzmaterial eingespart werden.

Auch in Bad Aibling wird jetzt eine Anlaufstelle für Corona-Patienten eingerichtet. Dafür werde eine ehemalige Praxis am Bichl reaktiviert. Seit Montag werden hier immer zwischen 10 und 12 Uhr Tests vorgenommen – siehe Hinweise weiter oben!  Träger der Einrichtung sei die Stadt.

Screenshot: Renate Drax

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7 Kommentare zu “Warum gibt’s bei uns kein Testzentrum …

  1. Wäre in WS wirklich absolut sinnvoll!

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    1. …. alles viel zu langwierig…. es sollte bei jedem Hausarzt die Möglichkeit bestehen sich testen zu lassen – ohne lang mit Überweisung usw. rumtun zu müssen. Es sollte mit einem Schnelltest “schnell” erledigt sein. Das dauert alles viel zu lange so. Ich kenn auch paar Leute die in der Familie positiv getestete Personen hatten und trotzdem weiterhin in die Arbeit gingen. Da kann man sich den Test sparen. Von daher kommt die immer noch hohe Ansteckungsrate – das ist meine Meinung zu diesem Wahnsinn!!!

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  2. Es gibt leider keine funktionierenden Schnelltests.
    Es wäre durchaus sinnvoll, in Wasserburg einen Platz zum Proben-Entnehmen zu haben.

    Grüße

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  3. Hallo Benjamin, das ist schon richtig, dass es beim Hausarzt besser, ggf. schneller wäre, zu testen. Für den Arzt heißt das aber, dass er mit jedem Coronaverdacht seine Praxisräume komplett desinfizieren muss, oder wenn draussen Patienten abgestrichen werden, er sich immer wieder in Ansteckungsgefahr begibt (somit auch selbst wieder Überträger wäre), er genügend Schutzkleidung benötigt, eben wegen der Ansteckungsgefahr …

    Für die Patienten, die nun mal ambulant betreut werden müssen, ist das echt auch eine Gefahr.
    Und zu diesen Bekannten, welche getestet wurden und der Rest der Familie arbeitet: Es steht doch ganz klar oben im Text, dass die sich in Quarantäne begeben sollten.

    Diese Zeit ist echt schwierig und ich hoffe sehr, dass sich bald alles zum Guten wendet. Alles alles Gute für alle Leser!!

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  4. Da wird doch von den eigentlichen Fakten abgelenkt.
    Die Test Kits sind knapp und werden wohl wegen der weltweiten Nachfrage noch weniger verfügbar sein. Deshalb geht testen, testen, testen, gar nicht.
    Deshalb wird von der Gesundheitsbehörde dieser “bürokratische” Aufwand vorgegeben: Hausarzt, Fragenkatalog, Überweisungsschein. Die Behörden setzen diesen Filter vor, weil die Möglichkeit gar nicht vorhanden ist, massenhaft zu testen.
    Es gibt noch keine Schnelltests, keine Antikörper Tests.
    Deshalb weiss ich nicht was ein “Test Center” am Gries bringen sollte.
    Im Burgerfeld gibt es einen Arzt, der die Abstriche vornimmt. In Relation zur Rosenheimer Bevölkerung, wären das dann 10 -15 täglich.
    Wenn das RK oder THW vielleicht noch ein Zelt vor die Praxis stellt, dann sollte das schon passen.

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  5. Ich finde auch dass in WSB getestet werden sollte, was ist, wenn jemand kein Auto hat, zu den Risiko-Personen gehört und der Hausarzt sagt, man sollte die Praxis nicht besuchen?

    Der Patient jedoch 2 bis 3 mal in der Woche eine Physio-Praxis aufsuchen muss? Er oder sie muss mit dem Bus fahren und ist dem Virus zu jeder Zeit ausgesetzt . Selbst mit Maske und Handschuhen hat der ältere Mensch Angst !!!! Also ich denke, da müsste sich was tun in Wasserburg .

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  6. Die Leute sollten endlich vernünftig sein und verstärkt zuhause bleiben. Dann könnten wir uns Diskussionen rund um Testzentren, die nur weitere (medizinische) Kapazitäten unnötig belasten, sparen!

    Anm. d. Red.

    Testzentren sind zum ENTLASTEN der Hausärzte, nicht zum Belasten medizinischer Kapazitäten. Belastet werden Labore, aber da kommt man leider aktuell nicht drum herum, wenn man die Infektionskette unterbrechen will, damit die Kurve der infizierten Fälle dringend abgeflacht wird.

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