Warum die Schüler heute frei haben

Der Buß- und Bettag war ein gesetzlicher Feiertag, bis die Pflegeversicherung kam

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6Die Besinnung der Gläubigen steht heute im Mittelpunkt – und die Kinder in ganz Bayern haben schulfrei. Heute ist der Buß- und Bettag. 21 Jahre ist es nun her, dass 1995 dieser letzte Mittwoch im evangelischen Kirchenjahr als arbeitsfreier Tag bei uns abgeschafft wurde. Grund dafür war die damals neu eingeführte Pflegeversicherung! Gegen den Widerstand der Kirche wurde – zum finanziellen Ausgleich für die Arbeitgeber – dieser gesetzliche Feiertag bundesweit bis auf Sachsen ‚geopfert‘ …

Für den Erhalt des Buß- und Bettags hatte sich die damalige sächsische Landesregierung eingesetzt. Zum Nulltarif gibt es den arbeitsfreien Tag jedoch nicht. Als Ausgleich zahlen die sächsischen Arbeitnehmer 0,5 Prozent ihres Brutto-Gehaltes mehr in die Pflegeversicherung ein.

Durch die Feiertagsgesetze können sich die Arbeitnehmer in den meisten anderen Bundesländern unter Hinweis auf religiöse Pflichten an diesem Tag frei nehmen. Dafür muss man keinen Urlaubstag nehmen, allerdings aber auf Lohn verzichten.

Neben Sachsen gibt es in Bayern und Berlin Ausnahmeregelungen. An bayerischen Schulen haben alle Schüler am Buß- und Bettag schulfrei (egal ob sie katholisch oder evangelisch sind). In Berlin können evangelische Schüler selbst entscheiden, ob sie an diesem Feiertag die Schule besuchen oder nicht.

Das führt jedes Jahr in Bayern zur gleichen Diskussion: Warum haben am Buß- und Bettag die Schüler frei – und die berufstätigen Eltern müssen sehen, wie und wo sie ihre Kinder unterbringen …

 

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