Vorzeigehaus offiziell eröffnet

In knapp zwei Wochen ziehen die ersten Mieter in die städtische Wohnanlage in der Ponschabaustraße ein

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Mit erschwinglichen Preisen der Wohnungsnot in Wasserburg begegnen – das hat sich die Stadt bei der Planung des Projektes im Burgerfeld ganz oben auf die Fahnen geschrieben. Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist der innovative Holz-Hybridbau jetzt bezugsfertig.

23 barrierefreie Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen auf einer Fläche von insgesamt 1.500 Quadratmetern warten jetzt auf ihre Mieter. Und die wurden nach sozialen Kriterien gemäß den Vorgaben der Stadt ausgewählt. „Dabei wurde Wert auf einen ausgewogenen Mietermix gelegt“, wie Robert Mayerhofer vom Liegenschaftsamt der Stadt erklärt. So wurden auch sechs Wohnungen gemäß der Vorgaben des Kommunalen Wohnraumförderungsprogramms an anerkannte Asylbewerber vermietet.

Errichtet wurde die Anlage auf dem Grundstück von Maria Stadler, das per Erbschaft in den Besitz der Stadt übergegangen war. Mit einer Kaltmiete von durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter (warm rund 11,50 Euro) wurde auch das Ziel „bezahlbarer Wohnraum“ erreicht. Kein Wunder, dass sich 180 Interessenten für die 23 Wohnungen bewarben.

Mit rund 5,5 Millionen Euro schlagen die Gesamtkosten zu Buche. Davon gewährte der Freistaat einen Zuschuss von 1,6 Millionen Euro. Die Stadt selbst steuerte mit Mitteln der F.-X.-Stadler-Stiftung und Eigenkapital 1,5 Millionen Euro bei.

Der Kern des Gebäudes (Atrium und Treppenhaus) und die Tiefgarage mit 29 Stellplätzen (plus fünf Behindertenparkplätze) ist aus Beton. An den Kern wurden die Wohnungen angefügt und zwar in Holzbauweise, sodass die Anlage schon von Weitem auffällt.

Unkonventionelle Wege wurden auch mit dem Konzept der Begegnung beschritten: Im großzügigen Atrium sowie auf den Gängen sollen sich die Mieter treffen und miteinander reden können. Alle Wohnungen haben entweder eine Terrasse mit Hausgartenanteil oder einen großzügigen Balkon bzw, eine Loggia. Schallschutztüren an jedem Wohnungseingang sorgen übrigens dafür, dass es auch in der Wohnung ruhig bliebt, auch wenn sich Mieter im Treppenhaus unterhalten – der Schreiber dieser Zeilen konnte sich davon überzeugen.

Die Gärten im Erdgeschoss sollen nicht mit Zäunen abgetrennt werden – auch dies ein Zeichen der gewünschten Kommunikation der Bewohner untereinander

Auch energetisch beschreitet das Projekt innovative Wege: Die Wärmeversorgung wird mit einer Luft-Wärme-Pumpe bewerkstelligt, die mit grünem Strom betrieben wird. So verbraucht das Gebäude nur 55 Prozent der Energie, die für einen Neubau in dieser Größenordnung zulässig wäre.

Vier Ein-Zimmer-Wohnungen (38 Quadratmeter), sieben Zwei-Zimmer-Wohnungen (55 Quadratmeter), neun Drei-Zimmer-Wohnungen (75 Quadratmeter) und drei Vier-Zimmer-Wohnungen (90 Quadratmeter) gibt es. Für jeden Mieter gibt es zudem einen Abstellraum im Keller und ein großzügigen Raum, um Fahrräder abstellen zu können.

Für die „Sahnestücke“, die großen Wohnungen im obersten, zweiten Stockwerk mit teils fantastischem Blick auf die Altstadt gab es mit 30 Personen übrigens die meisten Bewerber…

CF

Beim Rundgang: Stadträte mit Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann und Liegenschaftsverwalter Robert Mayerhofer (Mitte).

 

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Ein Kommentar zu “Vorzeigehaus offiziell eröffnet

  1. Toll, die haben aber leider ein Dach mitsamt Vordach komplett vergessen!?!
    Bei der Lehrstunde des konstruktiven Holzschutz waren die lieben Architekten wohl krank gewesen!

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