„Vorgehen ist eine Unverschämtheit“

Wohnkomplex in Attel: Antrag eines Bauträgers sorgt für herbe Kritik im Bauausschuss

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„Antrag auf Vorbescheid zum Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 30 Wohneinheiten und einer Tiefgarage“ – so lautete der Tagesordnungspunkt bei der gestrigen Sitzung des Wasserburger Bauausschusses. Hinter dem Vorhaben steht ein privater Bauträger, der in der Attler Wohnsiedlung einen riesigen, 67 Meter langen Wohnkomplex erstellen will. Der erste Planentwurf sorgte bei den Stadträten für Kopfschütteln und völliges Unverständnis.

„Ich bin von diesem Plan wie erschlagen. Mal ganz abgesehen von dem riesigen Baukörper, der an dieser Stelle überhaupt nicht passt, ärgert mich das Vorgehen des Bauträgers ungemein. Da wurden schon im Vorfeld wieder einmal eine ganze Menge alter, gesunder Bäume gefällt. Das wird langsam zur Gewohnheit, dass man einfach vollendete Tatsachen schafft. Ich finde, das ist eine Unverschämtheit“, kochte Peter Stenger (SPD).  „Da merkt man, dass es nur ums Geld geht.“

 

Stenger bekam von Wolfgang Schmid (CSU) Wind auf die Segel: „So, wie das jetzt geplant ist, ist das vielleicht ein schöner Bau für Neuperlach, aber niemals für Attel.“ Christian Stadler (Grüne) forderte „eine Veränderungssperre, dann können wir das mit einem Bebauungsplan genau regeln.“

 

Auch Bürgermeister Michael Kölbl und Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann waren wenig begeistert von der eingereichten Bauvoranfrage. Herrmann: „Natürlich ist ganz in der Nähe das Personalwohnheim der Stiftung Attl, das baulich einen Ausreißer darstellt. Das ist aber kein Freibrief für weitere solche Bauten.“ Sie könne sich einen Wohnkomplex mit zwei oder drei Baukörpern, der sich in das Wohngebiet einfügt, vorstellen. „So aber nicht“, betonte die Stadtbaumeisterin.

 

Bürgermeister Michael Kölbl schlug schließlich vor, sich jetzt erstmal genau mit dem Landratsamt abzustimmen. „Stadt und Landratsamt sollten sich gemeinsam einer Lösung nähern. Sicher ist auch eine Ortsbesichtigung ganz nützlich.“

 

Der Antrag des Bauträgers wurde in seiner aktuellen Form einstimmig abgelehnt.

 

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5 Gedanken zu „„Vorgehen ist eine Unverschämtheit“

  1. Wohnbebauung für Familien wäre toll

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  2. Xylometazolinhydrochlorid

    Ich finde auch, dass die Schaffung von Wohnraum dringend verhindert werden muss! Den haben wir hier in Wasserburg und Umgebung ohnehin im Überfluss😂

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    1. Wohnraum gerne, aber nicht nur 2-Zimmer Wohnungen …

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  3. A Ramerberger

    Wetten, das ist die gleiche Truppe, die den „Prachtbau“ in Sendling verbrochen hat?

    Wenigstens wehrt sich Wasserburg gegen diese Ungetüme.
    Braucht ja auch keiner glauben, das wären Wohnungen für Normalbürger aus unserer Gegend, diese werden wieder fröhlich mit den üblichen Mondpreisen an Exil-Münchner vertickt.

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  4. Florian Schmid

    Mid Verlaub „Gscheidhaferl“ – wo siehst du auf diesem Bauplan die so gefragte 3 Zimmer + Wohnung für Eltern mit zwei Kindern aufwärts?

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