„Vorbei is’ mit der Tanzerei”

Wasserburger Schäffler feierten gestern ihr Finale am Marienplatz

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Hunderte begeisterte Zuschauer versammelten sich gestern Abend rund ums Wasserburger Rathaus, um den Schäfflern gebührend „Lebewohl” zu sagen. Begleitet von der Stadtkapelle, den Stadtknechten und Schifflsleuten marschierten die Schäffler von Fackeln umrahmt über die rote Brücke zum Marienplatz, wo sie noch einmal ihre Tanzkünste zum Besten gaben.

Für eine gute Stunde wurde der Marienplatz gestern Abend in ein Lichtermeer getaucht. Zum Abschluss der Schäfflerjahres zeigten die Wasserburger Tänzer im Schein von dutzenden Fackeln noch einmal ihr ganzes Können. Hunderte von begeisterten Zuschauern drängten ums Rathaus auf die Straßen um dem „Grande Finale” beizuwohnen.

Der Fackelzug über die Brücke:

 

„Oberkaschperl” Helmut Samer zeigte sich nach dem traditionellen Tanz überwältigt von der Menge an Leuten, die trotz des leichten Regens gekommen waren, um den Ausklang gemeinsam mit den Schäfflern zu feiern. „Ihr solltet von hier oben sehen, wie viele Leute hier stehen, das ist echt ein Wahnsinn”, beschrieb er seine Sicht, als er auf dem Schäffler-Fassl stand und in die Menge blickte. „Man sieht, dass in dieser Stadt ein großer Zusammenhalt herrscht und das ist das, was wir uns als Ziel gesetzt haben – dass wir zu dieser Gemeinschaft was beitragen wollen.”

Einen großen Dank richtete der Schäffler-Chef an Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl und allen anderen Vertretern der Stadt. „Dass das alles machbar ist in einer so kleinen Stadt, ist nicht selbstverständlich.”

Kölbl forderte im Gegenzug zum Beifall für die Schäffler und auch für die zahlreichen anderen Gruppierungen auf, die am Gelingen der Tänze in den letzten Wochen maßgeblich beteiligt waren. Allen voran die Wasserburger Stadtkapelle und die Feuerwehr, aber auch die Stadtknechte und Schiffsleute, die den Ausklang mit ihren Fackeln passend umrahmten. „Schön, dass es in Wasserburg so viele Vereine und Organisationen gibt, die ehrenamtlich unser kulturelles Leben in Wasserburg so hoch leben lassen.”

Für einen kurzen Moment des Innehaltens sorgte das Trompetensolo vom „Bertl”, das vom Rathausbalkon aus über den Marienplatz schallte. Ergriffen und auch ein bisschen wehmütig wirkten die Gesichter der Schäffler.

Helmut Samer und Wolf Poertzler ließen es sich auch nicht nehmen, alle Tänzer, Marketenderinnen, Reifenschwinger und Wagerlbuam noch einmal persönlich vorzustellen. „Das haben sie sich verdient.”

Max Holbl, der einzige „echte” Schäffler in der Gruppe, gab abschließend ein Gedicht zum Besten mit den Zeilen: „Die Schuhe sind jetzt durchgetanzt, die Reifen ziemlich ausgefranst. Ich brech’ den Reifen nun entzwei, vorbei is’ mit der Tanzerei.”

Lautstark umjubelt von den Zuschauern tanzten die Schäffler dann zum letzten Mal ihren Auszug – mit lachendem und weinendem Auge. Immerhin liegen mit 130 Auftritten seit Anfang Januar unzählige gemeinsame Stunden hinter der eingeschworenen Gemeinschaft. Jetzt hat sich’s erstmal ausgetanzt, aber der Zusammenhalt wird bleiben – bis es in sieben Jahren wieder heißt: „Aber heit is koid!”

 

 

Fotos/Videos: MP/Gartner/Grundherr/Tschentscher

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2 Kommentare zu “„Vorbei is’ mit der Tanzerei”

  1. Danke für den schönen Abschluss! Man sieht sich in sieben Jahren!

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  2. Familie Sigl, Odelsham

    Den Wasserburger Schäfflern möchten wir zum Abschluss ihrer Saison noch einmal ein herzliches Dankeschön aussprechen.
    Ihre stets großartigen Auftritte, die sie immer mit so viel Freude und enormem Engagement absolvierten, waren jedes Mal von Neuem ein Genuss für uns Zuschauer!
    Gut Spund bis in sieben Jahren!

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