„Vor der Schule tief einatmen”

Das war kein schönes Geschenk, das die elfjährige Aurelia S. (Name von der Redaktion geändert) zum Einstieg in die 5. Klasse der Wasserburger Mittelschule bekommen hat: Zwei Wochen Maskenpflicht im Unterricht. Da hat es Aurelias Geschwisterkind in der Grundschule einfacher: Es durfte die Maske im Klassenzimmer zumindest abnehmen. Wir haben die Eltern von Aurelia um eine kleine Bilanz zur Maskenpflicht an der Mittelschule gebeten:

„Mein erster Gedanke war: Oh, das wird hart“, so der Vater von Aurelia. „Aber die Mittelschule hat wirklich ihr Bestes getan, um die widrigen Umstände rund um die  Maskenpflicht ein wenig abzufedern. In der ersten Woche gab es reduzierten Unterricht und keinen Individualsport.” Das sei den Kindern mit Maske nicht zuzumuten, habe die Rektorin in der Einführungsveranstaltung bereits klargestellt. Auch sei kein Nachmittagsunterricht angesetzt worden. „Das freute meine Tochter natürlich sehr”, so Aurelias Vater.

Auf die Frage ob, das Tragen der Maske nicht nervig sei, gibt sich das Mädchen kämpferisch: „Corona ist viel nerviger!“ Dazu der Vater: „Aurelia ist klar, dass wir alle unseren Teil zum Schutz der anderen beitragen müssen ” Außerdem sei sie ja nicht allein. „Die Lehrer tragen auch alle Mundschutz.“

 

Aber fünf Stunden am Stück Maske tragen, das ist dann doch irgendwie doof, oder? „Ja, ein bisschen schon”, sagt Aurelia. „Aber zur Brotzeit dürfen wir die Maske ja absetzen und wenn jemand was vortragen muss, dann darf er die Maske ein klein wenig runterziehen, damit man ihn auch versteht.“ Es seien die kleinen Pausen, auf die sie und ihre Klassenkameraden sich freuten.

Aurelia hat übrigens ihr ganz eigenes Morgenritual entwickelt: „Bevor ich das Schulgelände betrete, bleibe ich kurz stehen und atme noch ein paar mal tief durch. Dann setze ich die Maske auf und beginne den Schultag. Alles kein Problem.“ Einer Verlängerung der Maskenpflicht in der Schule steht Aurelia aber skeptisch gegenüber: „Zwei Wochen reichen hoffentlich, um alle ausreichend zu schützen.“

 

Die Eltern sehen das auch so: „Klar, wir tragen alle unseren Teil bei und das wird Aurelia auch vorgelebt. Ich kann bei Aurelia auch keine Anzeichen von Sauerstoffmangel oder Erschöpfung feststellen, sie kommt jeden Tag quietschfidel von der Schule und hat sich auch kein einziges Mal über das Tragen der Maske beschwert. Aber ich glaube sie freut sich schon darauf, zumindest im Unterricht dann mehr als die Hälfte der Gesichter ihrer Klassenkameraden zu sehen“, so der Vater.

 

Ab heute ist in der Stadt Rosenheim bis Freitag auch für Grundschüler eine Maskenpflicht erlassen. Hoffen wir für Aurelia und ihre Mitschüler, dass es im Landkreis nicht zu einer Verlängerung kommt.

 

RED / Symbolfoto: Pixabay