Voll berührender Momente

Außergewöhnliche Abi-Feier am Wasserburger Gymnasium 2020 - Unser Bericht, unsere Bilder

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Nein, sie wollen ihren Glauben nicht verlieren – sie wollen ihrem Gefühl treu bleiben: Don’t stop believin’ hallte es durch die Turnhalle am gestrigen Nachmittag. Es war D I E  Botschaft, die 94 junge Leute mit ihrem Abitur-Zeugnis in der Hand mit nach Hause nahmen. Eine kurzfristig noch selbst gewählte Botschaft der Schüler: Als durchdringendes Schlusslied einer außergewöhnlichen Abi-Feier am Wasserburger Gymnasium 2020! Anstelle von Beethovens Schicksalssinfonie, die noch im Programm stand. Unser Bericht, unsere Bilder berührender Momente …

Fotos: Renate Drax

 

Wenn jemand Optimismus verbreiten kann, dann ist das Wasserburgs Schulleiterin am Gymnasium, Verena Grillhösl (Foto): Denn auch sie sah die ernsten Gesichter der doch auf sich so stolz sein könnenden Abiturienten 2020 im großen Areal der Sporthalle und sie sagte zu Beginn ihrer Ansprache: „Noch vor wenigen Wochen hatten wir befürchtet, wir müssen die Abitur-Zeugnisse heuer per Post verschicken.”

Ja, genau so musste man es sehen – positiv. Auch wenn man nur mit den Schülern und einigen Lehrern beisammen sein konnte. Ohne die Eltern, die ihre Kinder zwölf lange Jahre lang – oder mehr – auf diesem Weg so intensiv begleitet hatten. Für sie war – als Trost, um auch dabei sein zu können – zumindest ein Livestream eingerichtet worden.

Man hätte die Feier in zwei Gruppen halten können, aber die Wasserburger Schüler hatten sich für einen gemeinsamen Nachmittag ausgesprochen. Ein letztes Mal, war man doch so lange Zeit so stark zusammengewachsen.

150 Stühle waren erlaubt, 150 Stühle waren auf Abstand platziert – wie Inseln.

Die Außergewöhnlichkeit dieser Situation für alle so spürbar im Raum. Ein musikalisch so begabter Jahrgang musste auf live-musikalische Gestaltung verzichten. Nur drei Lieder gab’s und die aus der Konserve.

Die Türen auf Durchzug in der Halle wegen der Aerosole einer seit Monaten wütenden Pandemie in der ganzen Welt. Was machte es da aus, dass man das Verkehrsaufkommen der nahen Straße monoton im Hintergrund wahrnahm: Man war zusammen – fesch gekleidet, wie es einer Abitur-Abschlussfeier gebührend war.

Maske auf, Maske ab: Es war nicht einfach für die Schüler, die Ehrung entgegen zu nehmen. Die jungen Damen mussten vorsichtig gehen, um mit den schönen Schuhen auf dem so glatten Turnhallen-Boden nicht auszurutschen.

Mit Maske holte sich der Wasserburger Abiturient 2020 erst eine Rose ab, dann wurde das Zeugnis überreicht, fürs Foto musste die Maske anschließend schnell ab und um das Geschenk der Elternschaft – ein ganz wunderbarer Kunstdruck von Wasserburgs Künstler Willy Reichert – entgegennehmen zu können, da musste die Maske schnell wieder übers Gesicht.

Und doch – wie unsere untenstehenden Bilder zeigen, war genau das dann endlich auch der Moment, an dem alle lächelten!

Sie wollen die Freude, die Zuversicht nicht verlieren. Sie wissen, was sie erreicht haben – mit 2,14 als Gesamt-Durchschnitt war es einer der besten, den das Gymnasium je hatte – und die 94 jungen Leute beginnen genau heute ihren neuen Lebensweg.

Mit den allerbesten Wünschen, die gestern von ganzem Herzen ausgesprochen wurden. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Schul-Direktorin Verena Grillhösl erinnerte daran, dass es der 16. März 2020 war, der jäh das Beisammensein unterbrochen habe. Sie appellierte gestern daran, Verantwortung zu übernehmen, sich einer drohenden Vereinzelung tatkräftig entgegen zu stellen. Bezug nehmend auf das zweite Lied des Nachmittags – „Another Brick in the Wall” von Pink Floyd – sagte sie, dass man an der Schule stets versucht habe, sie alle zu kritischen Menschen zu erziehen. Man brauche die Bildung, man brauche das Grundgesetz – es sei ein Glücksfall, ein Geschenk, mit dem man sorgsam umgehen müsse. Sie rief die Schüler dazu auf, sich stets für eine freiheitliche Demokratie einzusetzen.

Der erste so dankbare Lacher des Abends gelang dem stellvertretenden Vorsitzenden der Wasserburger Luitpoldiana Studiengemeinschaft, Dr. Johannes Hain (Foto oben) – selbst Lehrer am LGW und durch und durch Sportler – als er von den heiligen Hallen sprach mit dem Blick auf die Schulturnhalle. Auch ihm gelang es, Optimismus zu verbreiten. Unter erschwerten Bedingungen hätten die Schüler ihr Abi bestanden, das sei die Zuversicht, die sie auf ihrem Weg begleiten möge!

In Zeiten des Abstandshaltens werde einem bewusst, wie wichtig die Nähe sei, so Dr. Hain. Die Freundschaften dieser Schulzeit heiße es nun zu pflegen. Denn sei dieser Abitur-Jahrgang doch ein Jahrgang, der nun ausgerechnet am Ende nach so langer Zeit auf so viele gemeinsame Momente verzichten habe müssen.

Dr. Hain fand auch bewegende Worte dafür, dass für die Eltern der Livestream eingerichtet worden war:

„Die Eltern sind stolz auf euch und sehr glücklich, sie sind im Herzen bei euch”, beschrieb er die Situation sehr berührend …

Auch Stephan Hain (Foto), der stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirates, berührte die außergewöhnliche Situation sehr, wie er in seiner kurzen Ansprache betonte. Dass es überhaupt zu diesem Zusammensein gekommen sei, empfinde er als besonders schön. Vor allem die Entscheidung der Schüler – nun doch allen gemeinsam das Zeugnis zu überreichen. Viel Glück und Kraft wünschte er auf den neuen Wegen und gab ein Kästner-Zitat mit ins Gepäck: Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!

Ein besonderer Dank geht auch an dieser Stelle noch einmal an den Wasserburger Künstler Willy Reichert, der den schönen Blick auf die Stadt Wasserburg in einem seiner Werke als Druck gerne Jahr für Jahr zur Verfügung stellt für die Abiturienten – als Erinnerung an ihre Schulzeit.

Und bevor Oberstufen-Koordinator Alexander Petry (Foto) genau 94 mal sagte: Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur … waren im Namen aller Abschluss-Schüler 2020 Laura Voggenauer und Jakob Schmid ans Mikro getreten.

Mit schönen Gesten: Sie bedankten sich mit Geschenken bei den Hausmeistern Peter und Korbi, bei Sekretärin Frau Kölbl, bei den Oberstufen-Koordinatoren Strobl und Petry für die stets so gute Begleitung sowie bei den Mitschülerinnen Tessa und Sandi (Foto unten) für ihr gutes Organisieren.

Froh seien sie, dass sie nun mit drei Wochen Corona-Verspätung endlich das Zeugnis in Händen halten können. Jetzt sei man freier. Und froh seien sie auch, dass die Zeit der Sätze zum Lernstoff wie ‘das genau ist Abitur-relevant’ nun für immer vorbei seien. Nostalgie komme auf, seien es doch zwei gute Schlussjahre am Wasserburger Gymnasium gewesen, so Jakob und Laura. Mit so vielen Highlights und mit einer ganz großartigen Stufengemeinschaft …

Wie sagte es Eltern-Vertreter Stephan Hain:

Alles Gute von Herzen und PFIAD EICH!

Renate Drax

Ein paar weitere Impressionen …

Siehe auch:

Geschafft: Das Abi-Zeugnis in den Händen!

 

 

 

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