Volksverhetzung im Zug?

Landkreis: Mann wegen seiner Hautfarbe beschimpft - Helfern Schläge angedroht

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Das aggressive Verhalten von drei Deutschen in einem Regionalzug im Landkreis hatte Dienstagnacht einen Einsatz der Bundespolizei mit vier Streifen-Besatzungen zur Folge. Kurz nachdem sich die mutmaßlichen Täter beim Halt in Kolbermoor vom Bahnhofsgelände entfernt hatten, konnten sie im Stadtgebiet gefasst werden. Gegen das Trio – zwei Männer und eine Frau – wird nun wegen Beleidigung, Nötigung und Volksverhetzung ermittelt, so die Polizei. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten drei deutsche Staatsangehörige während der Zugfahrt mit einem Afrikaner gestritten. Dieser soll im Verlauf des Streits wegen seiner Hautfarbe beschimpft und auf rassistische Weise beleidigt worden sein.

Einer bis dahin unbeteiligten, zufällig mitreisenden Frau, die sich in diese Auseinandersetzung einmischen wollte, wurde von der dreiköpfigen Gruppe mit Schlägen gedroht. Die Frau bat daraufhin die Zugbegleiterin um Hilfe.

Aufgrund des äußerst aggressiven Auftretens der Drei verständigte die Bahn-Angestellte ihrerseits den Lokführer, dem nach dem Halt am Bahnhof in Kolbermoor ebenfalls mit erhobener Faust Schläge in Aussicht gestellt worden seien …

Der so bedrohte Bahnmitarbeiter alarmierte – angesichts einer nicht mehr ausschließbaren Eskalation – die Bundespolizei.

Die eintreffenden vier Streifen konnten jedoch die streitsüchtigen Täter am Bahnhof nicht mehr antreffen. Daher wurde sofort die Fahndung nach den drei Flüchtigen eingeleitet. Wenig später stellten Bundespolizisten drei alkoholisierte Personen im Ort fest. Es handelte sich um zwei Männer, 30 und 36 Jahre alt, sowie eine Frau im Alter von 34 Jahren.

Die drei deutschen Staatsangehörigen, die im Landkreis Rosenheim gemeldet sind, stritten zunächst ab, mit den Vorkommnissen im Zug etwas zu tun zu haben. Im Rahmen einer noch in der Nacht am Bahnhof Kolbermoor erfolgten Gegenüberstellung mit Zeugen des Vorfalls konnten sie jedoch als die drei Verdächtigen identifiziert werden.

Sie mussten den Beamten zur Dienststelle der Bundespolizei nach Rosenheim folgen. Nachdem ihre Personalien festgestellt und alle weiteren polizeilichen Maßnahmen abgeschlossen waren, wurden sie am gestrigen Mittwochmorgen aus dem Gewahrsam entlassen.

Die Ermittlungen wegen Beleidigung, Nötigung sowie Volksverhetzung dauern an. Eine Auswertung der Videoaufzeichnungen im Zug ist bereits in die Wege geleitet worden, so die Polizei

Zeugen der Auseinandersetzung im Regionalzug von Holzkirchen nach Rosenheim werden aber dringend gebeten, sich bei der Bundespolizei Rosenheim zu melden. Die Dienststelle ist unter der Rufnummer 08031 / 8026 2102 telefonisch erreichbar.

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