Viele Themen bei Bürgerversammlung

Wasserburg: Stadtoberhaupt stand gestern Rede und Antwort - Nur 40 Interessierte

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Von der Abfallbeseitigung bis zum Klimaschutz, vom neuen Feuerwehrhaus bis zum Bahnübergang in Reitmehring – die Themen, die Bürgermeister Michael Kölbl gestern in der Altstadt bei der ersten von vier Bürgerversammlungen der Stadt Wasserburg ansprach, waren vielfältig. Auch wenn es am Ende der Ausführungen einige Wortbeiträge und Fragen aus der Zuhörerschaft gab: Auffallend war, dass die Bürger offenbar mit ihrer Stadt sehr zufrieden sind. Zieht man alle Amtsträger der Verwaltung und des Stadtrates ab, waren es gerade einmal 40 Zuhörer, die auf die Informationen aus erster Hand gespannt waren. Nochmals 20 weniger als im vergangenen Jahr.

Der Bürgermeister ließ sich von den wenigen Teilnehmern nicht beeindrucken und fasste das vergangene Jahr mit verschiedensten Projekten zusammen.

So habe man das neue Feuerwehrhaus mit dem Erwerb des nötigen Grundstückes jetzt auf den Weg gebracht. Auf dem Gelände der alten Gärtnerei am Altstadtbahnhof sollen noch heuer die Abrissarbeiten beginnen. Allerdings räumte der Bürgermeister auf Anfrage ein, dass der Neubau wohl erst in vier bis fünf Jahren bezugsfertig sei. Das liege alleine schon an der europaweiten Ausschreibung.

Auch das größte Bauprojekt der vergangenen Jahre innerhalb der Stadtgrenzen war Thema beim Vortrag des Bürgermeisters. Für das neue, gemeinsame RoMed- und Inn-Salzach-Klinikum in Gabersee seien die Bauarbeiten in vollem Gange. Die ersten beiden Bauabschnitte sollen 2021 abgeschlossen sein, wie der Bürgermeister berichtete.

Zentrales und hitzig diskutiertes Thema in der Stadt ist die innerörtliche Verkehrsplanung. Nach Infoveranstaltung, Verkehrszählung und Bürgerbeteiligung soll jetzt am 3. Dezember der Bauausschuss beraten.

Weitere wichtige Themen waren unter anderem die LED-Umrüstung der Beleuchtung am Parkhaus Kellerstraße, der Natur- und Artenschutz sowie der Klimaschutz in der Stadt, die Schaffung von Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge, der neue Wasserburg-Pass, der BürgerBahnhof und das Jugendzentrum, die Kinderbetreuung, der Sportplatz an der Landwehrstraße, das Badria-Stadion, die Schaffung von Wohnraum, die Sanierung der Stadtmauer, das neue NS-Mahnmal, die Altstadtbahn, die Finanzen der Stadt und nicht zuletzt die Verkehrsüberwachung.

Über alle Themen haben wir bereits auf der Wasserburger Stimme informiert. Einfach Suchbegriff rechts oben in der Lupe eingeben.

Nach den Ausführungen gab es einige Wortmeldungen. Unter anderem hatte die Trägerin der Heiserer-Medaille, Dorle Irlbeck, viel Lob für die Stadt parat. Unter anderem dafür, dass die Grünanlage nur sehr selten gemäht würden. „So konnten Blumenwiesen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge wachsen.” Auch freue sie sich schon auf die Schlittschuhbahn in der Herrengasse beim Christkindlmarkt. „Eine Supersache für Kinder und oide Mana. Schlittschuhfahren in einer Halle ist nicht gleich Schlittschuhfahren im Freien. Nur unter freiem Himmel macht das Spaß.”

Traudl Inninger sprach die ihrer Meinung nach zu wenig beziehungsweise auch zu billigen Stellplätze für Wohnmobile in Wasserburg an. Auch solle die Verkehrsüberwachung vermehrt auf falsch parkende Wohnmobile achten.

Eine Bewohnerin des Stadtteils unter der Schanz sprach die „katastrophale Parksituation” in der so genannten Gripsenau an. „Im Notfall haben da weder Feuerwehr noch Rettungsdienst die Chance, ans Ziel zu kommen. Ein seit Monaten falsch geparktes Auto erschwere die Lage zusätzlich.” Ein Parkstreifen mit optischen Parkflächen könne da für Abhilfe sorgen.

Anton Häuslmann fragte nach, wie es nach dem Neubau mit dem alten Feuerwehrhaus weitergehen soll. Darüber konnte der Bürgermeister noch nichts Konkretes sagen. Das Gebäude befinde sich jedenfalls im Eigentum der Stadt, „und das soll auch so bleiben”.

Der Wasserburger Architekt Günter Bodenburg war in Sachen Eisbahn in der Herrengasse ganz anderer Meinung als Dorle Irlbeck. Er übte Kritik an dem Projekt wegen des Energieverbrauchs. „Dass das genehmigt wurde, passt nicht zum Klimanotstand.” Er stellte den Antrag, eine Anzeigetafel, die den Energieverbrauch anzeigt, an der Bahn anzubringen. Bürgermeister Kölbl erklärte zur Genehmigung des Antrags des WFV, dass man damit die Attraktivität des Christkindlmarkt steigern möchte. Es werde ausschließlich CO2-neutraler Ökostrom der Stadtwerke verwendet.

Franz Göpfert stieß ins gleiche Horn wie Günter Bodenburg. Der Leidensdruck durch die vielen Veranstaltungen in der Altstadt sei für die Anwohner enorm. „Die Eislaufbahn war früher am Gries und nicht in der Herrengasse.” Der Bürgermeister verstand diese Kritik, sagte aber auch, dass es eine Gradwanderung sei, die Stadt zu beleben, dabei aber nicht zu viel zu unternehmen. Besonders in der Kritik von Franz Göpfert: Die geplante Vorsilvesterparty am 28. Dezember – „und das nach vier Wochen Christkindlmarkt”.

Die weiteren Bürgerversammlungen: Am heutigen Dienstag, 18.30 Uhr, ist die Bürgerversammlung in der Burgau im Betreuungszentrum. Am Montag, 11. November, findet die Bürgerversammlung um 18.30 Uhr in Reitmehring in der Aula der Grundschule statt. Die letzte Versammlung ist am Dienstag, 12. November, 18.30 Uhr, im Pfarrsaal St. Konrad im Burgerfeld.

 

Bilder von der Altstadt-Veranstaltung:

 

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3 Kommentare zu “Viele Themen bei Bürgerversammlung

  1. Möglicherweise hängt die geringe Teilnehmerzahl an den Bürgerversammlung ja mehr mit dem seit Jahrzehnten überholten Ablauf dieser Veranstaltungen zusammen, als mit der angeblichen Zufriedenheit der Bürger: Eine Wasserburger Bürgerversammlung beginnt grundsätzlich zu einer Uhrzeit, die auswärts berufstätigen Wasserburgern eine Teilnahme eher schwer macht. Dann folgt traditionell ein ellenlanger und möglichst monotoner Vortrag des Bürgermeisters bzw. eines ‘Experten’. Gerne auch zu Themen, die den jeweiligen Stadtteil bzw. dessen Bürger überhaupt nicht betreffen (…). Und abschließend der Verweis auf die doch schon vorgerückte Stunde, die eine weitere Diskussion leider verhindere.
    Kaum ein an Kommunalpolitik interessierter Bürger wird sich so eine ‘Bürgerversammlung’ wohl ein zweites Mal antun.

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  2. Interessant… mein erster gedanke zu obigem artikel war auch ob die geringe anzahl der anwesenden auf eine grosse zufriedenheit der bürger oder eher resignation rückschliessen lässt….schau ma mal wies in der anderen stadtteilversammlungen ausschaut 🙂

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  3. Wäre gern gekommen, aber 18.30 Uhr ist für Berufstätige eine schlechte, weil zu frühe Uhrzeit.

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