Viele Einsätze und reges Vereinsleben

Rund um die Uhr im Dienst am Nächsten: Feuerwehr Wasserburg zog Bilanz

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Massives Sitzfleisch bewiesen gestern die Männer und Frauen der Wasserburger Feuerwehr. Auch vier Stunden nach Beginn der Kommandantenwahl (wir berichteten bereits) mit anschließender Jahreshauptversammlung war längst noch nicht Schluss. Stellvertretender Kommandant Rudi Göpfert (Foto) bat am Ende noch zahlreiche Kameraden nach vorne, die Beförderungen und Auszeichnungen erhielten. Zuvor hatte er als Vorsitzender der Feuerwehr und dann in Stellvertretung für den erkrankten Kommandanten Georg Schmaderer das Vereins- und Einsatzjahr Revue passieren lassen.

Zu Beginn seiner Ausführungen dankte Göpfert dem scheidenden Wasserburger Kommandanten Georg Schmaderer, der krankheitsbedingt gestern Abend fehlte: „Du warst zwölf Jahre der Häuptling unserer Feuerwehr und hast dabei Außergewöhnliches geleistet.” Applaus für Schmaderer – lautstark und lange …

Anschließend blickte der Vorsitzende auf das Vereinsjahr zurück. 60 Vereinsveranstaltungen habe es gegeben – von Jubilar-Ehrungen bis zur Hochzeit und vom „verletzungsfreien“ Maibaum-Stehlen bis zur Verwaltungsratssitzung. Göpfert zählte zudem die Restaurierung des alten Löschfahrzeugs TLF15, die Ausrichtung des  traditionellen Gartenfestes, verschiedene Ausflüge und die Übernahme zweier neuer Fahrzeuge auf. „Wie wichtig die neue Drehleiter ist, zeigte sich sofort nach deren Inbetriebnahme. Vom ersten Tag an hatte sie einen Einsatz nach dem anderen”, so Göpfert.

Besonders hob er den gemeinsamen Maibaum-Diebstahl mit den Edlinger und Attel-Reitmehringer Kameraden bei der Haager Feuerwehr heraus. Er zeigte zahlreiche Bilder vom geselligen Beisammensein nach guter, alter Tradition und kommentierte diese humorig. Was ihn besonders freut: „Die jungen Leute der Feuerwehren aus Wasserburg, Attel-Reitmehring und Edling sind da richtig gut zusammengewachsen.”

Ein Dank ging in Abwesenheit an Ruth Baumgartner, die sich mit großem Engagement um das Geschirrmobil der Feuerwehr kümmere. Auch Claudia Schaber, Manuela Fischl und Julia Ober erhielten ein Dankeschön für ihren Einsatz. Ein besonderer Dank aber ging an Inge Kotzenbauer (unten), die seit Jahrzehnten für die Feuerwehr da ist.

Kassier Robert Deml legte anschließend einen detaillierten und rundum positiven Finanzbericht vor. Für seine Kassenführung bekam er ein großes Lob von den Kassenprüfern Rudi Göpfert senior und Günther Noder.

Göpfert junior berichtete – in erwähnter Kommandanten-Vertretung – anschließend über 210 Einsätze, die die Wasserburger Wehr im vergangenen Jahr zu absolvieren hatte. Davon sei man insgesamt zu 27 Bränden, zu 84 technischen Hilfeleistungen, bei 28 Brandmeldealarmen, bei 62 Brandsicherheitswachen und zu neun sonstige Einsätzen ausgerückt. Daneben habe man noch 43 Übungen abgehalten.

In besonderer Erinnerung sei natürlich der tagelange Einsatz beim Schneechaos in Sachrang im Januar 2019 sowie die Zwangsräumung eines landwirtschaftlichen Anwesens in Pfaffing geblieben. „Die Bilder, die wir in Pfaffing gesehen haben, trugen wir lange in unseren Köpfen herum.”

Insgesamt gehören der Wasserburger Feuerwehr 73 Aktive und zehn Nachwuchskräfte an. Für Letztere zog Jugendwart Erol Coskun (unten), er wurde an diesem Abend zum Gruppenführer befördert, eine kurze Bilanz.

Bei seinem Grußwort dankte auch Bürgermeister Michael Kölbl dem scheidenden Kommandanten Schmaderer. In seiner Amtszeit sei erstmals ein umfassender Feuerwehrbedarfsplan erstellt worden. „Zahlreiche ältere Fahrzeuge wurden seither  ausgetauscht. Diese Erneuerung hat Schmaderer hervorragend eingeleitet.”

Auf die neue Kommandantur (wir berichteten), der er viel Erfolg wünschte, komme mit dem Bau des neuen Gerätehaus eine gleichermaßen schwere wie interessante Aufgabe zu. „Nur wenigen Kommandanten ist der komplette Neubau eines Gerätehauses vergönnt”, sagte Kölbl, der das rege Vereinsleben der Wasserburger Feuerwehrleute lobte: „Die Feuerwehr – das ist mehr als Übungen und Einsätze. Das ist auch ein Miteinander-Feiern, was für den Zusammenhalt sehr wichtig ist.”

Natürlich durfte auch ein Blick aufs neue Gerätehaus nicht fehlen: „Für mich und den Stadtrat ist mit der heutigen Neuwahl der Kommandantur der Startschuss für den Neubau gefallen. Der Grunderwerb ist getätigt. Jetzt folgt ein Workshop mit Teilnehmern des Stadtrates und der Feuerwehr.”

In der Finanzplanung der Stadt sei für 2020 bis 2023 der Betrag von 15 Millionen Euro eingeplant. „Ob wir’s in drei Jahren schaffen, das sei dahingestellt. Aber der Anfang ist gemacht”, so Kölbl.

In seinem Grußwort ging anschließend Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmassl auf die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ein. Steinmassl gratulierte der neuen Führung und bedankte sich beim Ex-Kommandanten Georg Schmaderer. „Ich bin überzeugt, dass wir mit der neuen Führung genauso gut zusammenarbeiten, wie das bisher der Fall war.” Was ihn besonders freute: Dass die Feuerwehr bei ihrem Totengedenken im Rahmen der Hauptversammlung auch an den kürzlich bei einem Unfall verstorbenen Wasserburger Polizisten Elmar Ruhland erinnerte.

Steinmassl abschließend zu den Floriansjüngern: „Ihr seid Dienstleister am Menschen. Dort, wo andere wegschauen, da leistet Ihr den Dienst am Mitbürger. Dort, wo es anderen zu gefährlich ist, steht Ihr Euren Mann und Eure Frau.”

Nach knapp vier Stunden durfte dann auch noch der scheidende Kreisbrandinspektor Wimmer ran. Er richtete den Dank und den Gruß des Kreisfeuerwehrverbands aus. Wimmer lächelnd: „Ich spare mir heute eine extrem lange Ansprache und hebe sie mir für meine offizielle Verabschiedung auf. Da kann mir dann niemand davon laufen.”

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