Verkehr bleibt heißes Thema

Gestern zweistündige Diskussion im Stadtrat - Geplante Pfostenlösung gekippt

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In einem heißen Juli 2019 bleibt der Verkehr in der Wasserburger Altstadt das heißeste Thema. Zwei Stunden diskutierte gestern der Stadtrat (wir berichteten bereits kurz) zum Teil recht hitzig, wie eine weitere Verkehrsberuhigung aussehen könnte – letztlich ohne Ergebnis. Fest steht: Die in einer Klausurtagung durch den Stadtrat erarbeitete Pfosten-Lösung ist vorerst vom Tisch. Fahrversuche durch Polizei und Verwaltung hatten ergeben, dass die Sperrung der Schustergasse für den Durchgangsverkehr und das damit verbundene Rangieren an den Wendepunkten (Foto) zu gefährlichen Situationen führen könnte.

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann hatte sich ans Lenkrad eines Kleinlasters gesetzt und quasi im Selbstversuch Rangierfahrten am Ende der Herrengasse und in der Färbergasse unternommen (siehe Fotos unten).

Sie kam zum gleichen Ergebnis wie die Wasserburger Polizei, die mit dem Maßband bewaffnet die möglichen Wendeplätze unter die Lupe genommen hatte: „Die Größe der Wendeplätze ist besonders in der Färbergasse nicht ausreichend. Auf Höhe der Sondernutzung durch die Gastronomie könnte es problematisch werden. Wendeverkehr und Rückwärtsfahrten bergen obendrein eine erhöhte Unfallgefahr in sich”, sagte eingangs der Beratung Bürgermeister Michael Kölbl. „Die Fahrversuche haben mich schon stutzig gemacht. Wir wollen nicht dafür verantwortlich sein, wenn da jemand zu Schaden kommt.” Außerdem habe die Polizei von der Pfostenlösung (siehe Grafik unten) abgeraten.

Hermann ergänzend: „16 Prozent der Unfälle mit Personenschaden passieren beim Rückwärtsfahren.” Für Pkw sei das Wenden in der Färber- und Herrengasse wohl kein Problem. „Aber es fahren ja nicht alle nur kleinere Wagen.” Die Polizei biete im Übrigen den Stadträten an, mit jedem Einzelnen weitere Fahrversuche durchzuführen.

Auch der geladene Verkehrsexperte vom Büro Schlothauer&Wauer in München, Ulrich Glöckl, riet den Räten letztlich von der Pfosten-Lösung ab. „Für uns war schon von Beginn an klar, dass die Wendeanlagen am Ende der Herren- und Färbergasse nur für Pkw tauglich sind. Wir teilen die Bedenken und können nicht weiter für diese Lösung sein. Der Versuch spricht dafür, dass eine andere Lösung her muss.”

Die kann nach Meinung von Stadtbaumeisterin Herrmann allerdings nicht durch eine Komplett-Sperrung mit einem „Anlieger frei”-Zusatz erzielt werden. „Anlieger frei bringt nichts. Wasserburg ist dafür bekannt, dass dann jeder ein Anliegen hat.”

So hätte die Pfosten-Lösung ausgesehen …

Der Bürgermeister fasste eingangs der Diskussion den Sachstand nochmals zusammen und gab auch das Ergebnis der Bürgerbeteiligung bekannt. 14 Bürger hätten sich schriftlich gemeldet. Auch das „eine oder andere Email” habe die Verwaltung erreicht. Eigentlich habe es aber nur einen neuen Vorschlag gegeben. Ansonsten hätten sich nur  Befürworter und Gegner der Pfostenlösung zu Wort gemeldet und nochmals ihre Argumente pro und contra vorgetragen.

„Das war der Sachstand bis vergangenen Donnerstag. Dann ist am Montag ein Schreiben vom Wirtschafts-Förderungs-Verband eingegangen.” Darin habe sich der WFV aufgeschlossen für eine mögliche Verkehrsberuhigung in der Hofstatt gezeigt. „Der Kompromissvorschlag lautete: Sperrung am Samstag von 12 bis 24 Uhr und Richtungsänderung der Einbahnregelung in der Gerbelgasse, vier Kurzzeitparkplätze zusätzlich in der Ledererzeile und Färbergasse.”

Gewerbetreibende in der Hofstatt und die Vorstandschaft des WFV hätten den Vorschlag unterschrieben. „Und für uns sah das auch so aus, als hätte sich der WFV auch mit den Befürwortern der Hofstatt-Sperrung zusammengesetzt und geeinigt. Vorgestern ging dann eine Mail von der Frau ein, die die 400 Unterschriften für die Sperrung gesammelt hatte. Sie distanzierte sich vom WFV-Kompromiss. Also war’s doch wieder keine gemeinsame Stellungnahme”, so der Bürgermeister. „Da wurde es dann turbulent.”

Zum Vorschlag des WFV sagte Kölbl: „Eine Änderung der Fahrtrichtung in der Gerbelgasse geht leider gar nicht. Das würde nur den ganzen Verkehr in die Bäckerzeile und in diese Minigasse reinziehen. Wir müssen bedenken, dass da viele Menschen wohnen und um die Ecke auch noch ein großer Spielplatz ist.”

Der Bürgermeister gab anschließend grünes Licht für die Diskussion im Stadtrat, bei der vor allem der Wirtschafts-Förderungs-Verband herbe Kritik einstecken musste.

Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Wortbeiträge in zeitlicher Abfolge:

Wolfgang Janeczka (SPD): „Wir waren uns alle einig, dass wir den Verkehr reduzieren wollen. Der Pfosten war scheinbar der Königsweg, das Ergebnis der Versuche ist jetzt ernüchternd. Der Vorschlag des WFV lag am Dienstag bei mir im Briefkasten. Das war wirklich sehr kurzfristig. Wir sollten heute keine übereilte Entscheidung treffen und lieber warten, bis neue Ideen und neue Erkenntnisse vorliegen.”

Christian Stadler (Grüne): „Ich dachte, bei der Pfosten- und Wendelösung geht es nur um Pkw. Mich wundert es, dass man sich jetzt an Lieferwagen und Lkw aufhängt und mit diesen Versuche startet. Ich bin davon ausgegangen, dass die Lenker solcher Fahrzeuge einen Schlüssel bekommen und den Pfosten umlegen können. Alle anderen Alternativen scheiden für mich aus. Aber wir sollten tatsächlich den Wendehammer besser machen. Soweit wie mit diesem Vorschlag waren wir in Sachen Verkehrsberuhigung noch nie. Irgendwie wird immer alles zerredet. Wir müssen heute keinen Beschluss fassen, sollten aber unbedingt an der Lösung festhalten – vielleicht mit einigen Verbesserungen.”

Edith Stürmlinger (Bürgerforum): „Die große Mehrheit des Stadtrates war sich bei der Klausur einig, ich war da immer schon skeptisch. Das Wenden ist einfach eine gefährliche Lösung. Immerhin: Der Vorschlag hat einiges ins Rollen gebracht. Der WFV hat sich mit den Befürwortern einer Hofstatt-Sperrung zusammengesetzt und einen Kompromiss gefunden. Ich finde es an der Zeit, miteinander zu reden. Zum Beispiel über die Zeiten der Hofstatt-Sperrung. Das Problem mit der Gerbelgasse ist doch nur für die kurze Zeit relevant, wenn die Hofstatt komplett gesperrt ist. Das wäre das kleinere Übel. Ich weiß keine bessere Lösung.”

Markus Bauer (CSU): „Wir werden heute keine Lösung finden,. Wir sollten uns nochmal hinsetzen. Es ist wichtig, dass sich da jetzt viele damit beschäftigen. Jeder muss dazu bereit sein, Kompromisse einzugehen: Die Anwohner, der WFV, alle Fraktionen im Stadtrat.”

Sophia Jokisch (Linke): „Vier Jahre lang haben wir im Rahmen des ISEK an Lösungen gearbeitet. Mit dem Ergebnis: In der Stadt ist zu viel Verkehr. Ich finde die heutige Herangehensweise enttäuschend. Es ärgert mich sehr, dass der WFV so kurzfristig mit einem Vorschlag kommt, der jetzt alles über den Haufen werfen soll. Wir haben alle Lösungen in der Klausur durchdiskutiert. Das mit dem Pfosten ist die beste Lösung und daran sollten wir jetzt auch festhalten – hier und heute.”

Christian Stadler (Grüne): „Ich kenne den WFV nur als Blockierer. Mit seiner  Verweigerungshaltung hat er drei Jahre im ISEK alles blockiert. Man weiß eigentlich nicht, was die eigentlich wollen. Die sind sich ja selber nicht einig.”

Marlene Hof-Hippke (SPD): „Was ist denn das für ein Vorschlag, den der WFV da abgibt. Sperrung von 12 bis 24 Uhr, das ändert ja gar nichts. Das ist ja nur ein Pippifax und  vollkommen daneben. Das ist wieder typisch für den WFV: Uns mit so einem kurzfristigen Vorschlag zu erpressen.”

Friederike Kayser-Büker (SPD): „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, wenn der WFV den Brief fünf Minuten vor der Montagsrunde mit den Fraktionen im Rathaus einwirft. Wir müssen darauf achten, dass die Verkehrsproblematik im Mittelpunkt steht, stattdessen steht ständig der WFV im Mittelpunkt. Mir ist das auch egal, warum der Vorschlag vom WFV so spät kam und wie das ganze Prozedere war. Ich möcht’s auch gar nicht wissen.”

An dieser Stelle sorgte dann der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Janeczka für eine Unterbrechung der Diskussion. Er stellte einen so genannten Antrag zur Geschäftsordnung, mit der die Debatte beendet werden sollte. Seine Begründung: „Wir werden heute keine Lösung finden und drehen uns im Kreis. Deshalb stelle ich den Antrag: Schluss der Debatte, Zurückstellen des Themas, Klausur des Stadtrates mit Experten, Beteiligung aller Betroffenen.”  

Damit war die Mehrheit im Stadtrat allerdings nicht einverstanden. Janeczkas Antrag wurde abgelehnt.

Wie auch sein Antrag auf Sitzungsunterbrechung.

Josef Bauman (Freie Wähler): „Das wäre ja noch schöner. Wenn man selber was gesagt hat, reicht das. Die anderen brauchen dann ja wohl nichts mehr sagen. Das geht so nicht.”

Die Zusammenfassung der weiteren Wortbeiträge in zeitlicher Abfolge:

Peter Stenger (SPD): „Mir stinkt das, dass der WFV ständig seine heilige Kuh, den Verkehr, vor sich herträgt. Da ist kein Einsehen da. Es wird kein einziges Geschäft einen Verlust haben, wenn der Verkehr aus der Altstadt draußen ist. Seit Jahrzehnten hat sich das in Wasserburg eingebürgert, dass man mit dem Auto vor dem Geschäft parken kann. Dieses Denken hat immer nur der WFV. Dabei wollen die Leute doch lieber fußläufig in die Innenstadt. Von unseren Parkhäusern ist man in wenigen Minuten in allen Gassen der Altstadt. Ich bin nach wie vor für die Pfostenlösung. Dann muss man halt an den Lieferverkehr Schlüssel ausgeben. Seit über 20 Jahren tun wir jetzt rum und finden keine Lösung. Wir dürfen hier den Klimaschutz nicht außer acht lassen:”

Norbert Bourtesch (Bürgerforum): „Dem kann ich nur zustimmen. Wir sollten mit Fußgängerzonen und Anwohnerbereichen arbeiten. Jetzt ist der Zeitpunkt, mit allen zu reden, nicht hinter verschlossenen Türen in Klausur, sondern wirklich mit allen Betroffenen. Für mich wäre die schönste Lösung eines Tages als Überschrift in der Süddeutschen Zeitung zu lesen: Ab nächsten Monat ist die Wasserburger Altstadt Fußgängerzone.”

Markus Bauer (CSU): „Ich finde die massiven Angriffe auf den WFV unmöglich. Der WFV weiß viel kürzer, als wir von dieser Pfostenlösung. Dem WFV den schwarzen Peter zuzuschieben, ist absolut unfair. Wir müssen uns fragen, ob wir uns da nicht von der Frau mit den 400 Unterschriften vorführen lassen, die jetzt plötzlich nicht mehr für den Kompromiss ist. Die Hofstatt-Sperrung wird uns beim Klimaschutz nicht weiterbringen.”

Georg Machl (CSU): „Der WFV hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man da jetzt auf ihn einprügelt. Immerhin hat der WFV 4000 Unterschriften gegen die Sperrung gesammelt. Das ist heute noch gar nicht erwähnt worden.”

Josef Baumann (Freie Wähler): „Mich wundert, dass der Herr Stenger jetzt plötzlich vom Paulus zum Paulus geworden ist. Er war lange Zeit der Gegner der Sperrung. Alle waren dagegen. Das Erinnerungsvermögen von einigen hier ist offenbar sehr kurz. Wir sollten doch sachlich und zielführend weiter machen und nicht immer Klausur gehen. Dann gibt’s hinterher wieder Versuche, die das ganze Ergebnis der Klausur zunichte machen. Wir als Stadträte müssen das entscheiden – unabhängig und nicht gerade in der Richtung, wo der Druck herkommt.”

Andreas Ass (CSU): „Hier geht offenbar gerade der gegenseitige Respekt verloren. Lasst uns das in aller Vernunft beenden und dann in aller Ruhe alle miteinander weitermachen. Ich bin dafür, dass wir möglichst viele Leute bei der Entscheidungsfindung mit einbinden.”

Sophia Jokisch (Linke): „Ich habe mit Verantwortlichen in Murnau telefoniert. Murnau kann man ganz gut mit Wasserburg vergleichen. Der Wirtschaftliche Verband dort sagt, die Fußgängerzone war der Segen für die Stadt.”

Friederike Kayser-Byker (SPD): „Am Ende werden wir als Stadträte darüber abstimmen. Wir müssen aufhören mit allen Lobby-Gruppen endlos zu diskutieren. Es muss eine Lösung her.”

Markus Hoeft (Grüne): „Ich habe ja gar keine Hoffnung mehr, dass da die nächsten 15 Jahre was Brauchbares rauskommt. Ich finde das traurig. Immer wieder versteckt man sich hinter verschiedensten Problemen. Nichts wird angepackt und ausprobiert.”

Christian Stadler (Grüne): „Das wird problematisch, wenn wir die Anwohner mit einbinden. Wer spricht denn für die Anwohner? Da kann es sein, dass die engsten Nachbarn schon ganz unterschiedlicher Meinung sind. Es gibt genau ein Gremium, das das alles entscheiden kann: Das ist der Stadtrat. Der Bauausschuss als kleines Gremium ist am besten geeignet, eine Lösung zu finden.”

Das nahm Bürgermeister Michael Kölbl, der zuvor mit der Mehrheit des Stadtrates die Rednerliste geschlossen hatte, in den Beschlussvorschlag mit auf. Dieser wurde einstimmig abgesegnet und lautet:

Die Fraktionen werden gebeten, Vorschläge zu unterbreiten, die zu einer Verkehrsreduzierung im Altstadt-Kern führen. Ein Expertenbüro wird beauftragt, den bisherigen Vorschlag zur Verkehrsberuhigung weiterzuentwickeln. Ferner sollen Vorschläge von Bürgern und Betroffenen, die bis 16. September bei der Stadt abgegeben werden müssen, analysiert und bewertet werden.

Darüberhinaus wird das Experten-Büro beauftragt, mögliche Alternativen zu prüfen. Ferner ist an allen Vorschlägen die Polizei zu beteiligen. Die Ergebnisse sollen in einer Sondersitzung des Bauausschusses am 15. Oktober beraten werden.

Das Stadtoberhaupt abschließend: „Ich interpretiere den einstimmigen Beschluss so, dass wir den Verkehr in der Altstadt reduzieren sollen.”

Bilder vom Fahrversuch:

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20 Kommentare zu “Verkehr bleibt heißes Thema

  1. Sophia Jokisch (Linke): „ich habe mit Verantwortlichen in Murnau telefoniert. Murnau kann man ganz gut mit Wasserburg vergleichen. Der Wirtschaftliche Verband dort sagt, die Fußgängerzone war der Segen für die Stadt.”

    Ganz eine schwache Ansage ist das.

    Als Stadträtin in Wasseerburg sollte man schon selbst eine mögliche Lösung erarbeiten, anstatt einfach ein gefälliges Beispiel zu zitieren.

    Jeder Stadtrat und jeder Altstadtbewohner Wasserburgs könnten doch mit einem gegenteiliges Beispiel argumentieren.
    Wollen wir jetzt ausloten, wer die meisten Beispiele für irgend eine Lösung hat? Das wäre doch völlig am Thema vorbei ! Von wegen Murnau kann man mit Wasserburg vergleichen ! Dann kann man jede x-beliebige Stadt, gerne auch jede x-beliebige Innstadt zitieren.

    Ich sag nur noch – sehr schwach und bequem.

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  2. Kurze Zusammenfassung:
    Der Stadtrat wollte ein neues Verkehrskonzept und hat ein Berliner Planungsbüro damit beauftragt. Die sind nach einer wenigen Stunden kurzen Verkehrserhebung auf die Pfosten Lösung gekommen, für die sich dann der Stadtrat auch entschieden hat.
    Nach einem kurzen versuch und Befragung der Polizei stellt sich diese Lösung als unpraktikabel und sogar gefährlich heraus.

    Anstatt dem Berliner Planungsbüro den Pfosten-Vorschlag mit einer Rückzahlungsforderung zu schicken, wird jetzt auf den WFV geschimpft.

    Auch wenn der Vorschlag mit der Sperrung zu bestimmen Uhrzeiten etwas kurzfristig kam, wäre er praktisch kostenlos und ohne jegliches Risiko für Personen und Geschäfte umgehend auch probeweise umsetzbar.

    Zu dem muss ich ernsthaft fragen ob diese Idee nicht schon im Rahmen der jahrelangen Überlegungen im Stadtrat nicht bereits diskutiert wurde.

    Ich sag Danke an den Wfv für eine einfache Idee die nicht so fern der Realität ist wie alles andere, was in letzter Zeit aus dem Rathaus kam!

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  3. Unglaublich, soweit ich weiß wurde der Vorschlag auf der Klausur mit nur einer Enthaltung abgenickt. Einfach den klaren Menschenverstand einschalten hätte gereicht, um zu verstehen, dass eine solche Lösung nicht machbar ist! (…) Und dann den schwarzen Peter dem WFV zuschieben ist typisch (…) .

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  4. Ja, wenn man den Artikel hier ließt war der Sitzungsverlauf gestern sicherlich in der Außenwirkung unglücklich. Aber was bitte erwarten denn die Wasserburger und die Stadtbesucher? Immer, wenn es darum geht, Verkehrsströme zu verändern oder aus einem Ort rauszuhalten, hat das an anderer Stelle Auswirkung. Die Bösen sind dann aber immer die Entscheider, also hier die Ehrenamtlichen im Stadtrat. Und die bekommen dann die ganze (oft unsachliche) Wut der Autofahrer-Lobby und anderer ab. Vielleicht denkt hierüber auch mal jemand nach in der ganzen Diskussion!

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  5. Die ideologische Verblendung, bei einer Sperrung eines verkehrsberuhigten Bereichs in dem nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf (mit minimalem CO2-Austoss), mit dem Thema “Klimaschutz” um die Ecke zu kommen, kann man sich nicht ausdenken. Grüne Politik in Reinform!

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  6. @ Karl
    Falsch. Auf den Vorschlag mit dem Pfosten hat sich der Stadtrat in einer mehrstündigen Klausur geeinigt, ganz ohne Verkehrsplaner. Im Anschluss wurde dieser beauftragt, er hat dann die Verkehrszählung durchgeführt und den Vorschlag bewertet.

    Der Stadtrat und viele andere Beteiligte – unter anderem der WFV – haben im ISEK Prozess schon lange über verschiedene Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung diskutiert. Der WFV hat hier immer blockiert – insbesondere die “einfache Idee” der Hofstattsperrung wurde komplett abgelehnt. Jetzt plötzlich ist der WFV der “Heilsbringer”?

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  7. Wieso lässt man sich auf Blockaden vom WFV ein? Sind das die gewählten Vertreter oder die Stadträte?

    Und zu Ihnen Herr Florian: Murnau lässt sich insofern mit wasserburg vergleichen, da Einwohnerzahl und Größe des zu beruhigenden Bereichs ähnlich (nicht gleich) sind. Ich vertrete auch die Meinung, dass weniger Autos den Geschäften eher guttun würden.

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  8. Wann machen eigentlich die Damen und Herren des Stadtrates ihre Augen und Ohren auf? Fragen Sie doch bitte die Anwohner in den Gassen und führen Sie vernünftige und sinnvolle Zählungen der Fahrzeuge durch ohne Hochrechnungen mittels PC, Hier scheint eine Bürgerbefragung von Nöten. Nur über diesen Weg findet man in Wasserburg Gehör. Die Fragestellung wäre ganz einfach: Soll eine Vollsperrung geschaffen werden mit Parkausweise für die Anwohner oder soll in der Hofstatt, Färbergasse und Herrengasse alles so bleiben wie es ist?Färbergasse, Herrengasse und Hofstatt sind nicht die Problemzonen. Stellen Sie sich doch bitte um 7:40 um 12:00 und von 16:00 -18:00 Uhr auf den Marienplatz! Viel Spaß beim Zählen (Ferien ausgenommen! ) Da finden Sie die eigentliche Problematik. Und dafür braucht’s keine Stadtratsitzung sondern den gesunden Menschenverstand um zu kapieren, was Sache ist.

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  9. Altstadtbewohner

    @Bienchen. Genau meine Meinung. Eigentlich gehört der Pfosten vor die Altstadtbrücke und nur Anwohner, Linienbuse und Rettungsdienste usw. erhalten den Piepser zum senken des Pfostens. Es gibt jeweils an beiden enden der Altstadt wunderbare Parkhäuser bzw. den Parkplatz am Gries für die westliche Innseite, niemand muss unbedingt durch die Altstadt fahren. Ist nur Bequemlichkeit weil man zu faul ist außen rum zu fahren oder weil man es immer schon so gemacht hat.

    Klappt übrigens in jeder italienischen Altstadt auch (Zona Traffico Limitato) jeder der schon mal in Italien rumgefahren ist kennt die ZTL.

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  10. @Altstadtbewohner. Gute Idee, der Pfosten sollte aber auch für Altstadtbewohner gelten die mit Karossen aus der Stadt raus aufs Land und durch die Dörfer brausen wollen. Ohne Autos in der Stadt ist dort dann die Lebensqualität so hoch, daß Überlandfahrten überflüssig werden.

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  11. @Altstadtbewohner: Dass Wasserburg vor dem totalen Verkehrschaos steht, ist keine Neuigkeit, sondern schon längst bekannt. Fakt ist aber auch: Immer mehr Menschen sind auf ein Auto angewiesen (dezentraler Arbeitsplatz, ungünstige Arbeitszeiten etc.) Die Frage, die beantwortet werden muss ist folgende: Was führt zu den genannten Stoßzeiten zum Chaos und welche Lösung kann man hier finden? Wir haben einen sehr gut ausgebauten Busbahnhof in der Alststadt. Gäbe es eventuell die Möglichkeit auch über der Brücke noch eine Fläche z.B. Nähe Gymnasium als zweiten Busparkplatz zu verwenden, so dass die ganzen Busse nicht mehr in die Altstadt müssten? Können die Busse nicht auch die Umgehungsstrasse nutzen? Das Argument, dass man die Grundschulkinder nicht über die Brücke und der Bruckgasse gehen lassen könnte, ist einfach nur vorgeschoben. Ansonsten haben wir definitiv keine größeren Probleme. Wenn man bedenkt, dass ein paar Damen solch einen Sturm im Wasserglas auslösen können. Wer seine Kinder stets unter einen Glassturz stellen möchte, der solle sich bitte auch überlegen, ob er in einer Stadt wohnen möchte. Stadt heißt Verkehr und wenn ich das nicht will, dann bin ich fehl am Platz. Nichts desto Trotz sollte und muss man sich Gedanken machen, wie man zu einer vernünftigen Lösung kommen kann und das könnte zum Beispiel auch mit Sperrungen einhergehen, bei denen Anwohner mit Parkausweisen einfahren und parken dürfen und Lieferverkehr von 09:00 -14:00 gestattet ist. Somit auch Be- und Entladetätiglkeiten (z.B. Reinigung, Copyshop, Patientenfahrdienst zum Amplifon…) Wir Anwohner machen uns also durchaus auch unsere Gedanken aber eines lassen wir uns nicht gefallen: Entscheidungen, die von anderen
    (Neu-) Wasserburgern einfach über unsere Köpfe hinweg gefällt werden, obwohl die Damen und Herren mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun haben.

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  12. An den „Altstadtbewohner“. Was ist dann mit den Leuten, die nicht mehr so weit gehen können. Ich muss z.b. meine Mutter vorm Geschäft aus und einsteigen lassen, da sie mit 85 Jahren nicht mehr so weit gehen kann. Wenn man es so macht wie sie meinen, können ältere und die, die nicht mehr so gut zu Fuß sind die Stadt nicht mehr besuchen. Na Bravo…

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  13. Was Bienchen schreibt, ist ja in Teilen gar nicht so falsch. Aber bei einem Argument, das man leider öfter hört, hakt es dann aus: dass die Lösung der Wasserburger Verkehrsmisere darin bestehen soll, ausgerechnet die Busse aus der Stadt zu verbannen. Die Autofahrer nehmen für sich in Anspruch, direkt vor der Ladentüre parken zu müssen, aber für die Busnutzer (beileibe nicht nur Kinder, sondern auch viele Senioren, anteilsmäßig wohl mehr als bei den Autofahrern mit Geheinschränkungen) können dieWege gar nicht weit genug sein. Nein, im Gegenteil: man müsste die Stadtbusbenutzung durch zusätzliche Haltestellen beispielsweise am Heisererplatz und am Marienplatz deutlich attraktiver machen. Taktverdichtung und Erweiterung ins Umland werden wohl ohnehin schon diskutiert.

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  14. Ein Wasserburger

    Mal ein ganz anderer Einfall…
    Hat man sich denn einmal Gedanken darüber gemacht einen alternativen Radlweg über den Inn zu ermöglichen?
    Über das Stauwerk scheint das ja leider nicht machbar zu sein?

    Ich kenne viele die gerne mit dem Radl fahren würden, aber die das Brucktor, ein fehlender Radlweg und der viele Autoverkehr abschreckt.

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  15. Es gibt doch nicht einmal Busse in das nahe Umland was redet ihr da von Pfosten? Natürlich würden wir Landeier gerne mit dem Bus nach Wasserburg fahren was den Verkehr reduzieren würde. Zwei Verbindungen pro Tag sind halt Banane. Denk mal darüber nach, da gibt es auch den Ausdruck Vollpfosten. Armes Deutschland

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  16. Meine Mutter ist 86 und gehbehindert. Sie soll aufgrund ihres Diabetes zu einer medizinischen Fußpflege. Ich bringe sie seit Jahren zu einer Podologin in genau diesem Bereich. Dort kann ich vor dem Geschäft anhalten, sie reinbringen und anschließend das Auto woanders parken. Nach der Behandlung bleibe ich wieder vor dem Geschäft stehen und hole sie ab. Wenn der Bereich gesperrt wird, muß ich eine andere Podologin suchen, da ich den Rollstuhl der Mutter leider nicht in mein kleines Auto bringe. Ich würde das sehr bedauern.

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  17. Nachdem der Irrsinn mit den Wendemöglichkeiten am Ende der Färber- bzw. Herrengasse als Testlauf beschlossen und überall veröffentlicht wurde (sogar im Amtsblatt!!), kam man auf die Idee, einmal auszuprobieren, ob’s denn in der Praxis überhaupt möglich ist, dort zu wenden… Oooh, leider geht’s gar nicht, zu wenig Platz… Tja…
    Hat der Chef einer Firma keine Ideen, wird er am Wettbewerb scheitern. Einem Bürgermeister ohne Visionen kann ähnliches passieren.

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  18. @Rita: offenbar haben sie das geplante Konzept nicht verstanden. Es wäre eben kein Bereich gesperrt worden, sondern jedes Haus wäre anfahrbar geblieben. Sofern sie Ihre Mutter nicht mit einem überlangen 3.5-Tonner zur Podologin fahren, hätten Sie vielleicht etwas andere Wege in Kauf nehmen, aber ansonsten an Ihrer Fahrgewohnheit überhaupt nichts ändern müssen.

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  19. Bei der Bürgerfragestunde am 27.06. äußerten einige Bürger bereits berechtigte Zweifel an der Durchführbarkeit der Wendezonen am Ende von Färber- und Herrengasse. Eine sachliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit deren Bedenken fand nicht statt, vielmehr wurden alle Einwände von Bürgermeister Kölbl (…) mit dem Satz „Das funktioniert!“ und dem Hinweis auf die Einstimmigkeit des Beschlusses weggewischt. Das war schlechter Stil. Dass man sich mit der rein technischen Durchführung im Vorfeld offenbar so gar nicht beschäftigt hat – den Fahrversuch hätte man ja bereits kurz nach der Klausurtagung mal wagen können – bedeutet: schlechten Job gemacht. Auch die seinerzeit anwesende Mitarbeiterin des Büros Schlothauer & Wauer hat die Durchführbarkeit der Wendezonen damals mehrfach bekräftigt. Dass der Verkehrsexperte des Büros diese nun nur für PKW für umsetzbar hält, lässt mehrere Schlüsse zu. Evtl. waren die Mitarbeiter des Büros, die die Verkehrszählung durchführten nicht in der Lage zwischen PKW und Lieferverkehr zu differenzieren – oder aber die Stadt hatte gar kein neutrales Gutachten zur Prüfung der Machbarkeit in Auftrag gegeben, sondern nur ein (pseudo-) wissenschaftliches Feigenblatt bestellt. Am Ende bleibt ein schaler Beigeschmack und der Gedanke, dass hier unsinnig öffentliche Gelder ausgegeben wurden.
    Momentan hat Wasserburg noch eine quirlige, lebendige Altstadt. Das hat auch damit zu tun, dass sich dort viele unterschiedliche Geschäfte mit Engagement und Kreativität gegen den Internethandel behaupten können, dass dort tatsächlich noch Handwerksbetriebe existieren und nicht zuletzt sehr viele Menschen wohnen. Wenn das so bleiben soll, wird es auch zukünftig ohne Verkehr nicht gehen. Es wird immer Menschen geben, die auf motorisierte Transportmittel angewiesen sind – es sei denn es erfindet demnächst jemand das Beamen und den Replikator. Sicherlich eher unwahrscheinlich! Aber vielleicht könnte man, statt mit Verantwortlichen in Murnau zu telefonieren, um sich Bestätigung zu holen, mal etwas innovativer denken: vielleicht mal in Bad Birnbach anrufen und fragen, wie es so mit dem autonom fahrenden Büschen läuft…. Die Kehlheimer haben übrigens schon telefoniert …
    Die Damen und Herren Stadträte müssen machbare Alternativen zum Individualverkehr in der Stadt erarbeiten. Dazu sollten sie in einen intensiven und offenen Dialog mit allen Beteiligten/Betroffenen treten, aber auch echte Experten zu Rate ziehen (also sich wirklich beraten lassen und nicht Gefälligkeitsgutachen einkaufen). Das wird Zeit, Geld und Energie kosten – wenn man aber weiter denkt als bis zur nächsten Kommunalwahl, könnte sich das als Investition in die Zukunft erweisen.

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  20. @ Frau Kayser-Byker, @ Herrn Stadler: Ihre oben zitierten Kommentare zu den Lobbygruppen aka Altstadtbewohnern lassen tief blicken.In der Weihnachtszeit sollen wir unsere Fenster hübsch schmücken, damit es recht heimelig aussieht. Zur Earthhour sollen wir das Licht ausmachen, damit es recht ökologisch ausschaut. Und ansonsten sollen wir die Klappe halten. Zwei Anregungen in diesem Zusammenhang: 1. Steigen sie mal – zumindest gelegentlich – von ihrem hohen Ross. 2. Bedenken Sie, dass wir auch Wähler sind.

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