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Im Landkreis 2,6 Prozent arbeitslos: Die Wintermonate machen sich bemerkbar

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Die Wintermonate machen sich in der Januar-Bilanz 2020 auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vormonat: 2,2 und Januar 2019: 2,7 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3.797. Hier sind 2.639 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 579 mehr als im Vormonat.

Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.158 arbeitslose SGB II-Kunden, 72 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.006 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.408 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Die Wintermonate machen sich – wie in jedem Jahr – auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen im ganzen Agenturbezirk ist im Januar (Betrachtungszeitraum: 12.12.2019 bis 14.01.2020) um 1.430 auf 8.700 Personen angestiegen (Vergleichsmonat des Vorjahres: 8.440).

Viele Beschäftigte aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich nun bei uns arbeitslos gemeldet“, sagt Michael Vontra, der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ist aber weiterhin positiv: Die Anzahl der Beschäftigten, die von ihrem Betrieb über die Wintermonate freigestellt worden sind, entspricht in etwa dem Niveau von Januar des Vorjahres. Viele Unternehmen haben ihren saisonbedingt gekündigten Arbeitnehmern auch in diesem Jahr eine Wiedereinstellungszusage gegeben, da sie ihre langjährigen, guten Mitarbeiter nicht verlieren wollen.“

Vontra erklärt weiter: „Da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten, ist die Arbeitslosenquote im Januar bei Männern höher als bei Frauen: Sie ist bei den Männern im vergangenen Monat um 0,8 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent angestiegen (Zahl der arbeitslosen Männer insgesamt: 5.130), während sie bei den Frauen lediglich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent geklettert ist (Zahl der arbeitslosen Frauen insgesamt: 3.570). So hat sich die Arbeitslosenzahl in der Baubranche auf 830 Personen mehr als verdoppelt und in den Berufsgruppen Land-, Forst-, Tierwirtschaft sowie Gartenbau kletterte die Zahl um 82 Prozent auf 350 Betroffene.“

Insgesamt waren im Januar 260 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Wie bereits in den vergangenen Monaten ist die Erhöhung der Arbeitslosenzahl auf einen Anstieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung zurückzuführen. Im Bereich des Sozialgesetzbuchs (SGB) III waren 330 Kunden mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr, während die Zahl der SGB II-Kunden um 70 zurückgegangen ist.

Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,9 Prozent (0,5 Prozentpunkte mehr als im Vormonat) wie schon im Dezember um 0,1 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Mit Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den einzelnen Personengruppen sagt Vontra: „Insbesondere bei den unter 25-Jährigen (plus 70 (entspricht 9,3 Prozent) auf 790 Personen) und den über 55-Jährigen (plus 210 (entspricht 9,7 Prozent) auf 2400 Personen) ist gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Anstieg der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen.”

Er appelliert an die Unternehmen, den Betroffenen eine Chance zu geben und nennt als mögliche Unterstützungsmöglichkeiten Qualifizierung direkt am Arbeitsplatz (Stichwort: Qualifizierungschancengesetz) sowie Probearbeit und den Eingliederungszuschuss als finanzielle Unterstützung bei Arbeitsaufnahme. Der Arbeitgeberservice steht für Fragen montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

Als Beispiel für die Zusammenarbeit mit Unternehmen spricht der kommissarische Agenturleiter über die Hörmann Automotive Penzberg (HAP). Das Unternehmen beendet seine Geschäftstätigkeit am 30. Juni diesen Jahres und arbeitet seit Oktober 2019 eng mit den Agenturen für Arbeit in Weilheim und Rosenheim (Geschäftsstelle Bad Tölz) sowie der Stadt Penzberg zusammen.

Gemeinsames Ziel ist, dass möglichst vielen der mehr als 450 betroffenen Mitarbeiter bis Mitte des Jahres eine berufliche Alternative haben.

„Wir betreiben seit Oktober gemeinsam ein Büro auf dem Werksgelände und die Arbeitsvermittler aus Bad Tölz stehen in engem Kontakt zu den mehr als 100 Beschäftigten, die in unserem Agenturbezirk wohnen. Sie haben bereits viele zielführende Gespräche geführt, bei denen sie mit den Betroffenen Bewerbungsunterlagen erstellt, Stellenangebote gesichtet und neue berufliche Perspektiven mit ihnen erarbeitet haben. Dabei sind auch Weiterbildungen und Qualifizierungen als Option möglich. Einige Mitarbeiter haben schon einen neuen Arbeitgeber gefunden und ich bin optimistisch, dass weitere unmittelbar in eine neue Beschäftigung wechseln werden“,

… sagt Vontra und weist auf die Jobmesse hin, die am Mittwoch, 12. Februar, zwischen 10 und 16 Uhr – ein Zeitraum, der den Mitarbeitern aller Schichten eine Teilnahme ermöglicht – im HAP-Werk stattfindet.

Unternehmen können sich per Mail an wirtschaftsfoerderung@penzberg bei Penzbergs Wirtschaftsförderin Monique van Eijk anmelden.

Der kommissarische Agenturleiter spricht zum Jahresbeginn auch über den Ausbildungsmarkt und betont, dass eine abgeschlossene, betriebliche Ausbildung die ideale Grundlage für die berufliche Zukunft ist. „Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 1.900 Bewerber für Lehrstellen mit Ausbildungsbeginn im Herbst 2020 gemeldet, 100 weniger als vor einem Jahr. Dem gegenüber stehen 2.670 offene Ausbildungsstellen, 60 mehr als im Vergleichszeitraum des vorherigen Berichtsjahres“, sagt Vontra.

„Die meisten gemeldeten Lehrstellen gibt es – wie schon im letzten Berufsausbildungsjahr – in den Verkaufsberufen, wie Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer, Fachverkäufer Bäckerei- oder Fleischerei (410) sowie in den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen, die auch den Industriemechaniker und den Kfz-Mechatroniker beinhalten (230), in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Fleischer und Köche) (200), in den Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen (190), in den Medizinischen Gesundheitsberufen, beispielsweise für Medizinische – und Zahnmedizinische Fachangestellte (180) und für Industriekaufleute und Kaufleute Büromanagement (170)“, so der kommissarische Agenturleiter.

„Diese Berufe, für die es ausreichend Ausbildungsplätze gibt, sind auch bei den Bewerbern beliebt. Aber es gibt auch Berufszweige wie Informatik- und andere IKT-Berufe (80 Bewerber zu 50 gemeldete Stellen), Gartenbauberufe / Floristik oder Produktdesign / Kunsthandwerk (jeweils 30 zu zehn), in denen es mehr Bewerber als Stellen gibt.

Ich möchte junge Menschen deshalb einladen, am besten gleich eine Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de zu schicken und einen Termin mit unseren Berufsberatern zu vereinbaren. Die Kollegen geben wichtige Tipps zur Stellensuche, zu Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen und haben direkten Kontakt zu den Ansprechpartnern vom Arbeitgeberservice, die wiederrum in persönlichem Kontakt zu Ausbildungsbetrieben stehen.“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat: 3,8; Januar 2019: 4,3 Prozent). Derzeit sind 1.578 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 181 auf 851. Für 727 arbeitslose
SGB II-Kunden, 35 mehr als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.071 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.621 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Januar eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent auf (Vormonat: 2,1; Januar 2019: 2,4 Prozent). Das entspricht 1.831 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1.334 Männer und Frauen, 314 mehr als vor einem Monat, bei der Agentur für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 497 Betroffene, 41 mehr als im Dezember, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen als arbeitslos registriert. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.753 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.421 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.489 Bürger als arbeitslos registriert, was einer Quote von 2,7 Prozent (Vormonat: 2,3; Januar 2019: 2,7 Prozent) entspricht. Davon sind 1.117 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 196 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 372 Arbeitslose gemeldet, 14 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 912 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 742 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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