„Verheerendes Signal für Milchbauern“

Bayerischer Bauernverband befürchtet Zerstörung der regionalen Landwirtschaft

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Aktuell verhandelt der Lebensmittel-Einzelhandel die Preise für verschiedene Milchprodukte (zum Beispiel Frischmilch) für die nächsten sechs Monate. Der Discounter Aldi kündigte auf Nachfrage an, seine Preise für den Liter frische Vollmilch in der untersten Klasse ab heute um neun Cent auf 69 Cent zu senken. Dazu erklären die Kreisbäuerinnen und Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes bei ihrer heutigen Tagung (unser Foto) …

„Die Preissenkungen sind ein verheerendes Signal für unsere Milchbauern. Auf der einen Seite steigen die Anforderungen an die Milchviehhalter permanent, zum Beispiel beim Tierwohl, auf der anderen Seite sinken die Verkaufspreise überdimensional. Das passt nicht zusammen und zerstört unsere regionale Landwirtschaft. Der Lebensmitteleinzelhandel spielt seine Marktmacht auf Kosten unserer Betriebe aus, denn die massive Preissenkung ist mit dem Marktgeschehen nicht erklärbar!“

Auch im Schweinebereich sind die Erzeugerpreise aktuell deutlich gefallen. So bekommen Erzeuger derzeit mit 1,37 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht fünf Cent weniger als vergangene Woche. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai sind es sogar 22 Prozent weniger.

Foto: BBV

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Ein Gedanke zu „„Verheerendes Signal für Milchbauern“

  1. Annette Diouri

    Der Handel drückt die Preise der Erzeuger, weil er sich im Wettbewerb Vorteile verspricht. Es liegt doch an uns, dieses für uns letztendlich schädliche Spiel nicht mitzumachen. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die zu Dumpingpreisen erzeugten Lebensmittel auch gute Lebensmittel sind? Die Skandale zeigen es doch! Abgesehen davon, dass man zu diesen Billigpreisen nur noch zu Lasten der Tiere, Landwirte und mit viel Chemie „produzieren“ kann. Wollen wir wirklich um den Preis von ein paar Cent billiger Milch und Fleisch gequälter Tiere auf den Tisch bringen? Wollen wir chemiebelastetes Obst und Gemüse – ich denke da z.B. an das schaumige Wasser beim Salat waschen. Die meisten von uns können sich – zumindest teilweise – Lebensmittel zu ehrlichen Erzeugerpreisen leisten. Doch siegt hier, wie auch in vielen anderen Bereichen, die Gedankenlosigkeit und die instinktive Jagd nach Schnäppchen. Nur ganz Wenige profitieren davon. Doch auch diese Gierschlunde werden sich mit ihrem Geld weder Gesundheit noch eine gesunde Natur zurückkaufen können.

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