Vergebens auf Kulanz gesetzt

Beim Einzug in städtische Wohnanlage happigen Strafzettel kassiert - Kein Entgegenkommen der Stadt

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Für einen 62-jährigen Neumieter fängt das Wohnen in der kommunalen Anlage an der Ponschabaustraße (Foto) schon „gut” an: Als der Wasserburger vergangene Woche seinen Pkw und Anhänger dort vorübergehend abstellte, um Möbel abzuladen, erhielt er prompt eine Verwarnung über 55 Euro wegen „Parken auf dem Gehweg”. Mit seiner Beschwerde blitzte er ab – die Stadt sei dafür nicht mehr zuständig. Für künftige Mieter soll es aber eine Zwischenlösung geben.

Der neue Mieter ist sichtlich erzürnt: „Wenn ich heute von der Stadt eine Wohnung bekomme, muss es doch möglich sein, dass man im Rathaus kulant reagiert, wenn man beim Abladen sein Fahrzeug kurze Zeit falsch abstellt.” Ordnungsgemäßer Platz für sein Gespann sei keiner gewesen, sein Fahrzeug für die Tiefgarage zu hoch. Er sei sich der Ordnungswidrigkeit zwar voll bewusst, hoffte aber auf ein Entgegenkommen seitens der Stadt. Zudem fühlte er sich arg knapp abgespeist.

Für Claudia Schaber vom Ordnungsamt ist die Sache dagegen eindeutig klar: „Wir haben mit der Parkraumüberwachung den Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland beauftragt.” Und der ZV habe die Verwarnung ausgestellt. „Damit sind wir komplett raus aus der Geschichte.” Das sieht Robert Mayerhofer vom Liegenschaftsamt ähnlich: „Die Stadt hat da keinen Einfluss.” Er könne einen gewissen Unmut nachvollziehen, man müsse aber auch mit den Konsequenzen leben, wenn man Fehler macht.

Im Vorfeld hätte sich der Mieter auch über die Gegebenheiten informieren können – etwa, dass es eben nur sechs Außenparkplätze gibt. Über den hohen Betrag, den der 62-jährige in jedem Fall bezahlen muss, ist aber auch Mayerhofer erstaunt: „Ich war überrascht, dass das so teuer ist.” Weil aber der Stadt an einem guten Klima gelegen ist, wurde dem Neumieter ein befristeter Sonderparkausweis ausgestellt, für den Fall, dass er nochmals vorübergehend an der Wohnanlage ausladen muss.

Damit ähnlicher Ärger den anderen Neumietern erspart bleibt, wurden die Einzugstermine zeitlich entzerrt, sodass sich keiner in die Quere kommt. Mayerhofer empfiehlt dringend, sich vorher über die Parksituation zu informieren, die Besucherparkplätze oder, wenn möglich, die Tiefgarage und den geräumigen Aufzug zu nutzen. In absoluten Ausnahmefällen könne auch ein Sonderparkausweis ausgegeben werden – die Notwendigkeit hierfür werde aber vom Bauamt sorgfältig geprüft. CF

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15 Kommentare zu “Vergebens auf Kulanz gesetzt

  1. Schreinerbiker

    Die sollen doch mal vorm Rathaus kontrollieren.

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  2. Ist schon komisch, im Burgerfeld oder Doblsiedlung usw. hab ich noch nie jemanden gesehen, die einen Strafzettel bekommen haben, wo dazu noch Parkverbotsschilder wegen Bauarbeiten überall rum stehen und keiner kümmert sich darum.
    Wäre mal ein Vorschlag,

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  3. Auch die Mieter eines kommunalen Gebäudes müssen sich an die geltenden Parkregelungen halten. Es steht dabei jedem frei, bei der Kommune im Vorfeld eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen und sich zu informieren!

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    1. Gleichheit, man kann aber ein bisschen Menschenverstand bei der Arbeit mitbringen und sehen, das hier im Neubau eingezogen wird und es zu diversen, kurzfristigen Parksituationen kommen kann. Warum wird einem Mieter nicht vorher mitgeteilt, dass er sich um einen Sonderstatus kümmern muss, die Vermieter sollten das ja wissen!. Außerdem könnte ich mir vorstellen, das die Strafzettel-Verteiler nicht von selbst gekommen sind. Wie pezideife schon schreibt, es gibt auch andere Wohngegenden, wo nichts unternommen wird. Vielleicht ein Wink an bestimmter Stelle und es gibt auch dort Knöllchen!

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  4. Dieser Zweckverband ist doch für das gesamte Stadtgebiet zulässig, d.h. für die Ponschabaustraße ebenso wie für den Marienplatz. Wenn die Stadt also angeblich so überhaupt gar keinen Einfluss auf den Zweckverband hat, obwohl dieser Zweckverband im Auftrag der Stadt arbeitet: warum genau will der Herr Bürgermeister seinen Stadtrat dann bei einer Verkehrsklausur zum gefühlt dreitausendsten mal über die Motorrad-Parksituation vorm Rathaus beraten lassen?

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  5. Reinste abzocke. Wenns a motorrad gewesen wäre,wärs kein problem gewesen…..

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  6. Wie soll das gehen. Zwischenlösung ? Die Stadt sei dafür nicht mehr zuständig.

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  7. Wo bekommen die parkenden Motorräder vor dem Rathaus die Ausnahmegenehmigung her. Vor dem Gesetz ist jeder gleich !

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  8. Wenn ich lese “Damit sind wir komplett raus aus der Geschichte” oder “Die Stadt hat da keinen Einfluss”, kann ich nur den Kopf schütteln. Die Stadt bezahlt doch für die Parkraumüberwachung, ist also Auftraggeber des ZV Oberland. Oder sehe ich das falsch? Wie auch immer: Mit ein bisschen mehr Zivilcourage der beiden zitierten Personen hätte sich bestimmt eine zufriedenstellende Lösung finden können.

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    1. ein Wobberianer

      wie heißt es so schön: den Teufel den ich rief,den werd ich nicht mehr los!

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  9. 55 € für kurzfristiges Falschparken während notwendigen Ausladens sicher vieler und auch schwerer Dinge – Ämter, die null Interesse zeigen, gleichzeitig aber von „gutem Klima“ reden und (Augenwischerei) für „eventuell weiteres notwendiges Ausladen“ einen befristeten Sonderausweis in Aussicht stellen –
    Anstelle des 62jährigen Herrn wäre mir die Freude am Umzug ins an und für sich so schöne Wasserburg erstmal gründlich vergangen.

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  10. Flexibel wia a Stahlträger hoid – unsere Beamten …

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  11. Leider ist das in Wasserburg die Normalität geworden. Seitdem die ZV Oberland die Parkraumüberwachung übernommen hat ist es auch nicht mehr möglich 3 Minuten mit Warnblinker zum Ausladen der Einkäufe stehen zu bleiben. Und wenn ich dann hier Artikel über die „Park – Anarchie“ während dem Lockdown lese und sehe, dass es zu 80% die Ladenbesitzer sind, die vor ihren Läden parken, um Lieferservice für die Region anzubieten, kommt mir das Kotzen. Schade, in welche Richtung sich das gerade entwickelt. Anwohnerfreundlichkeit ist wohl nicht mehr angesagt, danke liebe Stadt Wasserburg!

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  12. Wenn der Bewohner auf dem Gehweg steht ist es halt eine Ordnungswidrigkeit – Punkt aus.
    Damit soll nur verhindert das Fußgänger / Kinder / Gehbehinderte durch parkende Autos auf eine befahrene Straße ausweichen müssen.

    Verstehe die Aufregeung nicht ganz.

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  13. Die sollen mal in der südlichen Burgau kontrollieren kommen. Da kommt man aus dem eigenen Parkplatz nicht mehr heraus, weil die netten Mitbürger die Sperrflächen zu parken. Es ist auch viel schöner zum spazieren gehen meine lieben Parkraumüberwacher…

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