Unterstützung beim Berufswechsel

Agentur für Arbeit fördert Zukunfts-Starter im Job - Zwei Teilnehmer berichten

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Die Agentur für Arbeit in Rosenheim unterstützt mit der Maßnahme „Zukunftsstarter“ die Arbeitnehmer beim Erwerb eines Berufsabschlusses. Gertraud Käsweber, Teamleiterin im Bereich Arbeitsvermittlung, betreut unter anderem die 33-jährige Nicole, die als Zweifach-Mama gerade eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten macht und Pascal aus Rosenheim, einen angehenden Automobilkaufmann. Die Beiden berichten über ihre Erfahrungen im neuen Job …
„Ich profitiere bei der Arbeit auf jeden Fall davon, dass ich schon jahrelang als Reifenmonteur gearbeitet und früher auch schon eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker begonnen habe“, sagt Pascal.

Der 25-Jährige hat beim AutoPark in Mailling Mitte August eine von der Agentur für Arbeit geförderte Umschulung zum Automobilkaufmann begonnen und ist, wie seine Chefin Julia Englhart, begeistert: „Man merkt schon, dass Pascal eine andere Reife mitbringt als viele Auszubildende, die gleich nach der Schule bei uns anfangen. Man kann ihm schon eigenständig größere Aufgabenbereiche übertragen und er profitiert bei der Tätigkeit auf jeden Fall von seiner vorherigen Berufserfahrung“, so Englhart, deren Unternehmen im vergangenen Jahr bereits einen Umschüler übernommen hat.

So erledigt Pascal – in enger Absprache mit seinen Ausbildern – schon weitestgehend eigenständig die Fahrzeugabnahme und -bewertung, inklusive Kalkulation. Der 25-Jährige untersucht den Pkw und dokumentiert die Ergebnisse in ein Tablet. „Die Arbeit mit dem Rechner ist für mich noch ein wenig ungewohnt, aber total spannend“, berichtet er.

Der Rosenheimer absolviert die auf eine Dauer von drei Jahren angelegte Ausbildung zum Automobilkaufmann als Umschüler in zwei Jahren und ist deshalb in der Berufsschule gleich im zweiten Lehrjahr eingestiegen. „Das klappt eigentlich super. Nur in Rechnungswesen hatte ich einige Anlaufprobleme, aber da habe ich mich richtig rein gehangen und bin jetzt gut dabei“, sagt er.

„Wenn es einmal nicht so rund läuft, haben wir aber auch die Möglichkeit durch sogenannte „umschulungsbegleitende Hilfen“ zu unterstützen, damit alles klappt“, erklärt Gertraud Käsweber, Teamleiterin bei der Agentur für Arbeit Rosenheim im Bereich Arbeitsvermittlung, die Pascal bei der Umschulung unterstützt.

„Gefördert werden können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitslose ohne Berufsabschluss, aber auch Personen, die seit mindestens vier Jahren in einer an- oder ungelernten Tätigkeit arbeiten und ihren Ausbildungsberuf nicht mehr ausüben. Auch Berufsrückkehrende und Wiedereinsteiger können sich gerne an die Agentur für Arbeit wenden und mit ihrer Arbeitsvermittlerin oder ihrem Arbeitsvermittler über ihre berufliche Zukunft sprechen. Die beruflichen Interessen und Fähigkeiten werden bei der Suche nach der richtigen Qualifizierung natürlich berücksichtigt“, so Käsweber.

„Wir möchten durch die Maßnahmen dem Fachkräftemangel entgegen wirken und insbesondere die Personengruppe zwischen 25 und 35 Jahren ansprechen. Dabei können (Teil-) Qualifizierungen, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führen, oder auf eine Externenprüfung vorbereiten ebenso gefördert werden wie Maßnahmen zum Erwerb von Grundkompetenzen.“

Während Pascal seine Ausbildung in Vollzeit absolviert, erlernt Nicole den Beruf der Steuerfachangestellten in Teilzeit. Die 33-Jährige hat 2013 als Bürokraft in einer Steuerkanzlei begonnen und im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben im Bereich Buchhaltung übernommen.

„Da die Erstellung einer Finanzbuchhaltung ohne steuerliches Fachwissen in einer Steuerkanzlei schwierig ist, haben wir mit einzelnen, unstrukturierten Fortbildungsmaßnahmen begonnen. Daraus ist dann gemeinsam die Idee einer Ausbildung zur Steuerfachangestellten entstanden, damit Nicole alle Facetten des Berufsbildes fachlich kennenlernen kann“, sagt ihr Chef, der mit anderen Umschülern ebenfalls bereits Erfahrungen gesammelt hat.

Und die Zweifachmama unterstreicht die Sichtweise ihres Chefs: „Ich fühle mich hier sehr wohl und sehe meine Zukunft in diesem Beruf. Dabei ist es schwierig die Kanzlei ohne fachliches Wissen zu unterstützen.“ Deshalb absolviert sie an drei Tagen in der Woche vormittags den praktischen Teil ihrer Ausbildung und besucht an zwei Tagen gemeinsam mit denjenigen Auszubildenden, die die Ausbildung in Vollzeit absolvieren, bis 15 Uhr die Berufsschule.

„Den Spagat zwischen Familienleben und Ausbildung schaffe ich mit Einschränkungen und Konzentration auf das Eine oder das Andere“, sagt Nicole. „Aber bisher läuft alles ganz gut. Dabei profitiere ich natürlich davon, dass ich in den letzten drei Jahren schon im Büro gearbeitet und in der Vergangenheit eine Ausbildung zur Fitness-Kauffrau abgeschlossen habe.“

Natürlich bedeutet die Umschulung für sie gegenüber der Arbeit als Bürokraft finanzielle Einbußen, doch Käsweber von der Agentur für Arbeit kann auch hier beruhigen: „Bei der betrieblichen Umschulung sollte es eine Ausbildungsvergütung geben. Darüber hinaus können die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter Kosten für Lehrgänge, die Fahrt, auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie Kinderbetreuung übernehmen“, betont sie, und weiter:

„Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung werden besser entlohnt als Hilfskräfte. Sie müssen seltener den Arbeitgeber wechseln als Menschen ohne Berufsabschluss und sind seltener arbeitslos. Zudem sind Fachkräfte im Alter weniger häufig von Armut bedroht.“

Bei Interesse an einer Umschulung kann unter der kostenlosen Servicenummer 0800/4555500 ein Termin bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden.

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