„Unser Trinkwasser hat Top-Qualität“

Stellungnahme des Gesundheitsamtes Rosenheim zum Weltwassertag

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Am Donnerstag, 22. März, ist der Weltwassertag. Das Wasser im Landkreis Rosenheim habe eine sehr hohe Qualität und werde regelmäßig überprüft – auch auf Nitrat. Das meldet das Landratsamt am heutigen Dienstagnachmittag dazu. Im vergangenen Jahr sei bei keiner Probe der Grenzwert überschritten worden. „Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Die Anforderungen daran sind hoch …

In der Trinkwasserverordnung sind unter anderem die Beschaffenheit und Aufbereitung des Trinkwassers, die Pflichten der Wasserversorger und die Überwachung des Trinkwassers geregelt. Es muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch die menschliche Gesundheit nicht geschädigt wird. Dies gilt insbesondere für Krankheitserreger, aber auch für chemische und radiologische Stoffe“, so der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl.

Die Gesundheitsämter haben die gesetzliche Pflicht, Wassergewinnungs- und Wasserversorgungsanlagen regelmäßig zu überwachen.

Unter anderem wird das Trinkwasser vom Wasserversorger regelmäßig auf Nitrat untersucht. Nitrate werden in der Landwirtschaft als Mineraldünger verwendet. Durch biologische Prozesse kann Nitrat im Boden auch aus organischen Stickstoffverbindungen, die unter anderem in der Gülle enthalten sind, entstehen.

Nitrate sind gut wasserlöslich und können daher über das Grundwasser in das Trinkwasser gelangen.

Zum Nitratgehalt des Trinkwassers in der Region erläutert Hierl:

„Im Jahre 2017 lagen alle Proben der öffentlichen Wasserversorger auf Nitrat in Stadt und Landkreis Rosenheim unter dem in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.

Insgesamt wurden 178 Wasserproben getestet. Der Nitrat-Mittelwert aller Proben lag bei 13,6 Milligramm pro Liter. Das Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorger in unserer Region ist von hoher Qualität und kann bedenkenlos konsumiert werden“, so Hierl.

Der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter wurde in der Grundwasserrichtlinie der Europäischen Union festgelegt. Er soll die für Nitrat empfindlichen Säuglinge schützen.

Bei Säuglingen, im Alter von bis zu sechs Monaten, kann es im Magen aufgrund der in diesem Lebensalter besonderen Besiedlung mit Bakterien zu einer Umwandlung des Nitrats zu Nitrit kommen. Gelangt das Nitrit ins Blut, kann der rote Blutfarbstoff so verändert werden, dass er keinen Sauerstoff mehr binden, und es folglich zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme kommen kann.

Dieser Effekt ist als Säuglingszyanose oder „blue infant syndrome“ bekannt. Diese Gefährdungen können jedoch erst dann auftreten, wenn der Grenzwert für Nitrat überschritten ist.

Bei Fragen zum Trinkwasser stehen die lokalen Wasserversorger oder das Team des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim zur Verfügung.

Der Weltwassertag wurde anlässlich der Weltkonferenz ‚Umwelt und Entwicklung‘ 1992 in Rio de Janeiro ins Leben gerufen und wird alljährlich begangen.

Die Vereinten Nationen rufen die Staatengemeinschaft zur Unterstützung des Weltwassertags am 22. März 2018 auf. In diesem Jahr steht er unter dem Motto ‚Nature for Water‘. Ziel des diesjährigen Weltwassertags ist, die Öffentlichkeit über die Bedeutung intakter Ökosysteme als Voraussetzung für die Erhaltung der Wassermenge und -qualität zu informieren.

Foto: Unesco

 

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10 Gedanken zu „„Unser Trinkwasser hat Top-Qualität“

  1. Mal eine ernst gemeinte und nicht etwa rein rhetorische Frage: Früher lag dieser Nitrat-Grenzwert einmal bei 30 Milligramm pro Liter.

    Für den Hinweis „für die Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet“ gar nur bei 10 mg/L.

    Irgendwann wurde dieser Grenzwert pauschal auf 50 mg/L angehoben.

    Weiß irgendwer, was dazu der Anlass war?
    Neuere medizinische Erkenntnisse, dass Nitrat doch nicht ganz so schlimm ist? Oder war das einfach den überall steigenden Nitratwerten geschuldet?
    Gerade die früher für Säuglingsnahrung geltenden 10 mg/L würde in der Region nahezu jeder Wasserversorger überschreiten, das Wasserburger Trinkwasser liegt meines Wissens irgendwo im Bereich von 27 mg/L.

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    1. rechne mal aus wieviel Liter Wasser mit 50 mg Nitrat man trinken muß um auf die gleiche Menge Nitrat zu kommen die ein Salatteller enthält!

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      1. Selbst dann wüsste ich noch nicht, ob Trinkwasser nun komplett ungefährlich oder Salat ganz furchtbar gefährlich ist.
        Ich finde es nur bemerkenswert, dass man trotz der im Artikel beschriebenen Risiken insbesondere für Säuglinge, den entsprechenden Grenzwert beherzt auf das Fünffache raufgesetzt hat und man nirgends etwas findet, was hierfür der Anlass war.
        Trotzdem dankeschön für den Hinweis – das tägliche Salatbuffet für den Säugling ist jetzt vorerst mal gestrichen…

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    2. Früher hat man die Baby-PoPo`s auch gepudert. Heute nicht mehr! Warum dann nicht auch von 30 auf 50?

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    3. Ich habe eine Anfrage an das Umweltbundesamt geschickt bzgl. der Erhöhung des Nitratgrenzwertes .
      Hallo Herr XXX,
      Nein, meine Frage bezieht sich auf die Veränderung der Grenzwerte für Nitrat.
      Es gab, soweit ich das gehört habe, für Nitrat im Trinkwasser andere Grenzwerte 30 mg/l und für Säuglinge 10mg/l.
      Ich habe über Google und Co keine nachpüfbaren Infos gefunden und wollte wissen, ob sie darüber etwas wissen.
      Warum das geändert wurde und wer das veranlasst hat ?
      MfG
      ——————————-
      Antwort:
      Sehr geehrter Herr Catweazle,
      ich habe mich nochmal im Haus informiert:
      Uns ist keine Grenzwerterhöhung im Trinkwasser von 30 mg/l Nitrat auf 50 mg/l Nitrat bekannt.
      Im Gegenteil, der Nitrat-Grenzwert im Trinkwasser wurde in Deutschland mit der Trinkwasserverordnung von 1986 rechtsverbindlich von 90 mg/l auf 50 mg/l Nitrat gesenkt und gilt unverändert bis heute.
      Häufig wird ein Wert von 10 mg/l Nitrat zitiert. Dieser stammt aus der Mineralwasserverordnung, und sie schreibt vor, dass ein (Tafel)Wasser nur dann als geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung beworben werden darf,
      wenn der Gehalt u.a. an Nitrat 10 mg/l nicht überschreitet.
      Mit freundlichen Grüßen
      Z 4, Bürgerservice
      HR: 2130
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      Eigenartig ich dachte auch das am Grenzwert zu unseren Ungunsten geschraubt wurde wäre ja nicht das erste mal .

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      1. Es gab vor längerer Zeit Versuche der EU, einen einheitlichen Nitratgrenzwert von 25 mg/L für Trinkwasser einzuführen. Dies scheiterte am Widerstand einzelner Mitgliedsstaaten. Jetzt gibt es einen EU-weiten Grenzwert von 50 mg/L, einige Staaten haben sich aber einen strengeren Grenzwert von 25 mg/L verordnet. Deutschland zählt nicht dazu.

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  2. Das Wasser, das heute als Trinkwasser entnommen wird, ist nicht gestern in den Boden gesickert, sondern schon viele Jahre im Boden. Die Effizienz von Maßnahmen kann man deshalb auch erst nach einigen Jahren beurteilen.

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  3. Wenn Trinkwasser schon unser wichtigstes Lebensmittel ist,
    warum wird es dann hauptsächlich für Klospülung und zum
    Waschen verwendet. Müsste nicht hier umgedacht werden?

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    1. „Körperpflege und das Betätigen der Klospülung machen etwa ein Drittel des gesamten Wasserverbrauchs in deutschen Haushalten aus“.
      Quelle: https://wassersprudler.de/trinkwasser/

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      1. https://www.oeko-energie.de/produkte/komposttoiletten/
        https://bessergesundleben.de/ist-es-schaedlich-taeglich-zu-duschen/
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        Wie ihr seht geht es auch anders wobei der Verbrauch ja nicht das wirklich Problem darstellt .
        In unserer Klimazone haben wir keinen Wassermangel, es geht um das Verschmutzen des Wassers ,Toilettensteine/körbchen zum reinhängen ,zuviel Waschpulver Weichspüler usw. und bei der Körperpflege das Gleiche .Es gibt Produkte die sind umweltverträglicher und weniger ist oft mehr aber eigentlich wisst ihr das sicher schon lange .
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        Dann gibt es auch genug Produkte die bei der Herstellung viel Wasser benötigen und es auch sehr verschmutzen . Es liegt wie immer auch an uns wie wir uns informieren und welche konsequenzen wir daraus ziehen.
        Kaffeepads zB sind ein riesen Schwachsinn , Einwegbecher beim Cafe to go äh ja manchmal machen es mir manche gedankenlose Mitmenschen echt schwer sie als Homo sapiens sapiens zu sehen .Ich bin sicher kein Mister Misses Perfekt aber so d*** war ich noch nie.

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