Unser Porträt

Das ist Jonas Garschhammer: Er arbeitet seit kurzem als neuer Biodiversitätsberater für das Landratsamt

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Das ist Jonas Garschhammer. Er ist seit kurzem als Biodiversitätsberater für das Landratsamt Rosenheim tätig. Seine Aufgabe ist es, gemeinsam mit Eigentümern, Landwirten, Kommunen und Verbänden die biologische Vielfalt im Landkreis Rosenheim zu erhalten und zu verbessern. Das Augenmerk eines Biodiversitätsberaters liegt auf der Entwicklung der Schutzgebiete und des Biotopverbundes. Dass es eine Stelle wie diese gibt, hat viel mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu tun. Ein Porträt …

Der neue Biodiversitätsberater für den Landkreis Rosenheim hat sich jetzt bei Landrat Otto Lederer vorgestellt. Die Stelle von Jonas Garschhammer ist im Landratsamt Rosenheim angesiedelt. Aufgabe des studierten Landschaftsökologen ist es, gemeinsam mit Eigentümern, Landwirten, Kommunen und Verbänden daran zu arbeiten, die biologische Vielfalt im Landkreis Rosenheim zu erhalten und zu verbessern.

Diese gemeinsamen Gespräche hält Landrat Otto Lederer für einen wichtigen Punkt. „Beratung ist sehr wichtig. Nur so kann man ein Bewusstsein vor Ort schaffen und gemeinsam Potenziale erkennen. Wenn man auf Augenhöhe miteinander spricht, fallen Mauern. Von diesen gemeinsamen Projekten können alle profitieren“, so Lederer.

Das Augenmerk des Biodiversitätsberaters liegt auf der Entwicklung der Schutzgebiete und des Biotopverbundes. „Es geht darum zu schauen, welche Tiere und Pflanzen gibt es hier, welche Bedürfnisse haben sie und wie können wir gegebenenfalls unterstützend tätig werden.“

Garschhammer sieht sich als Ergänzung zur unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und den beiden Gebietsbetreuern im Bereich des Chiemsee sowie der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen. Während sich deren Zuständigkeit auf bestimmte Schutzgebiete beschränkt, ist der Biodiversitätsberater für den gesamten Landkreis zuständig.

Für den Anfang hat er sich einzelne Schutzgebiete herausgesucht, bei denen er genauer hinschaut. Eines dieser Schutzgebiete ist ein Moor bei Wasserburg, ein ehemaliges Kesselseegebiet. „In den 70er und 80er Jahren war der See in diesem Gebiet bei Badegästen sehr beliebt. Es gab Trittschäden im Uferbereich und Müllablagerungen. Dann wurde die Reißleine gezogen, der See gesperrt und zum Naturschutzgebiet gemacht“, sagt Garschhammer. Seit der Mensch weg ist, kommt die Natur zurück. Die Flächen haben sich erholt und zum Teil sehr schön entwickelt.

Dennoch gibt es noch einiges zu tun, denn viele der Veränderungen hatten ihren Ursprung bereits vor rund 200 Jahren.

Garschhammer: „Um die Wiesen bewirtschaften zu können, wurden Entwässerungssysteme gebaut und der Wasserstand abgesenkt. Mit der Zeit entwickelten sich dort magere, aber dafür sehr blumenreiche Streuwiesen mit Enzianen und Orchideen. Seit etwa 50 Jahren werden diese Flächen nicht mehr bewirtschaftet und liegen brach. Sie verbuschen, wachsen zu. Dazu kommen Nährstoffe von Verkehr, Industrie und Landwirtschaft, die über die Luft eingetragen werden und diesen Prozess noch beschleunigen.

Das bewirkt bestimmte Veränderungen. Die versuchen wir zu managen, indem wir einige Bereiche ganz der Natur überlassen und andere extensiv bewirtschaften. In diesen Refugien finden Tiere und Pflanzen einen Platz, die früher in größerer Zahl bei uns vorgekommen sind. Wenn wir nichts tun, verlieren wir diese Arten.“

Diese Flächen haben wirtschaftlich keinen großen Nutzen, sind aber für die Natur wahre Schätze. Dafür möchte Garschhammer mit den Grundstückseigentümern ins Gespräch kommen und gemeinsam Perspektiven entwickeln. Es gibt viele Förderprogramme und Ausgleichsmöglichkeiten, nur die wenigsten wissen das.

Bevor Garschhammer ans Landratsamt Rosenheim kam, hat er für ein Umweltplanungsbüro in München gearbeitet. Er hat für Straßen- und Stromtrassen Umweltgutachten erstellt und die Baumaßnahmen begleitet, damit sie möglichst umweltverträglich umgesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war ein Naturschutzprojekt zwischen Haag und Wasserburg.

Dass es eine Stelle wie diese gibt, hat viel mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu tun. Das Thema der Artenvielfalt rückte in den Fokus der Öffentlichkeit und hat bei vielen Menschen dazu geführt, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Daraus resultiert auch das „Versöhnungsgesetz“, welches im August 2019 in Kraft trat. Darin hat sich die Bayerische Staatsregierung verpflichtet, die Naturschutzverwaltungen mit zusätzlichen Fachkräften auszustatten, um den Fokus stärker auf die Biodiversität zu lenken.

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