Unermüdlich, laut und auch leise

Aufstand im Raum Rosenheim gegen „ein zweites Stuttgart 21" im Inntal: 5000 Bürger beteiligten sich

Entlang der geplanten Gleise liefen zwölf „Lärmwellen“ – ob mit Sirenen, Töpfen, Trillerpfeifen, Trompeten, Kuhglocken, Trommeln. Aber es gab zusätzlich auch einen stilleren Protest – wie hier diesen auf dem Inn (unser Foto). Die Bürgerinitiativen ziehen weiter stark an einem Strang: Es gab jetzt einen wahrlich auch lauten Aufstand im Raum Rosenheim gegen „ein zweites Stuttgart 21″ im Inntal.

5.000 Bürger protestierten gegen die geplante Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke (wir berichteten) – da es ja bereits eine Bahnstrecke als Zulauf zum Brennertunnel gebe, so die Argumentation. Diese Strecke sei nur zu 50 Prozent ausgelastet und mit einer Modernisierung könnten 99 Prozent der geforderten 400 Züge zum Brennertunnel fahren.

Aber nach dem Plan von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sollen sich dennoch zwei neue Gleise wie eine Schneise durch die Region „fräsen“, so die lautstarke Kritik. Allen geschönten Statistiken und „überoptimistischen“ Prognosen zum Trotz gebe es bis heute keinen nachgewiesenen und erkennbaren Bedarf dafür, sagt der Verein Brennerdialog heute in einer erneuten Presseerklärung.

Alle Fotos: Brennerdialog


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5 Kommentare zu “Unermüdlich, laut und auch leise

  1. Und da ist sie wieder: die typische deutsche DAGEGEN-Mentalität. Als Beispiel: den Strom will jeder rund um die Uhr aus der Steckdose haben, ein Kraftwerk oder auch nur ein Windrad will aber keiner vor der Haustür oder auch nur in Sichtweite haben.

    Man sollte vielleicht auch mal darüber nachdenken, ob es so super umweltfreundlich ist, wenn in kilometerlangen Dauer-Staus Unmengen von Abgasen in die Luft geblasen wird. Man kann schon plärren, dass mehr Güter auf der Schiene transportiert werden müssen. Wenn das für die Wirtschaft aber nicht interessant ist – aufgrund von langen Laufzeiten oder dauernden Verspätungen – wird da keine große Verlagerung stattfinden. Dazu ist die Produktion mittlerweile zu stark auf geplante Lieferzeiten eingetaktet.

    Auch wenn die aktuelle Strecke nicht voll ausgelastet ist kommt es doch jetzt schon zu massiven Verspätungen auf dieser Strecke. Das wird jeder Pendler bestätigen können, der ab und an mal einen Blick auf die Anzeigen am Bahnsteig wirft (zumindest war es vor Corona so). Da auch immer mehr Leute auf die Bahn wechseln wird auch der Personenverkehr immer mehr, der sich dann die Gleise mit dem Güterverkehr teilen muss.

    Die Strecke wird ja eh zu großen Teilen im Tunnel laufen. Auch wenn da erst mal Natur zerstört wird, ist es doch nicht ausgeschlossen, dass die Natur sich nach Abschluss der Arbeiten die Gebiete zurückerobert.

    Ein weiteres Problem ist aber auch, dass die Politik bei vergangenen Projekten viel Vertrauen beim Thema Lärmschutz verspielt hat. Wenn da mehr gemacht worden wäre um die Bürger zu schützen, dann wären die Proteste sicher nicht so groß. Ich denke – und das ist jetzt nur meine persönliche Meinung – dass das Thema Naturschutz bei vielen nur vorgeschoben ist, damit sich ja nichts an der jetzigen Lebenssituation ändert.

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    1. Unbequeme Wahrheit

      Ganz genau so ist es!

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  2. Da gib ich dir vollkommen recht!

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  3. Gebe Karl Ranseier auch vollkommen recht

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  4. Danke für die klare Positionierung Karl👍🏻
    Finde Deine Ansichten legitim.

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