Und wieder die Motorräder …

Ein einzelnes Zweirad vor dem Rathaus geparkt  – am Wochenende sieht es hier oft ganz anders aus. Dutzende schwere Maschinen stehen auf dem Marienplatz mitten im Parkverbot. Unbehelligt von Parküberwachung und Polizei. Besonders an sonnigen Tagen behindern die Motorräder Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Über diesen Zustand beschwerten sich gestern gleich mehrere Wasserburger bei der Bürgerfragestunde im Historischen Rathaussaal.

Fritz Armbruster, Peter Ludwig und Manuel Michaelis traten nacheinander ans Mikrofon und klagten ihr Leid. „Die parkenden Motorräder sind für einige eine Freude, für viele aber auch ein Ärgernis”, sagte Ludwig. Er stoße sich vor allem daran, dass die Zweiradfahrer nicht die geringste Höflichkeit walten ließen. „Da werden die schweren Maschinen einfach vor die Sitzbänke gestellt. Einen halben Meter weiter links oder rechts – das geht scheinbar nicht.”  Der Marienplatz sei am Wochenende regelmäßig rechtsfreier Raum.

Manuel Michaelis ergänzte, das schlechte Beispiel, das man den Motorradfahrern am Wochenende auf dem Marienplatz durchgehen lasse, setze sich in der ganzen Stadt fort. „Die Zweiradfahrer halten sich an gar nichts mehr. Warum auch, wenn ihnen keine Strafe droht.”

 

Das sieht Christian Stadler, Stadtrat der Grünen, ähnlich: „Das mit dem Falschparken ist so schlimm, dass mittlerweile samstags auch schon Autos vor den Rathaus abgestellt werden. Wir kommen langsam in Erklärungsnot.” Jahrelang habe es geheißen, die Motorräder würden dort nur abgestellt, weil die Fahrer ihre Maschinen im Blick behalten könnten, wenn sie in der Schranne sitzen und einen Kaffee trinken. Die Schranne hat jetzt seit Wochen zu und es ist eher noch schlimmer geworden.”

„Die Motorräder vor dem Rathaus – das ist seit Jahren das Lieblingsthema des Wasserburger Bauausschusses”, sagte Bürgermeister Michael Kölbl. Man werde dieses Thema in die Klausurtagung des Stadtrates im Herbst mit hinein nehmen, die sich ausschließlich um den Verkehr drehen werde.

Das ist Norbert Bourtesch (Bürgerforum) allerdings zu spät. „Wir sollten da nicht bis zum Herbst warten. Für dieses Problem muss so schnell wie möglich eine Lösung her.” Wovor der Bürgermeister aber warnte: „Gerade bei diesem Thema würde ich auf keinen Fall einen Schnellschuss wagen. Der kann nach hinten losgehen.”

Stefanie König (Grüne) plädierte für eine Zwischenlösung: „Wir müssen keinen Schnellschuss abgeben, könnten doch aber auf die Verkehrsüberwachung einwirken, dass sich die besser um die Verkehrssünder unter den Motorradfahrern kümmert.” Das allerdings will Wolfgang Schmid (CSU), selbst passionierter Zweiradfahrer, auf keinen Fall: „Sonst sind wir langsam auf dem besten Weg zum Überwachungsstaat.” Darauf Roswitha Betz-Heindl: „Das kann man so wirklich nicht stehen lassen.  Das hat doch nichts mit Überwachungsstaat zu tun. Außerdem sollte man nicht bis zum Herbst warten. Dann hat sich das Problem nämlich von selbst gelöst, weil witterungsbedingt dann keine Motorradfahrer mehr kommen.”