… und dann doch verloren

Sauberes und moralstarkes Spiel des EHC Waldkraiburg geht am Ende an Sonthofen

image_pdfimage_print

Der EHC Waldkraiburg hat gegen Sonthofen verloren: Das Beste, das man mit einer Niederlage machen kann, ist es, wertvolle Erkenntnisse aus ihr zu ziehen. Dies werden die Trainer Alex und Sergej Piskunov ebenso tun, wie es die Spieler machen werden. Als Fan des EHC Waldkraiburg kann man zur Erkenntnis kommen, dass die Mannschaft, die so lange Siege einfuhr und sich souverän in diese Verzahnungsrunde gespielt hat, auch mit den starken Oberligisten mithalten kann. Das Spiel gegen Sonthofen, das zu jeder Zeit auf Augenhöhe gespielt wurde, ging aber dennoch, auch wenn knapp, an die Gäste.

Der erste Durchgang begann etwas zäh für die Löwen, etwa zehn Minuten lang hatten die Bulls die Oberhand und kamen auch zur ein oder anderen Möglichkeit vor dem Tor. Doch gleich ob der an diesem Abend sehr auffällige Ondrej Havlicek oder Edgar Homjakovs ihr Glück versuchten, sie alle fanden ihre Endstation in Kevin Yeingst, der wieder eine ordentliche Partie ablieferte, auf dem Posten war und reihum Chancen entschärfte.

Nach rund zehn Minuten kamen die Löwen dann besser ins Spiel und auch zu Chancen. Mit dabei unter Anderem einer der berühmten Hämmer von Mathias Jeske der, wie man im ganzen Stadion klar vernehmen konnte, leider nur den linken Torpfosten traf. Auch der zuletzt glücklose Tomas Rousek versuchte sich am Schuss, jedoch war auch hier der Ex-Waldkraiburger Konstantin Kessler auf dem Posten.

In das zweite Drittel kamen die Löwen deutlich besser hinein. Von Anfang an war man, sofern die Spieleranzahl ausgeglichen war, immer gleichauf, wenn nicht gar mit einem leichten Vorteil auf dem Eis. Auch eine Sonthofener Überzahl, die der Oberligist routiniert spielte, überstand man am Anfang des zweiten Durchgangs schadlos.

So war es nur folgerichtig, dass nach gut fünfeinhalb Minuten die vielumjubelte Führung für die Löwen fiel. Erneut war es Mathias Jeske der den ersten Treffer der Löwen besiegelte. Passgeber waren Tomas Rousek und Lukas Wagner. Nur zwei Minuten und zwei Sekunden später der nächste Treffer für die Industriestädter. In eigener Überzahl, bei Sonthofen war Tim Marek auf der Strafbank, trifft Lukas Wagner auf Zuspiel von Mathias Jeske und Leon Judt zum 2:0.

Mit einer Menge Oberwasser und Motivation im Rücken agierten die Löwen im zweiten Drittel nun vorerst noch sicherer. Erneut könnte man den Löwen vorwerfen, dass sie ihre Chancen nicht konsequent genug nutzen, vorhanden wären sie gewesen – leider gewinnt man im Konjunktiv keine Spiele, ebenso wenig wie in Unterzahl. In der 36. Spielminute nämlich das nächste Powerplay für die Bullen. Zuerst sah es so aus, als könnten die Löwen auch hier schadlos daraus hervorgehen, doch dann, nach einem schnellen Querpass von Lukas Slaventinsky und einer passgenauen Direktabnahme von Homjakovs, war Kevin Yeingst machtlos und die Löwen mussten das erste Gegentor hinnehmen.

Die letzten 20 Minuten starteten die Löwen in Unterzahl, davon jedoch merkte man als Zuseher nicht sehr viel. Gleich drei Groß-Chancen taten sich für die „blau-gelben Jungs“ in diesen knapp zwei Minuten auf, ohne die Sonthofener Spieler zwingend vor das eigene Tor zu lassen.

Doch weder Nico Vogl, der dank einer wunderschönen Mitnahme des Pucks nach einem hohen Pass von Michael Trox allein auf das Tor zulief, noch der Kapitän Trox selbst oder Josef Straka, der von Rousek bedient ebenfalls die Chance zum 3:1 hatte, konnten ihre Möglichkeiten verwerten. In der vierten Minute rächt sich die mangelnde Verwertung der Möglichkeiten dann in Form eines Gegentors – eines Gegentors in eigener Überzahl. Beim Spielaufbau im Drittel der Bulls verliert Waldkraiburg den Puck und Sonthofen kann mit drei Spielern in Richtung des Löwen-Tores stürmen.

Edgars Homjakovs bringt die Scheibe in Richtung des Tores und auch wenn Philipp Seifert noch dran ist, kann dieser das Tor nicht mehr verhindern. Auch das 2:3, aus Sicht der Löwen, ist ein unglückliches Tor. Die letzte Strafzeit der Löwen war gerade unbeschadet abgelaufen, da ist es erneut Sonthofens Homjakovs der sich aus der Halbposition ein Herz fasst, da er nicht konsequent genug angegangen wird und letztlich den Endstand von 2:3 besiegelt.

Auch wenn die Löwen, nicht zuletzt begünstigt von einer weiteren Strafe des Gegners und dem Herausstellen von Yeingst für einen sechsten Feldspieler, noch einmal eine Schlussoffensive starten, kann am Ergebnis nichts mehr gedreht werden.

Der EHC Waldkraiburg liefert dennoch ein sehr sauberes und moralstarkes Spiel ab, in dem Sonthofen die wenigen gemachten Fehler konsequenter ausnutzen kann.
Fans sollten diese starken Spiele auf jeden Fall mit einem Besuch honorieren.

Das nächste Heimspiel findet am 31. Januar um 20 Uhr in der Raiffeisen-Arena statt, Gegner dort sind dann die Passau Black Hawks.   

aha

Foto: Paolo del Grosso

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren