Umweltsündern auf der Spur

Im Namen unserer Natur: Groß angelegte Kontrollaktion der Polizei

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Eine Güllespur nahe eines Flusslaufes, obwohl das verboten ist: Die Polizei hat jetzt im Landkreis eine große Natur- und Umweltschutz-Kontrolle durchgeführt und dabei unter anderem Selbige entdeckt. Unterstützung erhielten die Beamten bei der Großaktion durch die Polizeiinspektion Prien am Chiemsee, der Grenzpolizeiinspektion Piding, Operative Ergänzungsdienste sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Auch andere Behörden und Einrichtungen, wie die Stadt Rosenheim, vertreten durch das Umwelt- Grünflächenamt und Fischereiberechtigte, nahmen an der groß angelegten Kontrollaktion teil.

Der Leiter der Rosenheimer Inspektion, Polizeidirektor Volker Klarner, begrüßte die Kontrollbeamten ganz offiziell zu dieser Aktion. Im Rahmen der Einsatzbesprechung wurde das Thema Natur und Umweltschutz erläutert und vor allem, dass dies auch für die Polizei ein wichtiger Baustein sei. Auch polizeiliche Kontrollen könnten dazu beitragen, dass die Umwelt ein Stück sauberer werde oder bleibe. Die Ahnung und Verfolgung der naturschutzrechtlichen Vorschriften und des Tierschutzes müsse mehr und mehr in den Fokus gestellt werden.

Der  Einsatzleiter, EPHK Robert Maurer, wies die eingesetzten Beamten in die Örtlichkeit ein. Aufgrund der weitläufigen und großen Flächen mussten Schwerpunkte ausgewählt werden.

Das Naturschutzgebiet rund um die Kalten, die Flussläufe des Inns und der Mangfall und der Simssee waren am Kontrolltag angesagt.

Die Beamten der  Wasserschutzpolizei aus Prien überprüften am Simssee alle Belange nach dem Schifffahrtsrecht. Die Überprüfung ergab zusammenfassend ein positives Ergebnis. Sechs Boote mussten beanstandet werden, da sie keine aktuell gültige Kennung hatten. Im Straßenverkehr würde man sagen, die Halter haben vergessen, ihr Auto umzumelden. Die Inhaber erhielten Aufforderungen, die Kennung der Boote auf den aktuellen Stand zu bringen.

Im Naturschutzgebiet der Kalten wurde eine Güllespur festgestellt. Das Ausbringen von Gülle ist dort untersagt. Die Polizei ermittelt nun, wer die Gülle dort ausgebracht hat. Es ist auch untersagt, Gülle zu nah an Flüssen oder Bächen auszubringen, auch hier konnte eine Güllespur festgestellt werden.

An den Fluss-/Uferwegen rund um den Simssee besteht punktueller Leinenzwang für Hunde. Dies dient dem Schutz von Vögeln oder anderer Wildtiere. Hier konnten vereinzelt Fußgänger angetroffen werden, die die Hinweisschilder übersehen haben. Alle zeigten sich einsichtig und verständnisvoll, sofort wurden die Hunde angeleint.

Mit den örtlichen Fischereiaufsehern wurden die Flussläufe kontrolliert, „Schwarzfischer“ sollten überführt werden. Drei Fischer wurden angetroffen, doch alle hatten sämtliche erforderlichen Erlaubnisse wie einen Fischereischein. Auch hier ein durchwegs positives Ergebnis. Die Fischeraufseher schilderten, dass dies leider nicht immer so sei. „Schwarzfischen“ sei doch ein größeres Problem als häufig angenommen.

Im Bereich der Mangfall, Höhe Ortsteil Aisingerwies, wurden drei illegal abgestellte Autowracks entdeckt. Über die Fahrgestellnummer hat die Polizei bereits die Halter ermittelt. Sie erhalten eine Aufforderung von der Stadt, die Fahrzeuge unverzüglich zu entfernen.

Die Grenzpolizei Piding verfügt über eine Drohne. Diese Drohne wurde am Happingerau See eingesetzt. Dort sollten Bereiche überprüft werden, die zu Fuß nur schwierig zu erreichen sind. Müllablagerungen, verbotswidriges Fischen oder Autowracks wären so aus der Luft sofort erkennbar gewesen. Mit dem Monitor ab Boden konnte über die Drohne überprüft werden, dass weitläufig um den Happingerau See die Natur „in Takt“ sei …

Von hohem Nutzen war das „Einsatzmittel“ Pferd. Die Reiter des Operativen Ergänzungsdienstes aus Rosenheim können mit den Pferden aus der Höhe Verstöße sehr gut wahrnehmen und auch Bereiche erkunden, die zu Fuß nur schwierig überprüft werden können. Wie so häufig, sind die Pferde bei der Bevölkerung ein Blickfang und freudig willkommen.

Insgesamt nahmen an der Kontrollaktion über 40 Beamte der eingesetzten Dienststellen teil.

Inspektionsleiter Volker Klarner und der  Einsatzleiter Robert Maurer bedankten sich recht herzlich bei den Einsatzkräften.

Im Rahmen der Abschluss-Besprechung kam man überein, dass es zu keinen großen oder gravierenden naturschutz-/tierrechtlichen Verstößen gekommen sei. Trotzdem wurde die Wichtigkeit des Themas hervorgehoben. Man war sich einig,  dass derartige Kontrollaktionen im Frühjahr 2020 wiederholt werden müssen.

 

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4 Kommentare zu “Umweltsündern auf der Spur

  1. Eine gute und sinnvolle Aktion. Niemand sollte unter Generalverdacht gestellt werden, aber ohne Kontrollen geht es heutzutage eben leider nicht mehr!!

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  2. Und wann werden Kläranlagen und andere unrechtmäßige Einleitungen in Flüsse durch Industrie und Kommunen überprüft ?
    Die Verschmutzung der Flüsse und des Grundwassers durch Landwirte macht doch nur einen minimalen Anteil aus – der Großteil kommt von der Industrie und nicht sachgemäß funktionierende Kläranlagen.

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    1. Sagt dir das dein Bauchgefühl?

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  3. Ich würd bei dem Lohn auch lieber auf gastfreundliche Hüttenwirte und griabige Landwirte als auf internationale Syndikate und gewaltbereite Familienclans losgehen.

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