Umgestaltung Marienplatz: „Neue Sachlage“

Antrag von CSU und Wasserburger Block: „Planungen nochmals überdenken"

image_pdfimage_print

Vom Gries herauf in Richtung Bruckgasse auf der Seite des Kernhauses: Der Weg unter den Arkaden vorbei an Geschäften und Cafés ist alles andere als barrierefrei und obendrein ein echter Engpass. Schon seit längerem befasst sich der Wasserburger Bauausschuss mit dieser Thematik. Vor gut einem Jahr wurden zwei Varianten zur Neugestaltung diskutiert. Letztlich stimmte der Ausschuss für die zweite Lösungsmöglichkeit, bei der vier Parkplätze geopfert werden sollten (wir berichteten). Doch jetzt gibt es neue Fakten … 

Ein betroffener Hauseigentümer ist offenbar nicht bereit, bauliche Maßnahmen auf seinem Privatgrund unter den Arkaden durchführen zu lassen. Damit könnten die Planungen über den Haufen geworfen werden. Anlass für einen Antrag der CSU und des Wasserburger Blocks, die Neugestaltung des gesamten Areals nochmals auf Eis zu legen und grundsätzlich zu überdenken. „Immerhin war diese Passage jetzt 880 Jahre nicht barrierefrei“, so die CSU.

Das waren damals die beiden Lösungsmöglichkeiten:

Bei Variante eins würden am Marienplatz zwei Stellplätze für Pkw entfallen. Die Parkplätze würden schräger angeordnet, so dass für die Gehwege mehr Platz bleibe.

Variante zwei, für die sich der Bauausschuss letztlich mit fünf zu zwei Stimmen entschied, sieht sogar den Wegfall von vier Stellplätzen vor, um für Fußgänger mehr Platz zu schaffen und die Barrierefreiheit zu ermöglichen.

 

 

 

Durch die Weigerung des Hauseigentümers hätte sich eine neue Sachlage ergeben, so die CSU-Wasserburger-Block-Fraktion. Deshalb übermittelte deren Fraktionsvorsitzender Oliver Winter heute folgenden Antrag an die Stadt: 

>> Die CSU/WBl-Fraktion beantragt, die mit Beschluss des Bauausschusses vom 23.06.2016 beschlossene Maßnahme 2.) Variante 2, vorerst nicht umzusetzen und die Verbesserung der Barrierefreiheit im Bereich der Anwesen Marienplatz 7 bis 11 in einer der nächsten Sitzungen des Stadtrates – mit Kostenschätzung – dem ganzen Gremium vorzustellen und zu behandeln.

Begründung:
Obwohl die Vorlage zur der oben genannten Sitzung des Bauausschusses mit dem Zusatz „Vorberatung“ versehen war, fasste der Bauausschuss mehrheitlich den Beschluss, die Gehwegverbreiterung und Neuordnung der Stellplätze in der Variante 2 durchzuführen. Mit der Umsetzung dieser Maßnahme würden vier Stellplätze am Marienplatz entfallen. Angesichts der erst kürzlich beschlossenen Einführung von Parkgebühren in den Parkhäusern stellt dies eine weitere Verschlechterung der Parkplatzsituation und Parkbedingungen für die Besucher und Kunden unserer Stadt dar.

In der Stadtratssitzung vom 3. August teilte uns Stadtbaumeisterin Herrmann mit, dass Gespräche zur Schaffung einer Rampe unter den Arkaden ergebnislos geblieben seien und nunmehr der oben genannter Beschluss umgesetzt werden würde. Aus unserer Sicht ist keine Dringlichkeit und Eilbedürftigkeit bei der Umsetzung der Maßnahme gegeben. Meine Fraktion bekennt sich zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Altstadt – aber nicht um jeden Preis. Die Stadt Wasserburg kam 880 Jahre (laut
Gründungsurkunde) ohne einen barrierefreien Fußweg unter den Arkaden aus, so dass es nicht auf die nächsten Monate ankommt. Die Zeit sollte genutzt werden, Gespräche mit den betreffenden Hauseigentümern noch einmal aufzunehmen.“

Lesen Sie auch:

 

Zu eng: Mehr Platz für Fußgänger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

13 Gedanken zu „Umgestaltung Marienplatz: „Neue Sachlage“

  1. Sowas braucht doch keiner. Es ist unter den arkaden genügend platz. Ausserdem müsste man das „V“ auch miteinbeziehen. Da geht man ja quasi zwischen den sitzenden gästen hindurch!

    42

    14
    Antworten
    1. Es ist leicht zu schreiben, dass „so was keiner braucht“ – vor allem dann, wenn man nicht auf barrierefreie Wege angewiesen ist. Und da geht es eben nicht nur um die Frage, ob unter den Arkaden genügend Platz ist, sondern eben auch um Stufen, steigungen, Beläge etc.
      Und wenn man den im Artikel verlinkrten Artikel aus dem Vorjahr auch noch liest, dann ist das Venezia sehr wohl mit einbezogen.

      20

      14
      Antworten
    2. Hat man dazu eigentlich den Denkmalschutz mit einbezogen?
      Wenn ich mir das so ansehe gehe ich davon aus das, dass nicht erst seit gestern so aussieht und der Denkmalschutz da nicht einfach zusagt.

      6

      8
      Antworten
      1. Tageszeitung lesen bildet… Doch, das Landesamt für Denkmalpflege hat zugestimmt.

        12

        5
        Antworten
        1. ich bin umweltschützer und vergeude kein Papier unnötig 🙂

          2

          5
          Antworten
  2. Autos komplett aus der Altstadt raus, ausgenommen Anwohner, ÖPNV, Lieferanten und Geschäftsleut. Die Parkfläche unter der Rampe sanieren. Eigentlich gar nicht so schwierig…. In Rothenburg o. d. Tauber z. B. funktionierts so ähnlich.

    30

    23
    Antworten
  3. Typisch Stadtrat, da wird über Maßnahmen abgestimmt, ohne die Grundstücksbesitzer miteinzubeziehen……möchte Wissen was wäre, wenn ein Stadtrat betroffen wäre.
    Außerdem: Vorm Rathaus sind noch genügend Parkplätze, müssen halt die Motorräder zusammenrücken…

    29

    13
    Antworten
    1. Wenn ich da als typischer Stadtrat und Mitglied des abstimmenden Bauausschusses auch mal einmischen darf: die Planungsvarianten, über die wir im Juni letzten Jahres abgestimmt hatten, befinden sich alle samt und sonders auf städtischem Grund. Anschließend wurde nochmals versucht, alternativ eine davon abweichende Planung unterhalb der Arkaden und damit auf Privatgrund zu verwirklichen. Nachdem dies aufgrund der ablehnenden Haltung des Grundstückseigentümers nicht möglich ist, kommt jetzt eben die Variante auf städtischem Grund und wie damals von uns beschlossen zur Umsetzung. Das einzig Ärgerliche ist also, dass der barrierefreie Umbau dadurch um mindestens ein ganzes Jahr verzögert wurde. Wir haben aber zu keiner Zeit über irgendwelche Varianten abgestimmt, ohne die davon betroffenen Eigentümer einzubinden.

      20

      35
      Antworten
      1. Wieso um 1 jahr verzögern? Wenn die planung für zwei variationen da sind, dann kann man doch anfangen egal welche variante gewählt wird!!!!

        9

        4
        Antworten
        1. Christian Stadler

          Also zum einen muss man schon wissen, welche Variante zur Ausführung kommt, sonst kann man die Bauarbeiten gar nicht ausschreiben.
          Dann nochmal zum zeitlichen Ablauf: im Bauausschuss hatten wir im Juni 2016 zwei Varianten beraten, die beide die Gehwege vor den Fassaden betroffen haben und uns dabei für eine der beiden Varianten entschieden. Eigentlich hätte man diese dann baldmöglichst umsetzen können. Allerdings kam dann erst wieder – sozusagen als dritte Variante – die Möglichkeit ins Spiel, die Barrierefreiheit durch eine Rampe unter den Arkaden auf Privatgrund zu verwirklichen. Also wurde vom städtischen Bauamt nochmal geplant und mit dem Grundeigentümer verhandelt – mit dem Ergebnis, dass es im Juli 2017 heißt, es ginge eben nicht und man würde nun die im Juni 2016 vom Bauausschuss beschlossene Variante umsetzen. Also eine Verzögerung von mehr als einem Jahr (Juni 2016 bis Juli 2017). Wie lange der CSU-Antrag das jetzt alles nochmal zusätzlich verzögert, wird sich zeigen.

          11

          10
          Antworten
          1. So versteh ich das jetzt da die ersten variaten schon letztes jahr geplant waren und die neue variante bis jetzt verhandelt wurde.

            6

            0
  4. Servus beinand,

    leider hab ich in den ganzen Artikeln nicht einmal was über die Parkplatzsituation gelesen. Liebe Stadt Wasserburg wollt ihr gemeinsam mit dem WFV nur mehr Geld verdienen oder achtet ihr auch mal auf die Bedürfnisse der Bürger.
    Erst wurde die Parkgebühr eingeführt, aus welchem Grund, muss das Parkhaus etwa noch abbezahlt werden.
    Des weiteren werden die Parkplätze immer knapper und teurer.
    Ich bin der Meinung das die Barrierefreiheit auch gewährleistet werden kann mit dem Umbau der bisherigen Flächen.
    Wenn das so weitergeht, wird in Wasserburg niemand mehr wohnen können.
    Der Einzelhandel macht es ja schon vor!

    8

    6
    Antworten
    1. ich meinte die Parkplatzsituation für Anwohner und nicht nur für Kunden & Besucher!!!

      6

      5
      Antworten