Über eine dünnhäutig gewordene Demokratie

Wasserburger Theatertage heute: „Macbeth“ in einer Inszenierung aus Burghausen

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Gemeinsam mit Mitgliedern aus dem Ensemble des „Theaters für die Jugend“ und dem „Andromeda Straine Kollektiv“ wird in der Inszenierung „Macbeth“ eine post-apokalyptische Welt hergestellt, in die der Zuschauer als Beobachter förmlich hineingestoßen wird: Zu sehen am heutigen Montagabend um 20 Uhr im Rahmen der Wasserburger Theatertage. Das Stück beginnt mit einer Geisterbahn-Fahrt. Zuschauer erhalten Passierscheine, Propagandafilme werden gezeigt, Wärter brüllen Verhaltensmaßregeln auf die Besucher herunter und die Erbsensuppe wird nur auf Rationskarten ausgeschenkt. In diesem immersiven Theatererlebnis findet sich der Zuschauer in einer Welt wieder, die an das Kriegsende 1945 erinnert.

Die Schreckensherrschaft des Diktators Macbeth wurde nach einem blutigen Krieg mit unzähligen Opfern beendet. Entgegen der Verlautbarungen, dass der Diktator auf dem Schlachtfeld enthauptet wurde, überlebte dieser, und so geben die Alliierten einer Hand voll Auserwählter die Möglichkeit, die Bestie in Menschengestalt zu beschauen.

Das Schottland aus William Shakespeares blutigem Schauspiel wird zu einem fiktiven Bayern nach der Apokalypse des Bürgerkrieges. Macbeth wird Shakespeares Geschichte aus seiner Perspektive erzählen und durchleben. Unterstützt wird er dabei von seinem Mitinsassen, der mit allem, wessen er habhaft werden kann, den Soundtrack zu Macbeths Reise in das Grauen erfindet.

Macbeth ist die blutige Tragödie eines schottischen Tyrannen, aber auch eine sehr reale Exkursion zu den Grenzen dieser dünnhäutig gewordenen Demokratie unserer Tage. Am Ende der Beschauung bleibt es den Zuschauern, ein Urteil zu fällen: Freispruch oder Enthauptung für Macbeth.

Regie: Mario Eick
Es spielen: Flo Strober, Frank Thoms und Mario Eick.

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Die Schirmherrschaft für die 15. Wasserburger Theatertage liegt beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, vertreten durch Staatsminister Bernd Sibler. Durch eine Jury werden zwei Preise vergeben: für die beste Inszenierung und den besten Darsteller. Auch das Publikum erhält eine Jury-Stimme. Den Preis für die beste Inszenierung (dotiert mit 4.000 Euro) vergibt der Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V., den Preis für die beste darstellerische Leistung (1.500 Euro) der Landkreis Rosenheim. Die als „beste Inszenierung“ gekürte Produktion wird außerdem zu weiteren Spielterminen ins Theater Wasserburg eingeladen.

Wer vier Vorstellungen der diesjährigen Theatertage besucht, bekommt den Eintritt zur fünften Vorstellung geschenkt!

Foto: erste internationale commedia kompanie (eick)

 

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