Über 50 Radl-Diebe ermittelt

Verschärfte Ermittlungen der Polizei - Täter meist Deutsche zwischen 14 und 58 Jahre alt

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Im Dienstbereich der Rosenheimer Inspektion war im Jahr 2018 eine Steigerung bei der Zahl der Fahrraddiebstähle von rund zehn Prozent gegenüber 2017 zu erkennen gewesen. Die Tatorte waren im gesamten Stadtgebiet verteilt, eine Bündelung oder die Benennung von konkreten oder auffälligen Tatorten, waren nicht feststellbar. Ursachen liegen oft in unterschiedlichen Bereichen, sagt die Polizei heute – sei es die „gute Gelegenheit“, nach einer Veranstaltung den weiten Weg nicht zu Fuß gehen zu wollen, oder die kriminelle Energie, sich durch die Diebstähle finanziell besser zu positionieren oder gar den Lebensunterhalt aufzuwerten.

Beschaffungskriminalität spiele wohl auch eine Rolle, klassisch zur Deckung des eigenen Drogenkonsums. Die Täter sahen es nicht nur auf hochwertige Fahrräder ab, sondern Räder von unterschiedlichen Werten wurden gestohlen.

Die Rosenheimer Polizei begann deshalb heuer zum Jahresanfang 2019 mit mehreren verdeckten und offenen Maßnahmen, zur Bekämpfung des Fahrraddiebstahls. Obwohl die Tatorte verteilt waren, konnte der Innenstadtbereich sowie der Bahnhof näher bestimmt werden, hier wurden häufiger Fahrräder entwendet, als im Verhältnis zum sonstigen Stadtgebiet.

Zu unterschiedlichen Einsatzzeiten wurden daraufhin der Innenstadtbereich, der Bahnhofsvorplatz mit Umfeld überprüft, kontrolliert und observiert.

Unterstützung erhielt die Rosenheimer Polizei durch die  Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie der zivilen Einsatzgruppen aus Rosenheim und Weilheim, am Bahnhof durch die Bundespolizei Rosenheim.

Die zivile Einsatzgruppe Weilheim und Rosenheim unterstützte mit bis zu sechs  Beamten während der Herbstfestzeit, die Bayerische Bereitschaftspolizei bei einer Aktion im April mit bis zu 30 Beamten.

Im Rahmen der Kontrollaktionen konnten entsprechende Erfolge durch die Rosenheimer Polizei erzielt werden. Aber nicht nur durch diese spezielle Aktion, auch im Rahmen des täglichen Dienstbetriebes, aufgrund von Zeugenmitteilungen oder anhand von Hinweisen aus der Bevölkerung, konnten dadurch über 50 Tatverdächtige 2019 bisher festgenommen werden.

Teilweise erfolgte der Fahndungserfolg durch die Beamten noch während der Tatausführung der Diebe, „auf frischer Tat“ oder nach entsprechender Ermittlung durch das vorgefundene und gesicherte Spurenmaterial (Fingerabdrücke, DNA-Muster). 

Der überwiegende Teil der Täter wohnt im Stadtgebiet Rosenheim oder im näheren Einzugsbereich. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet und häufig konnte in Absprache mit der Staatsanwaltschaft das Diebesgut wieder an die Geschädigten ausgehändigt werden.

Die Taten wurden größtenteils von männlichen Tatverdächtigen begangen, die Altersstruktur reicht von 14-Jährigen bis hin zu einem 58-Jährigen. Bei der Staatsangehörigkeit kann keine Struktur oder Auffälligkeit benannt werden, meist handelten Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Der Beuteschaden dieser Täter liegt bei rund 20.000 Euro, darunter Fahrräder, die von den Geschädigten mit rund 50 Euro angegeben wurden, klassische Bahnhofsfahrräder für den Weg von/zur Arbeit, bis hin zu hochwertigen E-Bikes, die teilweise bis zu 4000 Euro wert waren. 

Häufig wurde es den Tätern auch leicht gemacht, das Fahrrad zu entwendet. Die Räder waren teilweise nicht oder nur mangelhaft gegen Diebstahl gesichert. Oft wurden auch nur billige Schlösser verwendet, die für die Täter keinerlei Hindernis darstellten.

Im Zuge von Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen trat erst vor wenigen Tagen ein 44-Jähriger aus Rosenheim in den Fokus der Beamten. Ihm konnte zunächst der Aufbruch eines Kellerabteils in der Küpferlingstraße nachgewiesen werden. Er gab in seiner Vernehmung an, dass er seinen Lebensunterhalt überwiegend durch Diebstähle mitfinanziert und schilderte den Diebstahl von mehreren Fahrrädern im gesamten Stadtgebiet von Rosenheim. Der Gesamtschaden dürfte hier bei mehreren tausend Euro liegen. Da die Geschädigten teilweise noch nicht ermittelt sind, kann das exakte Schadensbild noch nicht beziffert werden.

Die Durchsuchung seiner Wohnung und seines Kellers bestätigten seine Angaben, das angemietete Kellerabteil war wie eine professionelle Fahrradwerkstatt eingerichtet. Dort wurden gestohlene Fahrräder auseinandergebaut und mit falschen Nummern versehen. Teilweise wurden die Räder umlackiert oder aufwändig foliiert.

Eine Vielzahl von Fahrrädern und eine hohe Anzahl von unterschiedlichen Fahrradteilen konnten die Polizisten auffinden und sicherstellen.

Der Beschuldigte wurde zwischenzeitliche aufgrund der Fülle der Taten nach Vorführung beim Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rosenheim in Untersuchungshaft genommen.

Die Fahrräder und eine Vielzahl von Fahrradteilen, konnten noch keinem Geschädigten zugeordnet werden.

Nun bittet die Polizei um weitere Hinweise dieser Taten: Sollten Sie ihr Fahrrad vermissen und gar auf dem beiliegenden Bild erkennen, werden Sie gebeten die Polizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer 08031-200-2200 zu verständigen. 

Für eine Täterermittlung ist es für die Polizei auch von hohem Nutzen, dass die Rahmen- oder Individualnummer vorhanden ist. Nur so können häufig die Eigentumsverhältnisse auf die Schnelle geklärt werden.

Empfehlenswert ist bei der Sicherung gegen Diebstahl sicherlich ein hochwertiges Schloss mit entsprechenden Zertifikaten oder Sicherheitsstandards.

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