Tourismus, Gastro, Handel voll betroffen

Leiter der Arbeitsagentur unterhielt sich mit MdB der Grünen, Margarete Bause, über die aktuelle Lage

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Über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt sprach jetzt Margarete Bause, MdB der Grünen und zugleich Betreuungsabgeordnete des Agenturbezirks Rosenheim, mit Michael Schankweiler, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim (Foto). Von heute auf morgen hatte sich im März Vieles geändert …

„Zum Schutz unserer Kunden*innen und Mitarbeiter*innen mussten wir unsere Häuser für den Publikumsverkehr schließen. In diesem Zusammenhang haben wir schnell den Kundenzugang über die Telefonie und den Online-Kanal ausgebaut, um weiterhin gut für unsere Kunden*innen erreichbar zu sein.

Bei stark veränderten Rahmenbedingungen lag unser Aufgabenschwerpunkt in der Sicherung und schnellen Gewährung finanzieller Leistungen für die Unternehmen, deren Arbeitnehmer*innen und die arbeitslosen Menschen in der Region. Sehr viele unserer Kunden*innen nutzten unser Beratungsangebot zur Kurzarbeit und zum Arbeitslosengeld. Hier ging und geht es nach wie vor um schnelles Agieren“, sagt Michael Schankweiler, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur.

Er freut sich, dass es für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Selbstverständlichkeit war, schnell ihr Aufgabengebiet zu verändern und ist stolz auf deren mit viel Engagement erreichten Ergebnisse. „Für diese Einsatzbereitschaft möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken“, so Schankweiler.

Besonders interessiert zeigte sich Margarete Bause an den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. „Mit 10.670 Betroffenen waren im Mai knapp 60 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet als im Vergleichsmonat des Vorjahres (6.690 Arbeitslose im Mai 2019). Jedoch ist die Arbeitslosenzahl im letzten Monat mit 840 Personen deutlich moderater angestiegen als im April, als der Wert noch um 1.940 geklettert ist. Wir sind deshalb vorsichtig optimistisch, dass die Arbeitslosenzahl nicht weiter übermäßig ansteigt“, sagt Schankweiler. „Ein gutes Instrument ist dabei die Kurzarbeit, die Betriebe anmelden können, um Entlassungen zu vermeiden. Bis zum Stichtag am 27. Mai sind in der Agentur für Arbeit Rosenheim 6.180 Anträge für 60.750 Beschäftigte eingegangen.“

Auf die Frage der Politikerin welche Bereiche vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stark betroffen seien, nennt Schankweiler unter anderem vor allem den Tourismus, die Gastronomie und den Handel.

Ein besonderes Augenmerk legten Bause und Schankweiler bei ihrem Gespräch auch auf den Ausbildungsmarkt.

Beide sind sich einig, dass die Unternehmen nach wie vor eine hohe Ausbildungsbereitschaft signalisieren. Der Agenturchef dazu:

„Fast alle Betriebe wollen mit der geplanten Ausbildung im Herbst starten, um sich so die Fachkräfte von Morgen zu sichern. Inwiefern der Ausbildungsstart im Herbst gelingt, wird jedoch auch stark von der weiteren Entwicklung der Pandemie abhängen. Bei den zuletzt veröffentlichten Zahlen (Stichtag 14. Mai) standen knapp 1.600 offene Ausbildungsstellen mit Starttermin im Herbst 1.190 Jugendlichen gegenüber, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Pro Bewerber waren somit rein rechnerisch noch 1,35 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet“, erklärt Schankweiler und fügt hinzu:

„Aber es gibt natürlich Ausbildungsstellen, die nicht mit der Vorstellung oder Qualifikation der jungen Menschen übereinstimmen oder die regional nicht erreicht werden können, so dass nicht jede offene Ausbildungsstelle zu jedem Bewerber passt.“  Die im Konjunkturpaket enthaltene Ausbildungsprämie sei ein guter Anreiz, um die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin aufrecht zu erhalten.

Margarete Bause bekräftigt ihn darin und sagt: „Ja, es ist sehr wichtig, die international anerkannte, duale Ausbildung in Deutschland auch zu Corona-Zeiten weiterzuführen und so einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung von Morgen zu leisten.“

Am Ende waren sich beide einig, dass die Corona-Pandemie viele Herausforderungen mit sich bringe, dass dadurch aber auch positive Entwicklungen entstehen könnten. Als Beispiel dafür würden die Flexibilisierung der Arbeitszeit und das Home-Office stehen – immer unter Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

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