„To-Go-Müll ein Riesenproblem”

Mehr als doppelt so viel Abfall wie sonst in der Stadt - Umweltausschuss will Pfandsystem für Gastronomie etablieren

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Kaffee, Pizza, Getränke, Brotzeit zum Mitnehmen soll in Corona-Zeiten den Wasserburger Wirten und Geschäften ein Zusatzgeschäft ermöglichen und wird von den Kunden auch angenommen. Die Verpackungen, Becher und Kartons landen anschließend in den öffentlichen Abfalleimern. Und zwar in solchen Mengen, dass der städtische Bauhof kaum noch mit den Entleeren der Eimer hinterkommt und der Müll sich stattdessen stapelt. Auch im Wasserburger Umweltausschuss war dieses Problem bei der jüngsten Sitzung Thema.

Rund 120 Abfalleimer sind im Stadtgebiet aufgestellt. Und trotzdem scheint das nicht zu reichen. „Wir verzeichnen derzeit ein doppelt so hohes Abfallaufkommen”, stellt Alexander Murner, Leiter des städtischen Bauhofs fest.

Zu Beginn des Lockdowns sei es teilweise sogar viermal so viel gewesen. Der Grund ist eindeutig der To-Go-Müll: „Ein Riesenproblem”, so Murner.

Besonders die sperrigen Pizza-Kartons, die bestenfalls einmal zusammen gefaltet werden, verstopfen die Mülleimer im Nu. Alles andere werde einfach drauf oder drum herum gelegt. „Niemand macht sich die Mühe, die Hinterlassenschaften zusammenzudrücken”, beklagt Murner. Ein Mitarbeiter sei einzig damit beschäftigt, die Eimer auszuleeren. Schwerpunkt ist der Inndamm: „Dort könnte man vier bis fünfmal am Tag aufräumen.”

Zwar habe sich die Lage mit dem To-Go-Abfall etwas gebessert. In die Eimer mit großen Öffnungen würden aber auch einige ihren Hausmüll entsorgen. „Das ist illegal”, mahnt Murner. Eine Lösung dafür sei es, Behälter mit kleinen Öffnungen aufzustellen. Für die To-Go-Artikel kann sich Murner entweder wiederverwendbare Behältnisse vorstellen oder statt sperrigem Karton oder Styropor Papierverpackungen, die leicht zusammengefaltet werden können.

Noch mehr Mülleimer aufzustellen, sei kein Ausweg. „Dann schmeißen die Leute eben noch mehr weg”, sagt Murner ein wenig entmutigt…

 

Auch im Umweltausschuss war das Müllproblem bei der jüngsten Sitzung Thema.  Die Stadt will jetzt an den Wirtschafts-Förderungs-Verband herantreten. „Der WFV hat erst vor kurzem recht erfolgreich den wiederverwertbaren Kaffeebecher, den Re-Cup, auf den Weg gebracht. Uns schwebt vor, das auch für anderes Geschirr einzuführen”, so Bürgermeister Michael Kölbl bei der Sitzung. Man werde deshalb jetzt das Gespräch mit dem WFV suchen, der dann – ähnlich wie bei Re-Cup- auf die Gastronomen zugehen soll. „Uns schwebt ein Pfandsystem für Essensverpackungen und Besteck vor – allerdings nur auf freiwilliger Basis”, so Kölbl.

 

 

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