Tennis: Viele Teams winken ab

Gespalten in zwei Lager ist die Tennis-Szene: Die einen sind – trotz oder gerade wegen der Situation – heiß auf die Spiele einer so genannten Übergangs-Saison, die ab der nächsten Woche endlich losgehen wird. Sich auspowern, Sport zumindest ein wenig in der Gemeinschaft erleben, wenn auch auf Abstand. So wie Teams aus Rott, Soyen, Oberndorf oder Isen, die gelistet sind. Stand heute. Die anderen haben ihre Teams komplett zurückgezogen und damit ganze Ligen gecancelt. Unter den strengen Corona-Regeln mache es keinen Sinn, Tennis als Mannschaft zu spielen, heißt es da. Aus vielerlei Gründen sei einem – oder eben allen in den jeweiligen Mannschaften – die Lust darauf gehörig vergangen …

Die Argumente von denen, die abwinken: Auf- und Abstiege werden ohnehin ausgesetzt und am Ende werde man dann womöglich auch noch zum Corona-Hochrisikobereich, weil ein plötzlich offiziell Infizierter hüben oder drüben auf dem Platz oder im Tennisheim aufgetaucht ist. Mit allen Folgen für alle – abgesehen davon, dass es dann auch noch auf den Vorstand zurückfalle.

Manche Aktive – Männer wie Frauen – hätten ohnehin Bedenken wegen ihrer Gesundheit. Gerade die Mannschaften ab den Ü30-Spielern, bilanziert der Verband.

Und wirbt um Verständnis für beide Seiten:

Erwartet werde Solidarität in jeglicher Richtung!

Solidarität gegenüber den Vereinen, die mit ihren Mannschaften und Spieler/innen unbedingt spielen wollen – und Solidarität für die, die nun nicht antreten, manche Liga damit sprengen und sich ohnehin vom Verband eine Komplettabsage der Saison gewünscht hatten.

Die Schaffung der „Übergangssaison“ sei aber das Ergebnis der Bemühung, alle teils auch völlig gegensätzlichen Interessenslagen zu berücksichtigen und natürlich dem Satzungszweck, den Tennissport zu fördern, gerecht zu werden. Das heißt es vom bayerischen Tennis-Verband dazu.

Und diese etwas andere Saison beziehe alle Mitgliedsvereine in den Entscheidungsprozess mit ein und gebe ihnen die gleiche Möglichkeit, auf der einen Seite den Bedenken Rechnung zu tragen, auf der anderen Seite sich dennoch solidarisch an die Seite des Sports und des Verbandes zu stellen.

Also deshalb: Matchball Fairness, Matchball Solidarität … so oder so!

Renate Drax