Täglich über 50 neue Fälle

Der Corona-Wochenbericht des Gesundheitsamtes mit den Zahlen aus den Gemeinden

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Der seit Ende Dezember bestehende, klare Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens in der Region ist aktuell gestoppt. Die 7-Tage-Inzidenz steigt seit Mitte Februar wieder an. Darauf weist das Gesundheitsamt Rosenheim bei seinem aktuellen Wochenbericht hin. In der Stadt Rosenheim wurde der niedrigste Wert der 7-Tage Inzidenz am 18. Februar mit 36,2 erreicht und liegt aktuell bei 91,3 – wie berichtet. Im Landkreis Rosenheim stieg dieser Wert von 42,5 am 13. Februar auf nun 85,3 …

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen vier und 53 neue Fälle gemeldet, dies liegt im Bereich des letzten Wochenberichts.

Besorgniserregende Varianten

Zunehmend gewinnen die besorgniserregenden Varianten des Coronavirus auch in der Region an Bedeutung: Nachdem nunmehr viele Labors das Testverfahren einer variantenspezifischen PCR-Untersuchung (vPCR) etabliert haben, werden dem Gesundheitsamt zunehmend bestätigte Fälle der britischen Variante (B1.1.7.) gemeldet. Die brasilianische Mutation wurde bislang nicht nachgewiesen.

Für Verdachtsfälle sowie bestätigte Fälle einer besorgniserregenden Variante gelten strengere Infektionsschutzmaßnahmen: Neben einer 14-tägigen, häuslichen Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann, ist für die Beendigung der Quarantäne zusätzlich ein negatives Testergebnis erforderlich. Diese Maßnahmen gelten auch für die engen Kontaktpersonen der Kategorie I.

Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts sind die Gebiete mit einem erhöhten Auftreten der Virusvarianten ausgewiesen:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html 

Infektionsschutzmaßnahmen

Trotz steigender Fallzahlen kann das Gesundheitsamt weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

„Leider ist in der Stadt und im Landkreis Rosenheim der robuste Abwärtstrend des Infektionsgeschehens gestoppt. Wir sehen seit zwei Wochen einen Wiederanstieg der Fallzahlen und der 7-Tage-Inzidenz. Stadt und Landkreis stehen kurz davor, die Marke von 100 in der 7-Tage-Inzidenz zu überschreiten.

Wir beobachten im Gesundheitsamt eine klare Trendumkehr in der Region. Aus meiner Sicht stehen wir am Beginn einer dritten Welle.

Große Sorge bereitet uns die Verbreitung der besorgniserregenden Varianten. Bei über der Hälfte der gemeldeten Fälle wird im Labor mittlerweile die britische Variante festgestellt. Die besorgniserregenden Varianten können den Verlauf der Pandemie verschlimmern, zu einer schnelleren Verbreitung der Infektionen, zu schwereren Verläufen, zu erhöhter Sterblichkeit und zu einer Überlastung der Intensivstationen führen”, so Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, zur aktuellen Lage.

Unklar sei momentan die Datenlage, ob von einzelnen Varianten auch eine schlechtere Schutzwirkung der Impfung resultieren kann.

Dr. Hierl: „Bei allem Verständnis für die finanziellen, pädagogischen und psychosozialen Auswirkungen des Lockdowns sehe ich die Beschlüsse der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs – trotz der nur vorsichtigen Lockerungsschritte – für den Infektionsschutz in der Region als kontraproduktiv.

Je mehr die Beschränkungen des Lockdowns zurückgenommen werden, desto größer ist die Verantwortung des Einzelnen, die bekannten Regeln – Kontaktreduktion, mind. 1,5 Meter Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lüften – konsequent einzuhalten, um die Ausbreitung der Virusvarianten zu verlangsamen. Auf Reisen sollte derzeit unbedingt verzichtet werden.“

Infektionsquellen

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld.

Derzeit stammen 68 Fälle aus einem großen Ausbruchsgeschehen mit der britischen Variante in einem Betrieb im Landkreisgebiet. In dem Unternehmen wurden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt etliche Maßnahmen ergriffen.

Dazu gehören die temporäre Schließung eines Teils des Betriebs, das Tragen von FFP2-Masken, organisatorische Maßnahmen bei der Gestaltung des Arbeits- und Pausenbetriebs, wiederholte Reihentestungen der gesamten Belegschaft und häusliche Quarantäne positiv Getesteter sowie enger Kontaktpersonen am Arbeitsplatz. Bei den Testungen neu festgestellte, positive Befunde werden sofort an das Gesundheitsamt gemeldet. Zudem stehen Geschäftsführung und Gesundheitsamt in engem regelmäßigem Austausch.

Vereinzelt kommt es zu Infektionserkrankungen in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen.

Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen“, so Hierl. Es ereignen sich auch wieder einzelne Fälle in Schulen und Kitas.

Impfungen

Insgesamt sind zirka 28.200 Impfungen seit Impfstart vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese erfolgt. 18.936 davon waren Erstimpfungen, 9.266 Zweitimpfungen.

Insgesamt 7.774 dieser Impfungen wurden in stationären Einrichtungen sowie betreuten Wohnformen in Stadt und Landkreis Rosenheim verabreicht. Derzeit wird intensiv an einer weiteren Erhöhung der Impfkapazitäten gearbeitet. Im ersten Schritt wurden bereits seit Montag die Öffnungszeiten des Impfzentrums erweitert, welches nun täglich (Montag bis Sonntag) von 8 bis 17 Uhr in Betrieb ist. Es ist geplant, in der laufenden Kalenderwoche 8 insgesamt 6.051 Impfdosen über das Impfzentrum und mobile Impfteams auszugeben.

Bisher haben sich rund 62.898 Personen in Stadt und Landkreis Rosenheim online über das Portal www.impfzentren.bayern.de für eine Impfung registriert. Das sind etwa 19 Prozent der Menschen in der Region.

Vor diesem Hintergrund appellieren Landrat Otto Lederer und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März an die Bürgerinnen und Bürger, sich online zu registrieren.

„Nur, wer sich registriert, kann auch einen Impftermin erhalten“, sagt Lederer. Durch die Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca haben auch jüngere Menschen und Personen, die nicht zur Gruppe 1, höchste Priorisierung gehören, bereits jetzt die Chance, eine Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten.

„Viele Menschen denken, dass sie aufgrund ihres Alters erst in ein paar Monaten dran sind und registrieren sich darum noch nicht. Das ist ein Irrtum“, sagt März. Es ist bereits jetzt für alle Impfwilligen möglich, sich online für eine Impfung zu registrieren. Die Einladung zum Impftermin erfolgt automatisch über die Software aufgrund der bei der Registrierung eingetragenen Parameter und des jeweils vorhandenen Impfstoffes. Nur wer sich registriert, kann auch ein Impfangebot erhalten, auch wenn die Impfung erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.

Um Warteschlagen vor dem Impfzentrum zu vermeiden, werden die Bürgerinnen und Bürger mit Termin gebeten, pünktlich zu erscheinen.

Fallzahlenentwicklung

Seit dem letzten Wochenbericht vom vergangenen Freitag wurden dem Gesundheitsamt 281 neue Fälle (letzte Woche: 264) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet.

Bisher sind insgesamt 13.747 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 10.826, Stadt: 2.921). Mittlerweile wurde bei mindestens 12.487 Personen eine ‘Genesung’ dokumentiert.

475 Personen (474) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 422, Stadt: 53). Von den Verstorbenen waren 15 (14) Personen unter 60 Jahren. 326 (326) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurde eine Person gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben ist. Die Person war unter 60 Jahre, sie war nicht in einem Heim untergebracht.

B.1.1.7 in einer Woche fast verdoppelt

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 330 Fälle (Landkreis 285, Stadt 45) (vergangene Woche: 187) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische Variante (B1.351), über den bereits berichtet wurde, in allen anderen Fällen um die britische (B.1.1.7). Hiervon wurden dem Gesundheitsamt seit dem letzten Wochenbericht 143 Fälle gemeldet.

Alle Fälle der bestätigten, besorgniserregenden Varianten sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten, der Anteil der besorgniserregenden Varianten an der Gesamtfallzahl beträgt 50,9 Prozent.

103 (97) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 18 Patienten (zwölf) mit schweren Verläufen auf einer Intensivstation.

Altlandkreis vergangene Woche

Landkreis Rosenheim aktuell

 

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11 Kommentare zu “Täglich über 50 neue Fälle

  1. Rosetta Stagnop

    Ich bin fest überzeugt, dass die jüngere Altersgruppe für die Stagnierung der Corona-Situation verantwortlich ist.

    Täglich beobachten wir, wie wenig informiert, leichtsinnig und unveranwortlich sie großenteils sind.
    Man sollte unbedingt sie vor allem und vor allen anderen impfen, weil die Gefahr von ihnen kommt!
    Anders lässt sich diese Pandemie nicht besiegen.

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    1. @ Rosetta Haben sie den Bericht hier überhaupt gelesen? Da steht: “68 Fälle aus einem großen Ausbruchsgeschehen mit der britischen Variante in einem Betrieb im Landkreisgebiet”. Da steht also nichts von Jugendlichen.

      Leider wird nicht erwähnt, um welchen Betrieb es sich handelt.
      Es zeigt nur wieder, wie unsinnig die Konzentration des Lockdowns auf bestimmte Branchen ist.
      Sinnvoller halte ich da den Vorschlag des Virologen Streek. Er schlägt vor, alle Unternehmen mit sinnvollen Hygienekonzepten zu öffnen. Dann könnten nicht nur Einzelhändler und Gastrobetriebe, sondern auch Theater oder Museen öffnen.

      Schlachthöfe, Bauunternehmer, oder auch der eine oder andere Industriebetrieb müssten dann allerdings schließen, wenn sie nachweislich ihre Mitarbeiter nicht ausreichend schützen. Das wäre nicht nur fairer, sondern auch wesentlich nachhaltiger und würde zudem den Wettbewerb um die besten Hygienemaßnahmen fördern.

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  2. @Rosetta Stagnop

    An ihrer Aussage ist erkennbar, was diese Pandemie aus unserer Gesellschaft macht!
    Ich weiß natürlich nicht, was sie erleiden mussten (…)

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  3. Und ich bin schockiert, was ein Jahr Corona aus Menschen gemacht hat! Hass gegenüber anderen, beobachten, denunzieren,….
    Solche Behauptungen aufstellen ist ungeheuerlich! Positive Testergbnisse gibt es in allen Altersgruppen und meistens weiß man nicht woher!
    Sollten wir nicht zusammenhalten, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen!
    Glauben wir wirklich, wir können auf die Schnelle ein Virus vernichten?????

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  4. Und wie kommen Sie darauf?
    Was ist mit der Firma, wo sich so viele infiziert haben?

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  5. Meine Frage war auch auf @Rosetta bezogen

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  6. (…)
    Liebe Rosetta, ich entnehme Ihrem Kommentar, Sie sind ältere Generation.
    Ich hoffe, Sie sind und bleiben so rüstig, dass Sie nie auf Pflegepersonal aus dieser Generation angewiesen sind.
    Denn soziale Interaktionen sind für diese Generation bereits jetzt schon schwer und laut Studien lernt ein Kind keine Mimik mehr im Gesicht des Gegenübers zu lesen. Ja dann, noch ein schönes Leben.

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  7. Wenn ich richtig rechne, haben wir im Altlandkreis (ohne Stadt Ro) 18 neue Fälle in den letzten 7 Tagen. Wie wird der Inzidenzwert hier ermittelt? Werden diese 18 Fälle auf 100.000 Einwohner umgerechnet – bitte mal um genaue Rechenformel.
    Ansonsten könnte man doch annehmen, dass im Altlandkreis alles wieder geöffnet werden könnte.

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  8. @xy leider zählt zu dem Inzidenzwert für den Lkr Rosenheim nicht nur der oben gezeigte Altlandkreis. Sonst wären wir nämlich echt fein raus und hätten einen ziemlich niedrigen Inzidenzwert. Aber zum Lkr gehören halt auch Kolbermoor, Bad Aibling, Bruckmühl etc. Die derzeit in Firmen und Kindertagesstätten verschiedene höhere Fälle zu verzeichnen haben. Deswegen wäre eigentlich meiner Meinung auch in Bezug auf Schulen und Kindergärten eine Regelung auf Gemeindeebene sinnvoller als Landkreisweit zu entscheiden.

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    1. Die NoCovid-Strategie hätte solch kleinräumiges Vorgehen ermöglicht…. wurde nur leider als totalitäre Utopie verunglimpft. Schade.

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  9. fan von gwendolyn

    War das etwa der erste kommentar von @gwendolyn, der sich gegen die regierungmassnahmen wendet? Das ich das noch erleben durfte.

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