Täglich melden sich Freiwillige

Wie die RoMed-Klinik Wasserburg und das Inn-Salzach-Klinikum der Corona-Krise begegnen

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Mehr Personal, erweiterte Behandlungsmöglichkeiten und Eigenschutz: Die beiden Wasserburger Krankenhäuser, das kbo-Inn-Salzach-Klinikum und die RoMed-Klinik, unternehmen große Anstrengungen im Kampf gegen Covid-19. Dabei zeigt sich: Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist enorm.

„Es melden sich täglich Freiwillige, die sich anbieten, uns zu unterstützen“, bestätigt die Sprecherin der RoMed-Kliniken, Lauretta Kölbl-Klein. Denn es werden nicht nur ärztliche und pflegerische Fachkräfte benötigt, sondern auch Unterstützer für organisatorische und logistische Aufgaben. „Diese Personen werden jetzt geschult und eingewiesen“, so Kölbl-Klein.

Was medizinisches Personal betrifft, werden derzeit Ärzte und Pfleger angefragt, die in den letzten drei Jahren in den Ruhestand getreten sind. Aber auch Mitarbeiter, die sich in Elternzeit befinden, Medizinstudenten oder Teilzeitkräfte, die für einen gewissen Zeitraum die Stunden erhöhen wollen, spreche man an, um die Personaldecke zu erhöhen.

In Gabersee verfüge man über noch ausreichend Personal, sagt Geschäftsführer Dr. Theodor Danzl. Kopfzerbrechen bereitet ihm dagegen das Material wie etwa Mundschutz und Schutzanzüge, die gegenwärtig noch in ausreichender Menge vorhanden seien, bei einer weiteren Ausbreitung der Infektion aber schnell zu Neige gehen könnten. „Im Moment wird zu wenig nachgeliefert“, so Danzl.

Damit Ärzte, Pfleger und die weiteren Beschäftigten selbst geschützt werden, wurden Besprechungen auf ein absolutes Mindestmaß und „mit zwei Metern Abstand“ (Danzl) heruntergefahren. Übergreifende Konferenzen werden per Video abgehalten.

Um die Vorräte an Material zu schonen, wird in den RoMed-Kliniken nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts besonders sparsam damit umgegangen. Im Haus wurden darüber hinaus sämtliche Bettenstellplätze verfügbar gemacht, zusätzlich prüfe man die Einrichtung weiterer Stellmöglichkeiten.

Alle planbaren und nicht dringlichen Behandlungen wurden zudem abgesagt, damit Platz und personelle Ressourcen für Verdachtsfälle und Patienten geschaffen wird. „Unsere intensivmedizinischen Beatmungskapazitäten haben wir verdreifacht“, betont Sprecherin Kölbl-Klein.

Wer Erkältungs- oder Grippesymptome spürt, soll die Nummer 116 117 anrufen und möglichst nicht ins Krankenhaus kommen.

Erst bei einem begründeten Verdacht oder wer sich bedrohlich erkrankt fühlt, soll die Not-Aufnahme aufsuchen. Dort wird abgeklärt, ob die Weiterbehandlung in dem für Verdachtsfälle und Covid-Patienten vorgesehen Bereich stattfinden muss.

Und im NOTFALL gilt: 112 anrufen!

 

 

 

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Ein Kommentar zu “Täglich melden sich Freiwillige

  1. Krankenschwester

    “Was medizinisches Personal betrifft, werden derzeit Ärzte und Pfleger angefragt, die in den letzten drei Jahren in den Ruhestand getreten sind.”

    Wir wissen alle wie ernst die Corona-Krise ist. Aber:
    Ich frage mich ernsthaft, ob das sein kann?

    Man versucht Risikopersonen zu meiden. Aber als Ärzte oder Pfleger können sie weiterarbeiten? Wo gerade dort die Gefahr einer Infektion am höchsten ist. Bei Personen zwischen 60 und 69 war die Sterberate in Italien bereits 3x so hoch wie bei den Menschen zwischen 50 und 59. Ist das jetzt etwa alles egal?
    Sollten wir nicht lieber gerade diese Personen zuhause lassen, damit sie sich nicht anstecken? Oder noch weiter gehen und Risikopersonen die aktuell noch am Patienten arbeiten sogar nach Hause schicken, um sie zu schützen.

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