Systemrelevant! Und jetzt?

Notfall-Krankenpfleger Michael Steidl und Autor Fabian Marcher und ihr Buch: „Weil es ohne uns nicht geht"

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Am heutigen Donnerstagabend sind Mike und Fabian in der Abendschau des Bayerischen Fernsehens zu Gast. Sie werden ein neues Buch vorstellen – IHR neues Buch: Weil es ohne uns nicht geht. Akutes aus der Notaufnahme. Ein Krankenpfleger aus Rosenheim erzählt. Die Sendung läuft ab 18 Uhr. Michael Steidl (44) arbeitet in der Zentralen Notaufnahme des RoMed-Klinikums in Rosenheim. Und die ist für den Notfall-Krankenpfleger ein Spiegelbild der Gesellschaft. Über den Alltag zwischen Leben und Tod – nicht nur in Zeiten von Corona.

Die Zentrale Notaufnahme ist ein Ort der Grenzerfahrung. Das gilt für jene, die dort unter hohem Verantwortungsdruck arbeiten, ebenso wie für die Patienten, die die Einlieferung in die Klinik so plötzlich aus ihrem Alltag reißt. Ein Profi ist hier Familienvater Michael Steidl, seit zehn Jahren stellvertretender pflegerischer Leiter der Zentralen Notaufnahme am Klinikum mit zwanzig Jahren Berufserfahrung. Er öffnet mit diesem Buch die Tür dieses Grenzbereichs und gewährt Einblicke.

Ihm zur Seite ein Autor – Fabian Marcher – ohne jede medizinische Vorbildung, der in die Welt der Notaufnahme eintaucht und die Pfleger wie Pflegerinnen, Ärzte wie Ärztinnen bei ihren Schichten begleitet.

Ihr gemeinsames Ziel? Die Menschen zu porträtieren, die jeden Tag gegen das Chaos ankämpfen. Zu zeigen, welche Opfer dieser Kampf von ihnen verlangt, aber auch, weshalb sie ihn trotzdem immer wieder aufnehmen.

Das Wort systemrelevant – das kennt zu diesem Zeitpunkt und vor allem im Zusammenhang mit Krankenpflege so gut wie niemand.

Die Beiden ahnen da selbst auch noch nicht, dass sich im fernen Wuhan in Zentralchina zum Jahreswechsel 2019/2020 ein Sturm zusammenbraut, der die Gesundheitssysteme in Deutschland und weltweit an ihre Belastungsgrenzen bringen wird.

Als sich COVID-19 schließlich in rasender Geschwindigkeit auch in ganz Europa ausbreitet, entwickelt sich die Zentrale Notaufnahme im RoMed-Klinikum in Rosenheim mehr denn je zum Brennpunkt des Geschehens. Mike Steidl wird über Nacht extrem systemrelevant.

Und jetzt – Stand jetzt?

Unser Buch-Tipp:

Michael Steidl mit Fabian Marcher: Weil es ohne uns nicht geht. Akutes aus der Notaufnahme. Ein Krankenpfleger erzählt.

Berlin 2020: Eden Books.

ISBN: 978-3-95910-297-1.

Zum Autor:

Fabian Marcher, 1979 in Tegernsee geboren, ist gelernter Buchhändler und arbeitet als freier Autor. Zusammen mit seiner Frau Julia Lorenzer hat er unter anderem das Buch »111 Orte in Rosenheim und im Inntal, die man gesehen haben muss« veröffentlicht. Die Beiden leben in Oberbayern und in Italien.

Fabian Marcher hat zudem auch Kriminal-Romane veröffentlicht.

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10 Kommentare zu “Systemrelevant! Und jetzt?

  1. Sehr lesenswert

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  2. Spätestens bei den nächsten Lohn- bzw Tarifverhandlungen wird es “systemrelevant” (leider) nicht mehr geben – eher gibt es eine Diätenerhöhung, weil die Politiker ja so einen tollen Job gemacht haben.

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    1. Sachlicher Leser

      Gewerkschaftliche bzw. Arbeitgeber-Tarifverhandlungen und mögliche Diätenerhöhungen von Abgeordneten haben NICHTS miteinander zu tun. Das oben genannte Thema muss durch eine gesellschaftliche Debatte gelöst werden, die Druck u.a. auf die Entscheidungsträger an den Verdienstquellen (hier sind etwa auch die Krankenkassen zu nennen) ausübt!

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  3. Endlich mal die Marktwirtschaft zu überwinden, ist die einzige Lösung.

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  4. Ich glaube das nur ein Streik wie seinerzeit bei den Lokführern oder den Piloten eine Bewegung in dieses Problem bringt. Nur dann spürt man was und wer systemrelevant ist. Das Problem ist jedoch das die Pflegeberufler ihren Beruf aus Überzeugung und Herzlichkeit ausüben u. deshalb nie so hart rangehen. Man könnte fast meinen die Arbeitgeberseite weiß das u. nutzt es aus.Es ist nicht nur die Bezahlung schlecht auch die Dienstzeiten sind m.E. asozial.

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  5. @sachlicherLeser: Hat zwar jetzt nicht direkt was mit dem Thema zu tun, aber Abgeordneten Diaeten werden seit 2016 automatisch um die durchschnittlichen Tarifabschlusse erhöht. Somit könnte bei den Bundestagsabgeordneten die 10T€ pro Monat relativ geräuschlos durchbrichen werden, die ca 5T€ steuerfreie Spesenpauschake kommt noch oben drauf.

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  6. Welcher Beruf ist eigentlich nicht systemrelevant?
    Irgendwer muss das Geld auch verdienen, was an vermeintlich “systemtelevante” Berufe bezahlt werden soll. Weil in meinen augen auch die Mama systemrelevant ist, die den Unterricht zu Hause bewerkstelligt. Oder die Großeltern, die Betreuung übernehmen, damit die Eltern nicht zu systemrelevanten Hartz4 Empfängern werden, etc.
    Wenn nur medizinisches Persomal systemrelevant ist, warum arbeiten wir anderen Idioten überhaupt noch?
    Also lasst uns alle mal auf uns alle stolz sein, was wir alle als Gemeinschaft geleistet haben und weiter leisten werden ganz egal welcher Tätigkeitsbereich!

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    1. Hmmm, vielleicht sind Branchen wie Nagelstudios, Tätowierstudios, Sonnenstudios etc… nicht ganz sooooo systemrelevant; oder auch “Berufe” wie Influencerin oder Spielerfrau…

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      1. Ja eben genau schon!
        Genau die generieren Umsätze und zahlen Steuern. Also wenn man um die Ecke denkt, gibt es für keinen eine Systemrelevanz oder eben alle sind gleichbedeutend systemrelevant.
        Dieser Hype auf eine Beschäftigungsgruppe nervt gewaltig. Erst gab es die Umweltfanaten und jetzt den Pflegefanatismus. Wo ist die Vernunft geblieben. Ständig dieser Fanatismus geht gar nicht. Aber ich finde es gut, dass mal die Pflege ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, jetzt ist es aber auch mal wieder gut. Wer total unzufrieden ist mit dem was man macht, kann ja was anderes machen. Noch sind wir noch mit in einer Diktatur. Wenn keiner mehr diese Berufe macht, wird der Preis und die Anerkennung wieder steigen. Wir brauchen aber in keinem Beruf Söldner, denn schön ist es, wenn der Beruf gleichzeitig eine Berufung bedeutet…

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  7. Ich denke, das System an sich ist von Grund auf verkehrt (und dies entscheiden die Diätenempfänger!)
    Es ist die Frage zu stellen, welchem Zweck Krankenhäuser dienen sollen:
    Sind diese dazu da,
    1. Menschen, die medizinische Hilfe benötigen angemessen zu versorgen
    oder
    2. als gewinnorientierte Unternehmen zu fungieren?
    Leider ist letzteres der Fall!
    Aus diesem Grund wird das dort arbeitende Personal bis zum Letzten ausgenutzt (Frau Wehnl hat dies in ihrem Kommentar sehr treffend formuliert).
    Die Bezahlung ist für den gebrachten Einsatz, die Verantwortung und die für Familie und Sozialleben feindliche Arbeitszeiten mehr als dürftig.
    Hinzu kommt, dass – bis auf die kurze Episode des Beifallklatschens während der heißen Phase in der Coronakrise – die soziale Anerkennung in keiner Weise angemessen ist. Wo ist die viel versprochene Aufwertung dieser Berufsgruppe(n)?
    Gleiches gilt natürlich für die anderen Pflegeeinrichtungen und deren Mitarbeiter!
    Zudem werden die Notaufnahmen der Krankenhäuser mehr und mehr missbraucht:
    Mittlerweile hat sich zunehmend eingebürgert, dass wegen jeder Kleinigkeit (Bagatellverletzungen, selbst „Husten, Schnupfen,…“) die Notaufnahmen der Krankenhäuser aufgesucht und dadurch blockiert werden! Dies scheint wohl einfacher zu sein, als zum Hausarzt zu gehen und sich machen dessen Sprechstundenzeiten zu richten!
    Dies geht unter anderem auf Kosten derer, die tatsächlich wegen eines medizinischen NOTFALLS behandelt werden müssen.

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