Streit um Tarifvertrag

Beschäftigte beim Käsehersteller Alpenhain treten in 24-stündigen Streik

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Beim Pfaffinger Käsehersteller Alpenhain treten die Beschäftigten heute in einen 24-stündigen Warnstreik. Mit der Arbeitsniederlegung wollen die rund 450 Mitarbeiter den Druck auf das Unternehmen erhöhen, sich zu tariflichen Standards zu bekennen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Bereits seit einem Jahr sei es im Werk mehrfach zu Arbeitsniederlegungen und Protesten gekommen, so die Gewerkschaft. Alpenhain habe Gespräche über einen Tarifvertrag bislang abgelehnt.

„Der Ärger in der Belegschaft nimmt zu. Während die meisten Beschäftigten in Bayerns milchverarbeitender Industrie in den Genuss von Tarifverträgen kommen, ziehen die Mitarbeiter bei Alpenhain in puncto Bezahlung und Arbeitsbedingungen den Kürzeren“, sagt Manuel Halbmeier von der NGG in Rosenheim.

Für die mittlerweile als systemrelevant anerkannte Arbeit in der Ernährungsindustrie müsse es gerade im wirtschaftlich starken Oberbayern eine höhere Wertschätzung geben. Am Standort Pfaffing lässt Alpenhain insbesondere Obazda, Grillkäse und Back-Camembert produzieren. Auch Filialen der Fast-Food-Kette McDonald’s werden bundesweit mit Waren aus dem Werk beliefert. „Alpenhain ignoriert dabei die Aufforderung von McDonald’s, Standards zusammen mit Arbeitnehmervertretern auszuhandeln“, berichtet Halbmeier.

Die Gewerkschaft NGG fordert die Geschäftsführung dazu auf, das Gesprächsangebot der Gewerkschaft anzunehmen. Ein endloser Tarifkonflikt mit weiteren Streiks könne nicht im Interesse des Unternehmens sein. „Am Ende geht es auch um die Frage, ob sich künftig noch Fachpersonal für das Werk findet. Konkurrenten zahlen in der Region längst mehr“, so Halbmeier weiter.

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