Streit um Sozialtarifvertrag

Zweitägiger Streik bei Danone in Rosenheim - Produktion ruht seit gestern

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Der Streit um die Zukunft des Rosenheimer Danone-Werks spitzt sich zu: Am gestrigen Sonntag traten die Beschäftigten in einen zweitägigen Streik. Wegen des Arbeitskampfs dürfte die Produktion nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vollständig zum Erliegen kommen. „Der Unmut unter den 160 Beschäftigten über die geplante Werksschließung ist groß. Sie erwarten, dass die Geschäftsleitung jetzt endlich über einen Sozialtarifvertrag verhandelt, um soziale Härten zu verhindern“, sagt Georg Schneider von der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern.

Durch den frühen Streikbeginn um 4 Uhr gelange keine Frischmilch in die Produktionsstraßen. Damit werde die Herstellung von Quark-Joghurt-Cremes und Hüttenkäse, die in Rosenheim überwiegend vom Band laufen, zunächst bis Dienstagmorgen gestoppt, so die Gewerkschaft. „Wenn Danone keine Verhandlungen um vernünftige Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten aufnimmt, könnten die Mitarbeiter schon bald erneut in den Ausstand treten“, so Schneider. Der bisher vom Unternehmen vorgelegte Sozialplan reiche bei weitem nicht aus.

 

Der Arbeitskampf solle dabei „corona-konform“ ablaufen, betont die Gewerkschaft – und setzt auf „Home-Striking“. Die Beschäftigten würden nach einem Besuch im Streikbüro den Ausstand zuhause fortführen, um größere Menschenansammlungen vor dem Werkstor zu vermeiden. Der Streik umfasse insgesamt alle sechs Schichten zwischen Sonntag und Dienstag.

 

Der französische Lebensmittelkonzern hatte zu Jahresbeginn angekündigt, das Werk in Rosenheim bis Juli 2021 zu schließen. Seitdem streiten Gewerkschaft und Geschäftsleitung über die Folgen für die 160 Mitarbeiter. Nach Informationen der NGG steht der Standort trotz Corona-Pandemie wirtschaftlich gut da. Die Branche gilt nach Beschlüssen von Bund und Ländern als systemrelevant.

 

„Trotzdem hat Danone 240 Millionen-Euro in den Niederlanden investiert. Dort ist ein überdimensioniertes Prestige-Werk entstanden – während der Standort Rosenheim ausbluten soll “, kritisiert Schneider.

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