Halbe Million Brennhaare pro Raupe

Landkreis: Eichenprozessionsspinner gefährdet Gesundheit von Menschen

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Einen teilweise sehr starken Befall durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners gibt es auch heuer wieder. Wie der Gartenfachberater im Landratsamt Rosenheim Roman Pröll informiert, liegen Meldungen aus den Gemeinden Bad Feilnbach, Raubling, Rohrdorf, Riedering und Söchtenau vor. Für den Menschen können die Härchen der Raupe durchaus gefährlich werden.

So lösen die mit Widerhaken versehenen Härchen der Raupe, so genannte Brennhaare, auf der Haut toxische oder allergische Reaktionen aus. Der Kontakt der Brennhaare mit dem Auge kann zu Bindehautentzündungen führen. Werden die Brennhaare eingeatmet, kann dies zu asthmatischen Beschwerden führen. Diese körperlichen Beschwerden können bis zu zwei Wochen andauern.

 

Besonders Forstarbeiter, Landschaftspfleger, Landwirte und Erholungssuchende sollten momentan im Bereich von Eichen immer wachsam sein und eventuelle Warnhinweise oder Anzeichen eines Befalls ernst nehmen und Abstand halten. Auf keinen Fall sollten die Nester auf eigene Faust entfernt oder abgeflammt werden. Gras im Traufbereich der befallenen Bäume sollte ebenfalls nicht verfüttert werden.

 

„Grundsätzlich werden Bäume in der freien Landschaft nicht behandelt oder abgesaugt“, sagt Gartenfachberater Pröll. Stattdessen wird oftmals ein Warnhinweis angebracht und der Traufbereich teilweise abgesperrt. Anders verhält es sich mit Bäumen in sensiblen Bereichen wie Siedlungen, Schulen oder beispielsweise Badeplätzen. Sie werden frühzeitig behandelt oder zum jetzigen Zeitpunkt durch eine Fachfirma abgesaugt.

 

Pröll kündigt an, dass der Landkreis Rosenheim diesbezüglich am Montag, 29. Juni, am Simssee-Badeplatz in Pietzing aktiv wird und die Nester absaugen lässt. Zudem werden Pflegemaßnahmen an den Bäumen vorgenommen. Aufgrund des Eschentriebsterbens muss eine Esche entfernt werden.

 

Die dämmerungsaktiven Raupen des Eichenprozessionsspinners machen sich in einer Art Prozession auf dem Weg aus dem Gespinst zu den Blättern des Baumes. Vom Wipfel abwärts werden die Bäume oft kahl gefressen. Ein starker Befall kann teilweise schon aus weiter Entfernung durch erkennbare Lücken der Belaubung im Kronenmantel der Eichen erkennbar sein. „Grundsätzlich reagieren die Eichen mit einem erneuten Austrieb“, sagt Gartenbachberater Roman Pröll, „offen ist allerdings, wie viele Jahre stark betroffene Eichen den Kahlfraß und die damit verbundene Schwächung überstehen. Bei manchen Bäumen besteht durchaus Anlass zur Sorge.“

 

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