Stadtwerke-Chef nimmt seinen Hut

Bürgermeister bestätigt: Marius Regler hat gekündigt und gibt zum Jahresende seinen Posten auf

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Sie sind das Sorgenkind der Stadt Wasserburg: Die Stadtwerke mit dem stark defizitären Badria. Erst vor knapp drei Wochen hatte der Stadtrat wieder einmal eine Finanzspritze von 2,5 Millionen Euro beschlossen (wir berichteten). Und ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Wegen der Corona-Krise brechen Besucherzahlen und Umsätze ein. Und jetzt nimmt auch noch der Chef der Stadtwerke, Marius Regler (Foto), seinen Hut. Das bestätigte am Samstagnachmittag Bürgermeister Michael Kölbl auf Anfrage der Wasserburger Stimme.

Regler räumt seinen Posten zum Ende des Jahres. Er hatte Mitte 2017 die Nachfolge von Gerhard Selig angetreten, der in den vorzeitigen Ruhestand getreten war.

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7 Kommentare zu “Stadtwerke-Chef nimmt seinen Hut

  1. Überraschen dürfte die Entscheidung von Werkleiter Regler, die Stadtwerke zu verlassen, eigentlich niemanden. Angesichts der seit langem schlechten wirtschaftlichen Lage und der fehlenden Zukunftsperspektiven für das Unternehmen Stadtwerke, ist sie sogar gut nachvollziehbar.
    Als Regler 2017 zu den Stadtwerken kam, stand es bereits nicht gut um diesen städtischen Eigenbetrieb. Die Stadtwerke waren vom Badriadefizit finanziell ausgezehrt, ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell war nicht entwickelt worden. Stattdessen musste Regler das hochdefizitäre Prestigeprojekt ‘Ausbau Badria-Sauna’ zum Abschluss bringen. Investitionen aus eigener Kraft waren den Stadtwerken kaum mehr möglich und Corona verschärfte die Situation dann noch weiter.
    Die Verantwortung für die unbefriedigende Lage der Stadtwerke trägt Bürgermeister Kölbl. Es war seit mehr als 10 Jahren offensichtlich, dass die Stadtwerke mit dem Badria finanziell überfordert sind und dringend neue, zukunftsträchtige Geschäftsfelder entwickeln mussten. An entsprechenden Vorschlägen mangelte es nicht, sie kamen von den Stadtwerken selbst und auch von außen. Leider wurden diese Vorschläge nicht weiterverfolgt und stur am Status Quo festgehalten.
    In der jetzigen Situation braucht es viel Phantasie, sich eine Rückkehr der Stadtwerke in die Erfolgsspur vorzustellen. Hoffentlich findet sich eine entsprechend begabte Werkleiterin.

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    1. Typisch ehemaliger grüner Stadtrat! Erst die Glaskugel verlassen und dann von außen mit Steinen werfen.Das Problem sind neben den nicht vorhersehbaren Probleme mit Covit 19 auch 26 Mitreder und Anschaffer. 24 Stadträte,1 Bürgermeister und der Kämmerer. Und da war der Hofstatt auch dabei! Da kann auch ein Regler nicht alles regeln.Schade daß er geht..Herr Regler hätte die Stadtwerke mit dem Badria in fünf Jahren auf sicheren Kurs gebracht.

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      1. Ob man jetzt Herrn Hofstatt mag oder nicht -ich mag nicht, wenn man sich, wie auch Sie, hinter komischen Namen versteckt-, warum werfen Sie ihm Steinewerferei vor? Er sagt doch im Prinzip nichts anderes als Sie. Was hat das mit seinem früheren Mandat als Stadtrat zu tun? Ich kann mir jetzt nicht vortellen, dass er damals völlig anders gedacht und abgestimmt hat.

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      2. Ihren Optimismus in allen Ehren. Alle Wirtschaftspläne der Stadtwerke der letzten +5 Jahre (öffentlich zugänglich), die Sie sicher kennen, sprechen dagegen. Es gab und gibt leider keine Perspektive für eine gedeihliche Entwicklung der Stadtwerke und schon gar nicht für die nächsten 5 Jahre.
        Deutlich absehbar war das seit mehr als 10 Jahren und Hinweise an Bgm. Kölbl gab es frühzeitig von verschiedenen Seiten. Wir ‘Nestbeschmutzer’ hätten uns sicher alle gerne getäuscht und würden uns heute über prosperierende Stadtwerke sehr freuen. Gekommen ist aber leider genau so, wie von uns ‘Steinewerfern’ befürchtet.
        Und es soll sogar Zeiten gegeben haben, in denen nicht alle Abstimmungen in Stadtrat und Werkausschuss einstimmig erfolgten.

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  2. Das Badria ist keine Firma die Gewinne einfahren muss ,das ewige Gejammere um das jährliche Defizit kommt bei den Besuchern gar nicht gut an!
    Ein Schwimmbad t ist keine Goldgrube sondern eine soziale Einrichtung für das Volk!
    Herr Regler hatte es sicher nicht leicht es Jedem recht zu machen .

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  3. In einer Zeit, wo Krankenhäuser Gewinne einfahren müssen, weil sonst der Standort in Gefahr ist, wundert mich nichts mehr………
    Und wenn es rein um die Wirtschaftlichkeit des Badria gehen würde, müsste man es gestern schon schliessen…..

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    1. Es hat glaube ich auch noch nie jemand ernsthaft erwartet oder gefordert, das Badria müsse Gewinne einfahren. Auch Forderungen nach einer Schließung habe ich noch von niemandem vernommen. Das Ziel muss aber schon lauten, das Defizit so weit zu minimieren, dass es die Stadtwerke nicht auf Dauer aufzehrt. Und da wird es dann leider komplizierter. Um das Badria als große Herausforderung oder gar Hemmschuh für die Stadtwerke zu definieren, dazu muss man noch kein großer Experte sein. Aber für konkrete Lösungsansätze braucht es auch den Mut zu möglicherweise unpopulären Maßnahmen. Vom “Gesundschrumpfen” war wohl neulich schon die Rede, Preiserhöhungen wären ein anderer Ansatz, verringerte Öffnungszeiten, vielleicht sogar ein Ruhetag in der Woche. Für solche unbequemen, aber leider notwendigen Maßnahmen dürfte es im aktuellen Stadtrat relativ schwer werden, die notwendigen Mehrheiten zu finden. Und natürlich sind Angebotsreduzierungen gerade in der Kombination mit Preiserhöhungen auch nicht ganz einfach zu vermitteln.

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