Stadtkapelle: Strukturwandel im Gange

Vorsitzender Georg Machl zieht bei Jahreshauptversammlung Bilanz

image_pdfimage_print

Ein Jahr ist  es her, dass Georg Machl das Amt des Vorsitzenden des Wasserburger Blasorchesters übernommen hat. Vieles hat er sich vorgenommen. Manches davon ist aber schwieriger und langwieriger umzusetzen, als er es sich das selbst vorgestellt hat. Und obwohl es eine relativ überschaubare Tagesordnung gab, waren recht viele der aktiven Mitglieder zur Jahreshauptversammlung der Stadtkapelle in das Vereinsheim gekommen. 

„Der Vorstandswechsel hat viele Änderungen gebracht“, stellte Georg Machl gleich am Beginn seiner Ausführungen fest. Dies liegt jedoch nicht daran, dass sein Vorgänger ihm viel Arbeit hinterlassen hätte. Im Gegenteil: Machl meinte dazu mit einem anerkennendem Augenzwinkern, es sei ihm immer noch ein Rätsel, wie Horst Däullary das alles so schaffen und hinkriegen konnte.

Aufgrund seiner eigenen beruflichen Verantwortung, muss er manche Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Anders könne er es nicht machen, so der  Vorsitzende. Deshalb sei es auch notwendig gewesen, die Struktur des Vereinsgeschäftes zu überdenken und neu aufzustellen. Jeder Musiker sei aufgefordert, sich dabei einzubringen, damit die gemeinsamen Ziele erreichbar würden.

Einige seiner wichtigsten Aufgaben sieht der Vorsitzende in der nachhaltigen Nutzung und Instandhaltung der Proben- und Unterrichtsräume im Vereinsheim, in einer kommunikativen Vorstandsarbeit, in der Zentralisierung aller vorhandenen Daten und in der Aufgabe zu wissen, wie die Wahrnehmung des Vereins in der Öffentlichkeit ist und was dabei zum Guten des Wasserburger Blasmusikvereins verändert werden könne und müsse.

Sorgen bereiten Machl und der Stadtkapelle beispielsweise das leicht zurückgehende Interesse an den Bläserklassen in der Realschule. „Die fast schon professionell organisierte und meist von Ehrenamtlichen durchgeführte Jugendarbeit der Stadtkapelle ist und bleibt trotzdem eine der Grundlagen des Vereins.“ Deshalb meinte Georg Machl auch sehr eindringlich, dass gerade eine gesunde Altersstruktur in allen drei Orchestern immer wieder die Voraussetzung für ein gesundes und erfolgreiches Vereinsleben sei.

Mit einem Blick auf die derzeitige Finanzsituation sehe er eine Baustelle dort, wo es um die Gewinnung von neuen Fördermitgliedern geht. Machl: „Immer mehr ist festzustellen, dass die Finanzen der Stadtkapelle als eine der wichtigen Säulen die Beiträge der Förderer brauchen.“ Auch hier seien alle Mitglieder zum eigenen Mitwirken aufgerufen. „Fördermitglieder zu gewinnen ist nicht nur die Aufgabe des Vorsitzenden oder der Vorstandschaft“, sagte Machl.

In seinem Rückblick auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr 2016 zeigte der Vorsitzende auf, dass das musikalische Engagement der drei Orchester der Stadtkapelle einen sehr hohen Zeitaufwand fordere. Zu den öffentlichen Auftritten der drei Orchester habe es insgesamt noch 70 musikalische Engagements in kleineren Besetzungen gegeben. „Insgesamt waren es 136 Termine im Kalenderjahr 2016. Beinahe an jedem vierten Tag. Und es ist festzustellen, dass die öffentlichen Auftritte in Wasserburg und im Wasserburger Umland somit eine sehr umfangreiche Aufgabe sind.“

Dass Georg Machl mit seinem Vorstandspersonal und der Zusammenarbeit in der Vorstandschaft sehr zufrieden war, machte er am Ende seiner Ausführungen noch deutlich. Sein besonderer Dank galt dabei seinem Stellvertreter und stellvertretendem Dirigenten Martin Zwiefelhofer, dem musikalischen Leiter und Stadtkapellmeister Michael Kummer mit seinen weiteren Dirigenten Magdalena Grill und Georg Auer.

Man könne schon beruhigter in das neue Jahr 2017 gehen und zuversichtlich die Aufgaben angehen, meinte Stadtkapellmeister Michael Kummer am Beginn seiner kurzen Ausführungen. Zwei Mal im Jahr bei den Konzerten eine beinahe volle Badria-Halle zu haben, sei sowohl für den Verein Stadtkapelle, als auch für ihn persönlich ein Ansporn,  den Generationenwechsel im Publikum als Zukunftsaufgabe zu beachten, so Michael Kummer.

Besonders zufrieden zeigte sich dabei Kummer mit seinen dirigierenden Vertretungen innerhalb des Orchesters. Dickes Lob gab es für Georg Machl. Eine vernünftige Vereinsstruktur und die gut vorbereitete Vorstandsarbeit zeichneten sein erstes Jahr als Vorsitzender in besonderer Weise aus. Kummer dankte aber auch Vorgänger Horst Däullary, der den Übergang mit seiner Hilfe und Unterstützung mitgestaltet hat und bis heute als Ratgeber im Hintergrund positiv begleitet.

Die Erhöhung der Unterrichtsgebühren um neun Prozent in Martin Zwiefelhofers Bericht über die Jugendarbeit machte deutlich, wie gerade diese Satzungsaufgabe den Verein Stadtkapelle beschäftigt. Leicht haben es sich die Verantwortlichen der Stadtkapelle mit dieser Entscheidung nicht gemacht. Bestätigt wird bei Auftritten der Jugendkapelle und des Anfängerorchesters immer wieder deren hohe musikalische Qualität. Damit dies auch weiterhin so bleibt, wurde im abgelaufenen Jahr sogar ein zusätzliches Probenwochenende abgehalten. Auch hierfür waren finanzielle Mittel aus der Vereinskasse nötig geworden.

Markus Burlefinger zeigte in seinem Kassenbericht auf, dass sich die Leere in der Vereinskasse, auf die er schon im vergangenen Jahr hingewiesen hat, nicht verändert hat. Besonders eine Steuernachzahlung im Zusammenhang mit den Baukosten für die neuen Proben- und Unterrichtsräume, die trotz vorausschauender Planung und sehr viel Eigenleistung höher wurde als kalkuliert, machte einige Sparmaßnahmen notwendig. Rückläufige Fördererbeiträge und weniger Einnahmen beim Inndammfest erschwerten die Finanzlage dann noch zusätzlich. So konnte die Stadtkapelle im Jahr 2016, um eine Unterdeckung zu vermeiden, nur mit einer Überbrückungsfinanzierung durch die Stadt und mit einem Darlehen bei der Sparkasse finanziell über die Runden kommen.

Kassenprüfer Dr. Benedikt Ball bestätigte gemeinsam mit seinen zwei prüfenden Musikkolleginnen dem Vereinskassier eine „…exzellente Buchführung mit einer sehr guten Übersicht zur Prognose und finanziellen Situation…“. Der Vorschlag der Kassenprüfer zur  Entlastung der Vorstandschaft wurde durch die Mitgliederversammlung einstimmig angenommen.

Bei den allgemeinen Fragen diskutierten die Aktiven der Stadtkapelle dann noch über diverse Möglichkeiten, die Einnahmesituation zu verbessern. Auch das heikle Thema einer leichten Erhöhung der Eintrittspreise bei den Konzerten wurde dabei nicht ausgespart. Nach wie vor sind die Konzertkarten im Vergleich zu anderen Angeboten in der Stadt eher recht günstig zu erwerben.

BUA

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren