Stadt soll fahrradfreundlicher werden

Grüne beantragen Aufnahme Wasserburgs in die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern"

Die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern” (AGFK Bayern) ist ein Netzwerk von bayernweit 83 Landkreisen, Städten und Gemeinden. Zentrales Anliegen des Vereins ist die feste organisatorische Verankerung der Radverkehrsförderung als Baustein einer zukünftigen Mobilitätsabwicklung. Auf Antrag der grünen Fraktion wurde nun im Haupt- und Finanzausschuss des Wasserburger Stadtrates entschieden, dass sich die Stadt Wasserburg um die Aufnahme in die AGFK Bayern bewerben soll.

„Die Mitgliedschaft bei der AGFK soll eine feste Absichtserklärung der Stadt Wasserburg sein, auch über aktuell laufende Projekte hinaus die Fahrradinfrastruktur laufend auszubauen und sich auf allen politischen Ebenen für mehr Fahrradfreundlichkeit einzusetzen. Darüber hinaus profitiert Wasserburg durch den Erfahrungsaustausch mit den vernetzten Mitgliedern, zum Beispiel zu Planungs- und Infrastrukturthemen und durch Synergieeffekte bei gemeinsamen Aktionen”, sagte Steffi König (Grüne). Die AGFK Bayern stärke ihre Mitglieder in den vier Säulen der Radverkehrsförderung: Öffentlichkeitsarbeit, Information, Service und Infrastruktur.

Konkret bedeute das nach dem Beitrittsantrag: „Die AGFK gibt der Stadt Wasserburg im Rahmen einer Bereisung mit einer unabhängigen Kommission ein Feedback zum Stand der Fahrradfreundlichkeit und dazu entsprechende Handlungsempfehlungen. Werden diese erfolgreich umgesetzt, schlägt der Vorstand des Vereins dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr vor, Wasserburg die Auszeichnung ,Fahrradfreundliche Kommune in Bayern’ zu verleihen.”

Ganz ohne Diskussion ging der Antrag der Grünen allerdings nicht durch den Hauptausschuss. Heike Maas (CSU) und Sepp Baumann (Freie Wähler Reitmehring) wiesen darauf hin, dass der Landkreis gerade dabei sei, ein Radwege-Konzept zu erstellen. In das Konzept sei auch Wasserburg eng eingebunden. Außerdem habe man mit dem ADFC in Wasserburg schon eine Vertretung der Radfahrer. Baumann:  „Wir wissen zudem nicht genau, was bei der ,Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern’ genau dahintersteckt. Da ist ein Jahresbeitrag von 1.500 Euro schon ganz schön happig.”

Steffi König erwiderte darauf, dass die Arbeitsgemeinschaft kein Hokuspokus sei, sondern sogar staatlich gefördert werde.

Ganz ohne Bedenken war auch die Stadtverwaltung nicht. „Es muss uns schon klar sein, dass ein Beitritt auch personelle Konsequenzen haben kann. Das müsste vorher geklärt werden, wer sich da kümmert. Es wird sicher einen Ansprechpartner bei der Stadt geben müssen. Man muss sich bei der Arbeitsgemeinschaft ja auch mit einbringen”, so Andreas Hiebl. 

Letztlich stimmten sieben der neun Mitglieder des Hauptausschusses dafür, eine Mitgliedschaft in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern” anzustreben. Ein entsprechender Antrag wird gestellt.

 

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Ein Kommentar zu “Stadt soll fahrradfreundlicher werden

  1. “Heike Maas (CSU) und Sepp Baumann (Freie Wähler Reitmehring) wiesen darauf hin, dass der Landkreis gerade dabei sei, ein Radwege-Konzept zu erstellen. In das Konzept sei auch Wasserburg eng eingebunden. Außerdem habe man mit dem ADFC in Wasserburg schon eine Vertretung der Radfahrer.” – Was für eine bestechende Logik! Demzufolge muss die Stadt auch für die Wirtschaft nichts mehr machen, schließlich gibt es schon eine Wirtschaftsförderstelle am Landratsamt und darüber hinaus mit dem WFV eine Vertretung der örtlichen Gewerbetreibenden.

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