Sportplatz: Ein Ende des Streits?

In Ramerberg: Bürgerinitiative stellt alternativen Standort bei Ortsbegehung vor

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In Ramerberg wird kräftig gestritten, wenn es um den Standort für den neuen Sportplatz geht. Doch jetzt könnten sich die Fronten wieder etwas aufweichen. Die Bürgerinitiative „Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg“, die gegen den favorisierten Standort der Gemeinde am nordwestlichen Ortsausgang von Zellereit ist, präsentierte jetzt einen neuen Lösungsvorschlag.

Bisher war für den geplanten Sportstättenbau des SV Ramerberg nur Zellereit als einzige Möglichkeit ins Auge gefasst worden. Der sagt der Bürgerinitiative aber ganz und gar nicht zu. „Schließlich befindet sich das Areal in einem Halbmoorgebiet direkt neben dem Flora-Fauna-Habitat Attel. Und die Zufahrt ist nur durch die Wohnsiedlung möglich, wobei sich die Straße beim Queren des FFH-Areals einspurig verengt. Auch aus der Gegenrichtung wäre der geplante Platz nur über einen einspurigen Weg zu erreichen”, so die Befürchtungen der Initiative.

Die Bedenken gelten vor allem einer adäquaten, auch vom Fußballverband geforderten Verkehrsanbindung, die laut Initiative nicht zu realisieren ist. „Zudem wäre ohne schmerzhafte Eingriffe in das Flora-Fauna-Habitat Attel mit Fällung von 100-jährigen Eichen sowie in das Niedermoorgebiet ein Spielbetrieb nicht möglich.” Seit Januar liegen nun zahlreiche Einwände vor, die derzeit noch bearbeitet werden.

Jetzt ist es der Bürgerinitiative „Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg” offenbar gelungen, eine Alternative für den Neubau eines Fußballplatzes des SV Ramerberg zu finden – gleich neben den bisher bestehenden alten Platz, der sogar bestehen bleiben könnte, erweitert durch einen neuen, zweiten Fußballplatz.

Manfred Reithmeier, Mitinitiator dieser neuen möglichen Lösung, hatte deshalb die Gemeindevertreter, das Landratsamt Rosenheim und den SV Ramerberg zu einer Ortsbegehung geladen. Dabei konnten die Teilnehmer mit den drei Grundstückseignern, die sich bereit erklärten, an den SV Ramerberg zu verpachten, direkt ins Gespräch kommen. Die Grundstückseigner Alois Bichler, Rupert Riedl und die Familie Schuster seien bereit, dem SV Ramerberg auf zehn Jahre Grund zur Verfügung zu stellen, mit der Option einer ständigen Verlängerung, versichert die Bürgerinitiative. „Dafür wollen die Biobauern Ausgleichsflächen in eineinhalbfacher Größe. Auch dem Errichten von Umkleiden und Duschen in fliegenden Bauten, steht nichts im Wege. Zudem sind im benachbarten neuen Gemeindehaus, das demnächst eröffnet wird, ja bereits Duschen und Umkleidemöglichkeiten vorgehalten.”

Ramerbergs Wirt Alois Bichler, auf dessen Grund der SV Ramerberg bereits seit 50 Jahren kostenfrei spielt, gab grünes Licht für den weiteren Spielbetrieb auf dem Hauptplatz und signalisierte, dass auch seine Tochter, die 2021 übernimmt, damit einverstanden sei. Nur der jetzige Übungsplatz würde auf längere Sicht nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Familie Schuster würde sich für ihr Entgegenkommen von der Gemeinde die Realisierung eines schon lange geplanten Kreisverkehrs wünschen, um den Unfallschwerpunkt „Kreuzung Mitterhof“ vor ihrer Haustüre zu entschärfen.

Die Frage ist jetzt: Nimmt die neue Möglichkeit für einen Alternativ-Standort den Druck heraus, alleine die Lösung in Zellerreit zu suchen? Der stellvertretende Vorsitzende des SV Ramerberg, Andreas Niedermaier stellte klar, dass der Sportverein auf Zuschüsse vom Fußballbund in Höhe von 250 000 Euro nicht verzichten wolle, die es jedoch nur für 30 Jahre Pacht gäbe. Der SV Ramerberg sagte zu, sich zumindest vereinsintern mit dieser neuen Möglichkeit auseinander zu setzen.

Der Zweite Bürgermeister der Gemeinde Ramerberg, Konrad Fuchs, begrüßte, dass es der Initiative „Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg“ gelungen ist, diesen alternativen Standort ausfindig zu machen. Auf jeden Fall sei man wieder miteinander ins Gespräch gekommen, freuten sich die Verantwortlichen der Bürgerinitiative. RED

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