Soyen: Trinkwasser muss abgekocht werden

Wieder Verkeimung: Ab sofort wird erneut gechlort - Bei Beschwerden Hausarzt aufsuchen

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Im Bereich der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Soyen wurde das Trinkwasser mit coliformen Keimen verunreinigt. Das heißt es am heutigen Samstag aus dem Rathaus. Erst vor einem halben Jahr – Anfang Dezember 2018, wir berichteten – musste das Leitungsnetz der Soyener gechlort werden. Die mikrobiologische Verunreinigung könne unter Umständen die Gesundheit beeinträchtigen, heißt es weiter. Sollten gesundheitliche Beschwerden auftreten, soll man sich an den Hausarzt wenden. Das Trinkwasser muss also ab sofort vor dem Verzehr abgekocht werden, meldet die Gemeinde.

Die Ursache der Verunreinigung werde geklärt und Maßnahmen zur Behebung der Störung seien eingeleitet, heißt es am Samstag aus dem Rathaus Soyen.

Unter anderem würden engmaschige, bakteriologische Kontrollen durchgeführt.

Ab sofort gilt ein Abkochgebot!

Dies bedeutet, dass man das Wasser für folgende Zwecke mindestens fünf Minuten lang sprudelnd kochen lassen muss, um Keime effektiv abzutöten:

  • zum Trinken sowie zur Zubereitung von Getränken
  • zur Zubereitung von Nahrung, insbesondere für Säuglinge, alte und kranke Personen
  • zum Abwaschen von Salaten, Gemüse und Obst
  • zum Spülen von Gefäßen und Geräten, in denen Lebensmittel zubereitet oder aufbewahrt werden, es sei denn es werden Geschirrspülmaschinen verwendet
  • zum Zähneputzen und zur Mundpflege
  • für medizinische Zwecke (Reinigung von Wunden, Nasenspülung)
  • zum Herstellen von Eiswürfeln zur Kühlung von Getränken

Zudem wird ab heute, Samstag, bis auf weiteres die Desinfektion des Trinkwassers im Versorgungsnetz mittels Chlor (Dosierung 0,1 – 0,3 mg/l) veranlasst.

Das Leitungsnetz gilt als desinfiziert, wenn im gesamten Netz mindestens 0,1 mg/l Chlor nachgewiesen ist.

Das gekochte und soweit wie nötig abgekühlte Wasser kann man wie bisher verwenden. Die Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden) kann mit nicht abgekochtem Wasser erfolgen, sofern darauf geachtet wird, dass das Wasser nicht getrunken wird beziehungsweise auf offene Wunden kommt.

Für Haustiere und Vieh benötigt man kein abgekochtes Wasser, ebenso wenig wie für die Toilettenspülung.

Die Gemeinde Soyen informiert darüber, wenn das Wasser wieder uneingeschränkt genutzt werden kann.

Für Rückfragen: Telefon 08071/9169-0 oder -13 oder Mail: gemeinde@soyen.de

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14 Kommentare zu “Soyen: Trinkwasser muss abgekocht werden

  1. Schon wieder!!! Am meisten ärgert mich, dass man das nicht über Flugzettel oder ähnliches erfährt!

    Letztes Jahr hab ich’s Tage später nur durch Zufall erfahren! Internet hat nicht jeder bzw. ältere Leute schauen nicht …

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  2. Das nervt total. Vielleicht sollten die Bauern mal weniger gülen, wundert mich nicht, dass so was schon wieder passiert.

    Vor allem erfährt man nur zufällig davon.

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  3. Natürlich, die Bauern leiten ihre Gülle auch direkt in das Trinkwassernetz.
    Bitte vor dem Posten eines solchen Kommentars nachdenken, was Sie von sich geben.

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  4. Was war beim letzten mal der Grund dafür?

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  5. Tritt in den letzten Jahren immer wieder auf. Das gabs doch füher nicht, bzw hat wahrscheinlich keiner so genaue Messungen durchgeführt. Aber Hauptsache, die Wassergebühren steigen.

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  6. Wie gewohnt hat Soyen ein Problem mit dem Trinkwasser. Warum nur Soyen und keine benachbarten Gemeinden?

    Traurig ist, dass man es immer erst per Zufall oder von Freunden erfährt.
    Warum wird dem Bürger nie der Grund für die häufigen Probleme bekannt gegeben?

    Schließlich muss jeder von uns dafür einiges an Geld bezahlen.
    Wäre wichtiger, man investiert das Geld in solch wichtigen Grundversorgungseinrichtungen und nicht in irgendwelchen anderen geldverschlingenden Projekten.

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  7. Meiner Meinung nach wird hier zu unkonsequent gehandelt. Die Gemeindeverwaltung macht es sich viel zu einfach. Selbst der Blutspendedienst hat es früher geschafft mit Lautsprecherdurchsagen die Bürger zu informieren. Flugblätter wären auch eine Lösung, um Bürger ohne Internet auf die Dringlichkeit hinzuweisen.

    War der Auslöser vielleicht der starke Regen am letzten Wochenende, der den Weg hinunter zur Quelle in Strohreit zum Abrutschen brachte? Ich war selbst am Montag und Mittwoch dort unten. Es waren überall im Quellbereich Geröllabgänge zu sehen und es war an diesen Stellen ein starker, faulender Geruch warzunehmen. Vieleicht sollte man darüber nachdenken die Felder oberhalb der Quelle auch noch großzügiger in das Wasserschutzgebiet mit aufzunehmen.

    Folgende Fragen beschäftigen mich gerade:
    Wie wird das Wasser in den örtlichen Gastronomien, Dorfladen oder auch in der Schule oder den Kindergärten gehandhabt?
    Wird es die Gemeinde diesmal schaffen den Grund für die Verunreinigung zu nennen und für immer zu beseitigen?
    Kann man die Kosten um das Wasser abzukochen und den Kauf von stillem Wasser von den Wassergebühren abziehen? Es is ja doch eine ganze Menge die man den Tag über so abkocht.
    Zusätzlich muss man auch jede Menge Frischwasser (PET) kaufen, um damit z.B. Nudeln zu kochen (denn diese schmecken sonst total nach Chlor).

    Es ist ja nun schon das dritte Mal in den letzten Jahren. Hier muss eine Lösung gefunden werden. Der Bürgermeister hat auf den letzten Bürgerversammlungen immer wieder betont, wie gut doch das Be- und Entwässerungssystem in Soyen doch sei.

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  8. Um die Anschuldigungen auf die Landwirte mal anders zu betrachten:
    – Gülle kommt vom Nutztier, oder?
    – Nutztiere werden für den Konsumenten gehalten, oder?
    Woraus ich schlussfolgern würde, weniger Konsum ist gleich weniger Gülle, oder?!?!?

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  9. @gscheidhaferl:
    Das wollt ich auch grad posten. Die Verbraucher erwarten, dass Milchprodukte und Fleisch (ja, auch zum Grillen) billig sind. Also müssen die Landwirte viel produzieren. Also halten sie mehr Vieh, als für die bewirtschaftete Fläche gut ist. Also haben sie zuviel Gülle. Und die muss halt irgendwo hin…

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  10. Man kann natürlich das Soyener Wasser als Grundlage für Weltpolitik (Konsumsteuerung) und Moralpredigten verwenden, aber sinnvoller wäre es zu fragen, warum Soyen keine Konsequenzen aus den letzten Fällen zieht. Und da ist eben nicht der Verbraucher Schuld, sondern die Herren der Gemeinde.

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  11. @gscheidhaferl und Martin,
    ganz so einfach wie in eurer Phantasie ist das leider nicht. Die Leute erwarten genau deshalb günstiges Fleisch und günstige Milch, weil sie mit ihren Steuergeldern eben dieses finanzieren. Fleisch und Milch ist nicht wegen der hohen Nachfrage zum Ramschprodukt verkommen, sondern die Nachfrage ist so groß geworden, weil es durch Subventionen so unglaublich günstig geworden ist.
    Die Geschichte aber wird sich wiederholen. Heute erzählt ihr uns noch alle, wir sollten Biofleisch essen, weil es die Kuh so gut hat auf dem Feld. Morgen aber werden die Biobauern viele neue Ideen haben, noch mehr und noch günstiger und noch schneller ihre Bio-Ware anzubieten, weil sie heute Subventionen einstreichen und es immer mehr werden, die vom großen Kuchen was abhaben wollen. Die Gewinne werden immer kleiner und die Not immer größer. Die Effizienz muss steigen, damit dem Bauer was über bleibt und die Folge ist billiges Zeugs.
    Es wäre viel einfacher, wenn man die Manipulation der Marktwirtschaft bleiben lassen würde. Nur das Fleisch der subventionierten Tiere (Huhn, Schwein), sowie die Milch der Kühe verkommt zum Abfallprodukt (und wird gar nach China verkauft).
    Der Verbraucher wird das kaufen, was günstig ist.

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  12. Wie lange soll das nun andauern? Wäre schön einen Zwischenbericht zu erfahren. Mit Kindern im Haus kann ich ja jetzt nicht tagelang abkochen

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  13. Angelika Huber

    Die Informationspolitik ist ungut. Nicht alle Gemeindebürger bekommen ihre Informationen aus dem Internet. Das war die letzten Male auch schon beschissen. Aber scheinbar ist es auch nicht so dramatisch, sonst müsste die Gemeinde tatsächlich Flugblätter verteilen, Klingeln putzen oder einen Megaphon Wagen fahren lassen.
    … da muss ich schon auch lachen-Spülwasser abkochen, übertriebener geht’s wohl nicht mehr.

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  14. Das ist doch unglaublich! Tag 4 und immer noch keine Informationen.

    Ich bin mittlerweile total genervt von dem Abkochen des Wassers, zumal die heißen Tage die Wohnung schon genug aufheizen.

    Kann uns Bürgern endlich mal jemand einen Zwischenbericht sagen.
    Ich bin eh dafür, wenn so was passiert, dass man den Bürgern kanisterweise Wasser zur Verfügung stellen sollte, schließlich bezahlt man genug Steuern!

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